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Ministerin Behrens zu Affenpocken: „Viele Menschen haben Angst vor einer neuen Pandemie“

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Dieses Bild zeigt die Handflächen eines Affenpockenpatienten aus Lodja, einer Stadt in der Demokratischen Republik Kongo.
Das Affenpocken-Virus ist Deutschland angekommen. Dieses Bild aus dem Jahr 1997 entstand während einer Untersuchung eines Affenpockenausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und zeigt die Handflächen eines Affenpockenpatienten aus Lodja. © picture alliance/dpa/CDC/Brian W.J. Mahy

Die ersten Fälle von Affenpocken sind in Deutschland angekommen. Die Angst vor einer Ansteckung des neuen Virus ist groß. Gesundheitsministerin Niedersachsens, Daniela Behrens, äußert sich zum Aufkommen der sogenannten Monkeypox.

Hannover – Die ungewöhnliche Häufung der Ansteckungen mit Affenpocken in Deutschland besorgt derzeit viele Menschen. Immer weitere Fälle der sogenannten Monkeypox werden in Deutschland bekannt.

Der Verlauf ist meist milde, doch eine Ansteckung mit der zentralafrikanischen Variante kann mitunter tödlich verlaufen. Nun hat sich die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens zum Aufkommen des Affenpocken-Virus in Deutschland geäußert

Affenpocken in Niedersachsen: Ministerin Behrens zur Sorge der Bevölkerung – „Menschen haben Angst vor einer neuen Pandemie“

Mehr als 130 Affenpocken-Fälle sind derzeit weltweit bekannt und auch wenn die Virusvariante in der Regel milde verläuft, kann die Krankheit tödlich sein. Die Besorgung in der Bevölkerung ist dementsprechend groß. In einer Pressemitteilung äußert sich die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens: „Viele Menschen machen sich derzeit Sorgen um Affenpocken und haben Angst vor einer weiteren, neuen Pandemie.“

Trotzdem halte sie die Ängste um das Virus für unbegründet. Affenpocken sei eine von Tieren auf Menschen übertragbare Viruserkrankung und die Übertragung von Mensch zu Mensch komme insgesamt sehr selten vor, heißt es in einer Mitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Affenpocken in Deutschland: Ansteckungsgefahr nur für enge Kontaktpersonen

„Dass dieses Virus nun erstmals in Deutschland aufgetreten ist, ist sehr ungewöhnlich, aber anders als das leicht übertragbare Corona-Virus oder auch die Grippe wird der Affenpocken-Virus nur durch sehr engen Körperkontakt weitergegeben“, heißt es weiter.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Behrens
Die Angst vor einer Ansteckung des neuen Virus ist groß, aber nach Ansicht von Daniela Behrens, Gesundheitsministerin Niedersachsens, unbegründet. (Archivbild) © Moritz Frankenberg/dpa

Das reduziere die Ansteckungsgefahr erheblich auf enge Kontaktpersonen. Zudem seien bisherige Krankheitsverläufe mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Hautveränderungen eher milde, so die Gesundheitsministerin aus Niedersachsen.

Affenpocken in Deutschland: Wie tödlich und gefährlich ist eine Ansteckung?

Auch wenn die meisten Ansteckungen milde verlaufen, ist eine Gefahr für den Menschen durchaus gegeben. Besonders gefährdet sind beispielsweise Kinder, ihre Sterblichkeitsrate liegt deutlich höher als in anderen Gruppen. Insgesamt ist die Gefahr für den Menschen jedoch tatsächlich überschaubar. Diese entscheidet sich bei dem Typ des Virus. Bisher sind zwei Untertypen bekannt: der westafrikanische Typ und der Typ aus dem Kongobecken. Alle Infektionen, die auf die Fälle in Großbritannien zurückgehen, gehören zum westafrikanischen Typ und sind größtenteils ungefährlich.

Monkeypox in Deutschland: Weitere Fälle der Affenpocken werden im Bundesgebiet bekannt werden

Da es bis zu drei Wochen dauere, bis erste Symptome auftreten, gehe das Robert-Koch-Institut davon aus, dass noch weitere Fälle in Deutschland bekannt werden. „Daher sind wir wachsam und beobachten mit den Expertinnen und Experten des Landesgesundheitsamtes die Situation sehr genau und stehen mit dem Bund im engen Austausch“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Kommt es zu einer Ansteckung, sind die wichtigsten Maßnahmen die Nachverfolgung von Kontakten durch die Gesundheitsämter und die Isolierung der infizierten Person. Die örtlichen Gesundheitsämter sind informiert und sensibilisiert.“

Kommt es zu einer Ansteckung, sind die wichtigsten Maßnahmen die Nachverfolgung von Kontakten durch die Gesundheitsämter und die Isolierung der infizierten Person. Die örtlichen Gesundheitsämter sind informiert und sensibilisiert.

Daniela Behrens, niedersächsische Gesundheitsministerin

Infektion mit Affenpocken: Risikogruppen müssen ehrlich angesprochen werden

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erläuterte in den vergangenen Tagen, dass sich nach bisherigen Erkenntnissen in erster Linie Männer mit Affenpocken infizierten, die sexuelle Kontakte mit Männern gehabt hätten. Aus diesem Grund sei es um so wichtiger, die Risikogruppen ehrlich anzusprechen. Das sei zu ihrem Schutze und dürfe nicht als Stigmatisierung verstanden werden. Lauterbach appellierte, auf Hautveränderungen und Fieber zu achten und sich im Falle eines Verdachtes schnell in medizinische Behandlung zu begeben.

Inkubationszeit und Symptome: Wie äußern sich die Affenpocken?

Die Symptome der Affenpocken sind recht deutlich: Betroffene der Affenpocken bekommen in der Regel erst Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Wenig später erscheinen Pocken auf der Haut hinzu. Zudem wichtig: Die Affenpocken können nicht nur, wie bei den bestätigten Fällen, zuerst im Genitalbereich auftreten – sondern auch im Gesicht oder an den Armen. Später breiten sie die eitrigen Blasen und Pocken dann über den ganzen Körper aus. Die Inkubationszeit der Affenpocken beträgt zwischen sieben und 21 Tagen.

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Bei Ansteckung mit Affenpocken: Karl Lauterbach spricht sich für 21-tägige Quarantäne aus

Eine erste Handlungsempfehlung bei einer Ansteckung gab Lauterbach im Rahmen des Bremer Ärztetages, am Dienstag, 24. Mai 2022. Gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut spricht er sich für eine Quarantäne und Isolation von 21 Tagen aus – für den Abgesteckten sowie alle Kontaktpersonen. Der Bundesgesundheitsminister betont jedoch auch, dass die aktuellen Fälle der Affenpocken „nicht der Beginn einer neuen Pandemie“ sei. Es gehe trotzdem darum, „hart und früh“ zu reagieren, um die Ausbreitung einzudämmen.

Affenpocken und Impfstoff: 40.000 Impfdosen bestellt – Impfvorgehen noch nicht geklärt

Lauterbach erklärte außerdem, dass er bereits 40.000 Impfstoffdosen eines in den USA zugelassenen Affenpocken-Vakzins bestellt habe. Das Impfvorgehen sei indes noch nicht endgültig geklärt. Es werde derzeit über Impfempfehlungen für besonders gefährdete Personen nachgedacht. In Großbritannien haben britische Gesundheitschefs bereits alle engen Kontakte der 20 bestätigten Fälle mit Affenpocken mit der Pockenimpfung immunisiert. Studien haben gezeigt, dass die vorhandenen Impfstoffe der Pockenimpfung zu etwa 85 Prozent gegen das Affenpocken-Virus wirksam ist.

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