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Wahl-O-Mat-Alternative zur Niedersachsen-Wahl „einfacher und attraktiver“: Was kann das neue Tool?

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Von: Max Schäfer

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Für welche Partei soll man bei der Niedersachsen-Wahl stimmen? Der Wahl-O-Mat kann helfen, hat aber eine Schwäche. Ein neues Tool kann die Lücke stopfen.

Hannover – Die Niedersachsen-Wahl steht vor der Tür, 14 Parteien kämpfen um Stimmen und den Einzug in den Landtag. Für Wähler kann die Auswahl der passenden Partei eine Herausforderung darstellen: Welche Kandidaten und Parteien vertreten die eigene Meinung am besten? Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung und andere Dienste helfen, die eigene Überzeugung mit den Wahlprogrammen zu vergleichen.

Wahl-O-Mat und Co. lassen jedoch nur den Vergleich von Parteien zu. Bei der Landtagswahl in Niedersachsen stimmen Bürger mit ihrer Erststimme jedoch auch über Direktkandidaten in ihrem individuellen Wahlkreis ab. Wer dabei die meisten Stimmen erhält, zieht in den Landtag ein. Das Startup Voto hat sich zum Ziel gesetzt, auch auf dieser Ebene eine Wahlhilfe anzubieten – und liefert damit eine Ergänzung zum Wahl-O-Mat.

Wahl-O-Mat-Alternative hilft beim Vergleich der Direktkandidaten der Niedersachsen-Wahl

Voto zielt also nicht auf die bei der Niedersachsen-Wahl antretenden Parteien ab, sondern auf die Kandidaten in den Wahlkreisen. Nutzer der Wahlhilfe können also ihren Wahlkreis auswählen und ihre Ansichten mit der Haltung der teilnehmenden Direktkandidaten vergleichen.

Dienste wie der Wahl-O-Mat helfen vor der Niedersachsen-Wahl bei der Suche nach der passenden Partei. Das Programm Voto setzt dagegen bei den Kandidaten in den Wahlkreisen an.
Dienste wie der Wahl-O-Mat helfen vor der Niedersachsen-Wahl bei der Suche nach der passenden Partei. Das Programm Voto setzt dagegen bei den Kandidaten in den Wahlkreisen an. (Symbolfoto) © Julian Stratenschulte/dpa

Das Grundprinzip der Wahlhilfe Voto zur Niedersachsen-Wahl entspricht dabei der Funktionsweise des Wahl-O-Mat: Nutzer beantworten 30 Thesen zu verschiedenen politischen Themen. Dabei können sie ihre Zustimmung und Ablehnung bekunden. Wer keine Meinung zu einem Thema hat, kann „neutral“ auswählen oder die These überspringen.

Wahlhilfe Voto zur Landtagswahl in Niedersachsen stellt Direktkandidaten vor

Anschließend sehen die Nutzer, wie sehr die eigenen Antworten mit den der Kandidaten übereinstimmt. Wie beim Wahl-O-Mat auch können die potenziellen Wähler anschließend nachverfolgen, wie die einzelnen Politiker bei bestimmten Thesen geantwortet haben. Auch ein Vergleich zwischen zwei Kandidaten ist möglich.

Die Kandidaten der Niedersachsen-Wahl können bei Voto zudem ihre Antworten begründen. Zudem haben sie die Möglichkeit, mehr über ihre Biografie, ihre wichtigsten politischen Ziele oder ihr Motto zu erzählen. Dadurch ermöglicht die Wahlhilfe den Politikinteressierten, mehr über die Politiker in ihrem Wahlkreis zu erfahren und sich ein detaillierteres Urteil zu bilden, welcher der Personen sie ihre Erststimme geben wollen.

Voto hat allerdings das Problem, dass in vielen Wahlkreisen nur wenige Kandidaten die Thesen beantwortet haben und daher zum Vergleich zur Verfügung stehen. Dadurch ist der Nutzen der Wahlhilfe in einigen Wahlkreisen eher beschränkt.

Wahl-O-Mat-Alternative „einfacher und attraktiver“?

Die Ergänzung zum Wahl-O-Mat vor der Niedersachsen-Wahl wird von der gemeinnützigen Organisation Voto mit Sitz in Stuttgart herausgegeben. Die Macher konzentrieren sich dabei normalerweise auf Kommunalpolitik. Durch die Personifizierung und die große Zahl der Kandidaten sei es möglich, den Überblick zu verlieren, sodass die Wahlentscheidung zur Überforderung werde – auf Kosten der Wahlbeteiligung.

Das Team hinter Voto will dagegen das Wählen „einfacher und attraktiver“ machen und zur „Verbesserung der kommunalen Demokratie“ beitragen. Bei den anderen Landtagswahlen 2022 gab es jedoch kein Angebot von Voto. Die Wahlhilfe zur Landtagswahl wurde in Kooperation mit der Madsack Mediengruppe erstellt.

Wahlhilfen wie Voto, Wahl-O-Mat und Co. geben jedoch keine Wahlempfehlung ab, sondern sollen als Orientierung und als Ausgangspunkt für eine tiefere Beschäftigung mit den Parteien und Kandidaten bei der Landtagswahl in Niedersachsen dienen. Zudem lässt sich bereits sagen, wann es erste Prognosen und Hochrechnungen zur Niedersachsen-Wahl geben wird. (Max Schäfer)

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