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Terminal für Flüssiggas nahe Hamburg: Planung im Turbo-Tempo

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Von: Raphael Digiacomo

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Deutschland will sich unabhängiger von russischen Energieimporten machen. Ein Terminal für Flüssiggas (LNG) ist in Stade in Niedersachsen nun geplant.

Stade – Der Krieg in der Ukraine und dessen wirtschaftliche Folgen inklusive wechselseitiger Sanktionen haben auf schmerzhafte Weise die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Gas- und Ölimporten aufgezeigt. Nun herrscht breiter Konsens über die Notwendigkeit, zumindest mittelfristig alternative Energiequellen zu fördern. Eine dieser Alternativen lautet Flüssigerdgas, auch LNG (Englisch: liquified natural gas) genannt.

Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) und Umweltminister Olaf Lies (SPD).
Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU, rechts) und Umweltminister Olaf Lies (SPD) halten eine Kiste mit den Genehmigungsunterlagen für das Import-Terminal für Flüssigerdgas in Stade. © Sina Schuldt/dpa

Das Land Niedersachsen will nun bei den Genehmigungsverfahren für das geplante Import-Terminal für Flüssigerdgas in Stade nahe Hamburg Gas geben. „Es muss jetzt schnell gehen“, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Dienstag (12.04.2022) in Stade. Dort nahm er die tausende Seiten Antragsunterlagen für die Genehmigung zum Bau eines Anlegers in Stade von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) entgegen.

Terminal für Flüssiggas (LNG) in Stade soll im Turbo-Tempo entstehen

Lies forderte eine neue „Deutschland-Geschwindigkeit“ und schloss nicht aus, dass die Bauarbeiten für den Anleger möglicherweise parallel und schon vor dem Vorliegen einer Genehmigung beginnen könnten. Nach Worten von Althusmann sollen seitens der öffentlichen Gesellschaft Niedersachsen Ports in den kommenden Jahren circa 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

das Geld dient der Planung und Vorbereitung des Projekt Stade sowie dem zweiten geplanten LNG-Terminalstandort in Wilhelmshaven. Bei dem Projekt gehe es primär darum, von russischem Erdgas unabhängig zu werden, betont Lies.

Projekt Flüssiggasterminal in Stade: Zwischenspeicher für bis zu 15 Prozent des deutschen Gasbedarfes

Das Terminal Hanseatic Energy Hub (HEH) soll bis 2026 in unmittelbarer Nachbarschaft des US-Chemieunternehmens Dow in Stade direkt am Elbeufer entstehen. Dow stieg inzwischen als neuer Minderheitsgesellschafter bei HEH ein.

Das LNG-Bunker-Schiff „Kairos“ im Hafen von Hamburg.
Das LNG-Bunker-Schiff „Kairos“ läuft den Hafen von Hamburg an. Es transportiert Flüssigerdgas (LNG) nach Deutschland. (Symbolbild) © Christian Charisius/dpa

In der Endstufe soll die Anlage über eine maximale Regasifizierungskapazität von 13,3 Milliarden Kubikmetern pro Jahr verfügen, was einem Anteil von bis zu 15 Prozent des deutschen Gasbedarfes entspräche. Auch in Wilhelmshaven und in Brunsbüttel laufen konkrete Planungen für Flüssigerdgas-Terminals.

Künftig werden in Stade circa 110 LNG-Tanker im Jahr mit jeweils 300 Meter Länge erwartet

Das Terminal Stade soll auf dem Gelände des Dow-Standortes entstehen. Dazu soll die Zahl der Anlegestellen von drei auf fünf Schiffe erhöht werden. Einer der Plätze soll für große LNG-Carrier reserviert sein, die bis zu 300 Meter lang sind und ein LNG-Fassungsvermögen von 170 000 Kubikmeter haben. Die HEH rechnet mit rund 110 Anläufen derartiger LNG-Tanker im Jahr. (rdg/dpa)

Der künftige Standort in Stade: 2026 soll der neue Importterminal für Flüssiggas an der Elbe stehen.
Der künftige Standort in Stade: 2026 soll der neue Importterminal für Flüssiggas an der Elbe stehen. © Sina Schuldt/dpa

Der Ukraine-Konflikt hat auch für die niedersächsische Wirtschaft weitgehende Folgen. Und was genau passiert eigentlich, wenn das Gas in Deutschland knapp wird?

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