1. Startseite
  2. Niedersachsen
  3. Landtagswahl Niedersachsen

Das sind die Spitzenkandidaten der Niedersachsen-Wahl

Erstellt:

Von: Joshua Schößler

Kommentare

Landtagswahl Niedersachsen
Stephan Weil (l-r, SPD), Stefan Birkner (FDP), Julia Willie Hamburg und Bernd Althusmann (CDU) stehen beim Wahlforum der Hannoverschen Allgemeine Zeitung (HAZ) zusammen. © Moritz Frankenberg/dpa

Bei der Niedersachsen-Wahl am 9. Oktober wird über einen neuen Landtag entschieden. Doch welche Spitzenkandidaten treten zur Wahl an?

Hannover – Am 9. Oktober 2022 stimmen alle Bürger Niedersachsens über die Zusammensetzung ihres Landtags ab. Bei der Niedersachsen-Wahl haben sie zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird eine Partei oder ein Wählerbündnis gewählt, mit der Zweitstimme ein Direktkandidat. Doch welche Spitzenkandidaten schicken die Parteien dieses Jahr ins Rennen?

SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil will Ministerpräsident bleiben

Derzeit ist Stephan Weil von der SPD der amtierende Ministerpräsident von Niedersachsen. Der 1958 geborene Jurist tritt auch bei der diesjährigen Landtagswahl an. Geht es nach ihm, gibt es in Niedersachsen vor allem großen Investitionsbedarf. Damit meint er insbesondere Krankenhäuser, Schulen und Hochschulen. So will er beispielsweise alle Schüler Niedersachsens mit kostenlosen Leih-Tablets ausstatten. Damit möchte Weil Chancengleichheit bei der Bildung erreichen.

Außerdem will er mit der Gründung einer Landeswohnungsbaugesellschaft den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum ermöglichen. Das ist sein wichtigstes Wahlversprechen. Derzeit regiert seine Partei im Bundesland mit der CDU. Es gilt als ausgemacht, dass diese Koalition möglichst nicht fortgeführt werden soll.

NameNiedersachsen
LandeshauptstadtHannover
Einwohner8.027.031
Fläche47.709,82 km²
Bevölkerungsdichte169 Einwohner pro km²
Amtierender RegierungschefStephan Weil (SPD)

Die CDU schickt Bernd Althusmann ins Rennen der Niedersachsen-Wahl

Der 1966 geborene Bernd Althusmann machte eine Karriere in der Bundeswehr, bevor er bei der CDU in die Politik einstieg. Er stellt Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes. Die Unterrichtsversorgung an Niedersachsens Schulen müsse besser werden. Das Programm sieht etwa eine Unterrichtsgarantie und die Ausbildung von 10.000 zusätzlichen Kita-Fachkräften bis zum Jahr 2027 vor. Mittelfristig sollen auch die Vorschulen wieder eingeführt werden.

Zudem plant Bernd Althusmann, die Ministerien neu zu ordnen. Aus dem Kultusministerium soll ein Kinder- und Jugendministerium werden, das Europaministerium soll durch ein Digitalministerium ersetzt werden. Zudem soll Familien der Haus- oder Wohnungskauf erleichtert werden, indem die Grunderwerbsteuer für sie ausgesetzt und ein Baukindergeld ausgelobt wird. Ein weiterer Punkt im Wahlprogramm ist die Bekämpfung der Clan-Kriminalität.

Dafür stehen Christian Meyer und Julia Hamburg von den Grünen

Für die Grünen gehen gleich zwei Spitzenkandidaten ins Rennen. Christian Meyer ist im Jahr 1975 geboren und absolvierte vor seiner politischen Karriere ein Studium der Volkswirtschaftslehre. Julia Hamburg (geboren 1986) hingegen studierte Politikwissenschaften und Philosophie.

Sie fordern insbesondere eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. So wollen sie beispielsweise ein Klimaticket einführen, um landesweit kostengünstig Busse und Bahnen nutzen zu können. Zudem sollen 1.000 Kilometer Radwege neu gebaut werden. Genau wie Weil wollen die beiden Spitzenkandidaten den Wohnungsbau mit einer Landesgesellschaft voranbringen. 

So fordern Christian Meyer und Julia Hamburg vor allem Investitionen für das Bundesland Niedersachsen.

Stefan Birkner ist der Spitzenkandidat Niedersachsens für die FDP

Der Spitzenkandidat der FDP bei der Landtagswahl in Niedersachsen ist Stefan Birkner. Er ist 1973 geboren und arbeitete vor seiner politischen Karriere als Staatsanwalt und Richter. Er geht mit drei Themenschwerpunkten ins Rennen: Digitalisierung, Bildung und Wirtschaft. Außerdem schwebt der FDP ein „Modernisierungsfond“ vor, in dem jährlich 100 Millionen Euro Landesgelder für Projekte angelegt werden.

An den Schulen will sich die FDP dafür einsetzen, dass junge Lehrerinnen und Lehrer ein höheres Einstiegsgehalt bekommen, damit sie nicht in andere Bundesländer abwandern. Zudem wollen sich die Liberalen für eine bessere Unterrichtsversorgung einsetzen und die schulische Sozialarbeit ausbauen. Mehr Geld soll es auch für Erzieherinnen und Erzieher in Kitas geben. Der Hochschulbetrieb soll nach Ansicht der Liberalen unabhängiger werden.

Um die Digitalisierung voranzubringen, macht sich die FDP für ein eigenes Ministerium für Digitales stark. Beim Ausbau des schnellen Internets will sie bis 2025 für eine flächendeckende Glasfaseranbindung in Niedersachsen sorgen. Beim Stichwort Energieversorgung sprach sich Spitzenkandidat Birkner dafür aus, die Debatten um die Energieträger ergebnisoffen zu führen.

Das verspricht Stefan Marzischewski-Drewes von der AfD für die Niedersachsen-Wahl

Ein wichtiges Thema ist für den Arzt und Spitzenkandidaten der AfD, Stefan Marzischewski-Drewes, ist die Energie-Sicherheit. Der Spitzenkandidat ist dafür, Atomkraft- und Kohlekraftwerke weiterzunutzen, und die Energiesteuer zu senken. Zudem will er die Straßenausbau-Beiträge in Niedersachsen abschaffen, die die Kommunen teilweise erheben.

Die Inklusion an Schulen hält Marzischewski-Drewes für gescheitert. Er will die Förderschulen in Niedersachsen erhalten. Außerdem wird aus Sicht der AfD an Schulen und Kitas mit den Kindern zu viel über sexuelle Vielfalt gesprochen - es werde zunehmend verbrämte Ideologie gelehrt. Dabei sollte dort, wie er sagte, Bildung und nicht Haltung vermittelt werden. Außerdem ist die AfD gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner jetzigen Form. 

Die Linke schickt Jessica Kaußen ins Rennen

Jessica Kaußen, die 1990 geborene Spitzenkandidatin der Linken, will sich für eine Verbesserung des Schulsystems in Niedersachsen einsetzen. So sollen beispielsweise 7000 neue Lehrkräfte eingestellt und die Schulsozialarbeit gestärkt werden. Zudem fordert Jessica Kaußen bezahlbaren Wohnraum, eine bessere medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger und Maßnahmen gegen die hohen Preise. Finanziert werden soll all das, indem die Vermögenssteuer eingeführt wird. 

Ob die Spitzenkandidatin jedoch überhaupt eine Chance zur Mitbestimmung in der niedersächsischen Landespolitik bekommen wird, ist bis jetzt noch unklar. Derzeit sehen die Umfrageergebnisse für Partei und Kaußen nicht gut aus. (Joshua Schößler)

Auch interessant

Kommentare