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Grünen- und CDU-Politiker auf Bier-Mission bei Weihnachtsfeier

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Damit das Bier fließen konnte, mussten Politiker von Grünen und CDU auf eine besondere Mission. (Symbolbild)
01153032-1959-42d6-a586-ef0b190f12a7.jpg © Symbolbild dpa

Wer eine Fier organisiert, kann manchmal Überraschungen erleben. Bei einer Aktion in Niedersachsen friert eine Bierleitung ein.

Hannover – Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat genau hingeschaut und -gehört. Das Ergebnis: Die Splitter der Woche aus der Landeshauptstadt.

Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden. Wagemutig hatte Niedersachsens CDU-Fraktion ihre Weihnachtsfeier in den Innenhof des Landtagsnebengebäudes gelegt. Prompt froren bei eisigen Außentemperaturen ausgerechnet die Bierleitungen des Getränkewagens zu. „Nicht verzagen – Grüne fragen“, hatte sich daraufhin einer der Oppositionsabgeordneten ohne Scheu vor der Konkurrenz gefragt. Denn die kleine Regierungsfraktion hat in der Parlamentsdependance ihre Büros. Nicht nur das: Auch zwei Haartrockner waren dort aufzutreiben; mit denen konnte man dann gemeinsam die Leitungen auftauen. „Das Bier war sehr, sehr kalt“, berichtete CDU-Fraktionsgeschäftsführer Adrian Mohr. Ob die Union aus lauter Dankbarkeit jetzt einen CO-2-Ausgleich für den deutlich erhöhten Energieverbrauch zahlt, ist nicht bekannt.

Peter Mlodoch Korrespondent Hannover
Peter Mlodoch: Unser Korrespondent Hannover © Privat

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat kurz vor Jahresschluss noch so viel zu tun, dass er trotz seines 64. Geburtstags das um 7.30 Uhr anstehende Routine-Gespräch mit Wirtschaftsminister Olaf Lies und seinem Staatssekretär Frank Doods (beide SPD) pflichtbewusst durchzog. Das anschließende Ständchen mit den beiden Besuchern und engen Mitarbeitern der Staatskanzlei konnte da kein richtiger Trost sein. Die Runde stimmte zwar hingebungsvoll ein „Viel Glück und viel Segen“ für ihren Chef an. Doch die musikalische Gratulation endete nach Aussagen von Teilnehmern bald in einem ziemlich chaotischen Kanon. Der gute Wille war zumindest da.

Mit einer kritischen Anfrage zu der von der Ampel-Bundesregierung geplanten Legalisierung von Cannabis wollte die CDU-Fraktion die rot-grüne Koalition in Niedersachsen als verantwortungslose Kiffer-Freunde vorführen. Doch Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) zählte in ihrer Antwort etliche Bedenken gegen eine Freigabe auf. Der CDU-Abgeordnete Uwe Dorendorf, sonst für polternde Zwischenrufe berüchtigt, kam aus dem Stauen nicht mehr raus.

Ob steigender THC-Gehalt, ob hohes Psychose-Risiko, ob Suchtgefahren für Jugendliche: Dorendorf kommentierte von seinem Hinterbankplatz aus nahezu jede Aussage von Behrens mit einem geradezu friedlichen, ja fast schon zustimmenden „Aha“. Dass der CDU-Mann aus dem Wendland sich vorher zur Beruhigung eine Tüte durchgezogen haben könnte, ist freilich ausgeschlossen. Dorendorf steht auf dicke Zigarren. Behaupte die AfD-Fraktion noch mal, sie werde von den drei anderen Parteien gemobbt und in ihren Parlamentsrechten beschnitten. Das Gegenteil ist der Fall. Beim Thema Inflation wollte AfD-Finanzexperte Peer Lilienthal nach seiner eigenen Rede und den Reden der anderen Parteien noch etwas loswerden.

Landtagspräsidentin Hanna Naber (SPD) gab sich großzügig: „Die AfD-Fraktion hat eine Restredezeit von 18 Sekunden und begehrt eine zusätzliche nach der Geschäftsordnung. Sie haben anderthalb Minuten.“ Lilienthal nutzte das Angebot schamlos für einen Rundumschlag unter anderem gegen die Maskenpflicht in Bussen aus. „Das hat doch nichts mit Inflation zu tun“, empörte sich CDU-Fraktionsvize Ulf Thiele völlig zurecht. (Peter Mlodoch)

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