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Vor dem Tod gerettet ‒ Löwenrudel findet in Niedersachsen neues Zuhause

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Von: Raphael Digiacomo

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Der Serengeti-Park in Hodenhagen bietet nun einem Rudel von fünf Löwen ein Zuhause. Damit wird den Raubkatzen aus der Slowakei das Leben gerettet.

Hodenhagen ‒ Auf großen Tatzen streifen der stattliche Löwe Samson und die Löwenkatzen Zafira, Thalia, Aglaya und Eufra ‒ alle fünf bis sechs Jahre alt ‒ durch das Gehege des Serengeti-Parks in Hodenhagen im Landkreis Heidekreis. Mag den Zuschauern selbstverständlich anmuten, ist es aber gar nicht. Noch vor wenigen Wochen war unklar, ob die mächtigen Raubtiere nicht eingeschläfert werden müssten.

Serengeti-Park
AktivitätTier- und Freizeitpark
SitzAm Safaripark 1, 29693 Hodenhagen
Eröffnung1974
Fläche220 Hektar
Besucher pro Jahr755.000 (2016)
Mitarbeiter150 (2015)

Grund dafür waren neue gesetzliche Bestimmungen zur Haltung von Raubtieren in der Slowakei, wo das Löwenrudel im privaten Tierpark „Resort Lipova“ untergebracht war. Die örtlichen Behörden setzten dem Resort eine vierwöchige Frist, ein neues Zuhause für die Löwen zu finden. Solle das nicht erfolgreich geschehen, müssten die Tiere eingeschläfert werden, hieß es damals.

Im Serengeti-Park in Hodenhagen leben nun fünf Löwen. In ihrem ursprünglichen Tierpark in der Slowakei durften sie aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen nicht mehr bleiben. Löwenkater Samson in seinem Zuhause in Niedersachsen.
Im Serengeti-Park in Hodenhagen leben nun fünf Löwen. In ihrem ursprünglichen Tierpark in der Slowakei durften sie aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen nicht mehr bleiben. Löwenkater Samson in seinem Zuhause in Niedersachsen. © Asta Knoth/Serengeti-Park Hodenhagen

Bedrohtes Löwenrudel findet im Serengeti-Park in Niedersachsen ein neues Zuhause

Der Inhaber und Geschäftsführer des Serengeti-Parks, Dr. Fabrizio Sepe, reagierte auf den Hilferuf des slowakischen Tierparks. „Dass diesen majestätischen Tieren die Einschläferung drohte, hat mich tief berührt. Es ist an uns Menschen, Tiere zu schützen. Für mich war es keine Frage, dass das Leben der Löwen, deren Art auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als gefährdet eingestuft ist, in jedem Fall gerettet werden muss!“, so Dr. Sepe. 

Da wir uns seit Jahrzehnten für den Erhalt bedrohter Arten engagieren, sehen wir es als unsere Pflicht, diesen einmaligen und besonderen Löwen das Leben zu schenken.

Dr. Fabrizio Sepe, Geschäftsführer des Serengeti-Parks

„Bei diesem Rudel handelt es sich um die besonders seltenen Etosha-Löwen. Nur fünf Zoologische Einrichtungen in ganz Europa halten Tiere dieser Unterart. Da wir uns seit Jahrzehnten für den Erhalt bedrohter Arten engagieren, sehen wir es als unsere Pflicht, diesen einmaligen und besonderen Löwen das Leben zu schenken.“

Löwen werden mit Spezialtransport aus der Slowakei in die Lüneburger Heide gebracht

Da der Serengeti-Park über die nötigen Platzverhältnisse verfügt, hat Dr. Sepe kurzerhand beschlossen, das Löwenrudel zu retten. Umgehend machten sich Mitarbeiter an die schwierige Aufgabe, einen kurzfristigen Transport für den Löwenkater und seine vier Weibchen zu organisieren. Am Dienstag (30.03.22) war es dann endlich so weit.

Nach einer langen Reise erreichte der Spezialtransporter mit den fünf Raubtieren an Bord die Tore des Serengeti-Parks in der Lüneburger Heide. Die gesamte Reise der Raubkatzen erfolgte mit dem Team von Crossborder Animal Service, einem international bekannten Unternehmen für Tiertransporte. Nun haben die Tiere also in Niedersachsen ein neues Zuhause gefunden.

Eine Löwin in einem Käfig im Tierpark Serengeti in Hodenhagen.
Eine Löwin in einem Käfig im Tierpark Serengeti in Hodenhagen. © Asta Knoth/Serengeti-Park Hodenhagen

Ein besonderes Erlebnis für die Serengeti-Raubtierpfleger: Die Löwen waren nach ihrer Ankunft zunächst sichtlich angestrengt und legten sich nach der ersten Erkundung ihrer neuen Umgebung schnell nieder. In ihrer ersten Nacht blieben sie laut Parkleitung jeweils einzeln in Boxen im Löwenhaus, um sich zu erholen. Im Laufe der Eingewöhnung, werden sie zuerst im Löwenhaus wieder vereint.

Gerettete Löwen gewöhnen sich an neue Umgebung ‒ Gäste können sie bald im Serengeti-Park besuchen

Die Tierpfleger sowie die Veterinärin des Parks werden das Rudel nun zunächst einige Tage beobachten, um ihre Charaktere kennenzulernen und sicherzustellen, dass es allen gut geht. „Ich bin sehr stolz auf meine Mitarbeiter, die sich in den letzten Wochen unermüdlich für die Rettung der Löwen engagiert haben!“, erklärte Parkleiter Dr. Sepe.

„Wir sind alle zutiefst erleichtert, dass diese wirklich ungewöhnliche Aktion so schnell und reibungslos verlaufen ist und die Tiere wohlbehalten bei uns sind. Wir freuen uns, diesen wunderschönen Tieren nun in einer artgerechten Haltung ein neues und sicheres Zuhause geben zu können!“

Ein Tierpfleger des Serengeti-Parks in Hodenhagen füttert eine Löwin durch den Käfigzaun.
Ein Tierpfleger des Serengeti-Parks in Hodenhagen füttert eine Löwin durch den Käfigzaun. © Asta Knoth/Serengeti-Park Hodenhagen

Sollte alles weiterhin so gut klappt wie bisher, wird das neue Löwenrudel bereits in wenigen Tagen im Vorgehege für Gäste bei der Fahrt durch den Park zu sehen sein. (Raphael Digiacomo)

Im Frühling 2019 kam es zu einem Vorfall im Serengeti-Park. Damals griff ein Löwe einen Pfleger an. Anfang April 2022 öffnen zwei große Freizeitparks in Niedersachsen wieder ihre Tore, darunter auch der Serengeti-Park in Hodenhagen.

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