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Gequälte Discounter-Hühner: Neue Vorwürfe gegen Lidl

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Von: Raphael Digiacomo

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Filmaufnahmen zeigen das grauenhafte Leid von Hühnern in Mastbetrieben. Diese produzieren Hühnerfleisch für die Discounterkette Lidl.

Update vom Freitag, 18. November, 17.33 Uhr: Osnabrück/Neckarsulm – Der Skandal um schwere Tierschutz-Verstöße bei Lidl-Zulieferern weitet sich aus. Schockierende Filmaufnahmen belegen nun auch grausame Umstände in den Betrieben des andalusischen Hühnermaststalls Sada.

Wie die „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“ am Dienstag (15.11.2022) mitteilte, seien die Aufnahmen 2021 entstanden. Die Tierschutzorganisation forderte den in Neckarsulm ansässigen Lidl-Kaufland-Konzern auf, seine Tierschutzstandards in der Hühnermast europaweit anzuheben.

Tierquälerei in der Hühnermast: Skandal um schwere Tierschutz-Verstöße bei Lidl-Zulieferern weitet sich aus

Skandal um schwere Tierschutz-Verstöße bei Lidl-Zulieferern.
Der Skandal um schwere Tierschutz-Verstöße bei Lidl-Zulieferern weitet sich aus. Nun ist der andalusische Hühnermaststall Sada betroffen. (Symbolbild) © Viktor CapI/imago

Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Arbeiter des Betriebs Tiere brutal töten, treten, werfen und in Transportkäfige stopfen. „Die Behandlung der Tiere verstößt sowohl gegen spanisches als auch gegen EU-Recht“, sagte eine Sprecherin der Schweitzer-Stiftung auf epd-Anfrage.

Spanische Tierschützer hätten den Fall daher zur Anzeige gebracht. Das Hühnerfleisch von Sada wird nach Kenntnis der Stiftung nicht in Deutschland verkauft.

Das Leiden des Discounter-Huhns: Schockierende Filmaufnahmen aus Lidl-Mastbetrieb

Filmaufnahmen zeigen das grauenhafte Leid von Hühnern in einem Mastbetrieb im Emsland.
Fleischskandal bei Lidl: Filmaufnahmen zeigen das grauenhafte Leid von Hühnern in einem Mastbetrieb im Emsland, der Fleisch für den Lebensmittel-Discounter produziert. © Albert-Schweitzer-Stiftung/Equalia

Erstmeldung vom 29.10.2022: Oldenburg/Emsland – Kranke und sogar sterbende Hühner, verweste Tierreste, erschreckende Zustände im Stall: Wegen erheblichen Verstößen gegen den Tierschutz hat die spanische Tierschutzorganisation Equalia Anzeige gegen einen Hühnermastbetrieb im Emsland in Niedersachsen erstattet.

Dies bestätigte die Partnerorganisation „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“ am Dienstagabend (25.10.2022) auf Anfrage. Den Angaben zufolge produziert der Betrieb Hühnerfleisch für den europaweit agierenden Lebensmittel-Discounter Lidl. Die britische Zeitung „The Times“ hatte zuerst über den Fall berichtet.

Kranke, sterbende und verweste Hühner: Schockierende Filmaufnahmen aus Lidl-Mastbetrieb

Der Anzeige liegen Undercover-Filmaufnahmen aus dem Maststall zugrunde, welche die Albert-Schweitzer-Stiftung veröffentlichte. Die Bilder sollen der Tierschutzorganisation zufolge im Sommer 2022 entstanden sein. Sie zeigen Hühner mit kahlen Stellen im Gefieder, die sich kaum auf ihren Beinen halten können. Zu sehen sind außerdem kranke, sterbende, tote und verweste Tiere.

Der Betreiber des Mastbetriebs war bis Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Unterdessen teilte der Discounter-Riese Lidl auf Anfrage mit, dass der Konzern den Vorwürfen nachgehen wolle. „Lidl spricht sich in aller Deutlichkeit gegen Tierquälerei aus“, sagte eine Sprecherin.

Hühnerfleisch für Lidl: Skandalöse Zustände in der konventionellen Tierhaltung

Fleischskandal bei Lidl
Aufgrund ihres angezüchteten Extrem-Wachstums können sich Masthühner oft nur schwer auf den Beinen halten. Ihre Knochen und Organe sind dafür nicht ausgelegt. © Albert-Schweitzer-Stiftung

Der Discounter habe den Zulieferer um eine Stellungnahme gebeten und umgehend „eine unabhängige Prüfung durch externe Sachverständige“ veranlasst. Aus Sicht der Albert-Schweitzer-Stiftung sind die dokumentierten Missstände Ausdruck eines Systemversagens. Die Tiere seien auf schnelles Wachstum hin gezüchtet, kommentierten die Tierschützer die Aufnahmen.

Skandalösen Zustände sind Normalität in der konventionellen Tierhaltung. Es ist einkalkuliert, dass fünf Prozent der Tiere vor der Schlachtung sterben.

Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

Knochen und Organe der Vögel seien daher überlastet. Zudem würden Mitarbeiter in den riesigen Ställen offenbar tote Tiere übersehen. „Solche skandalösen Zustände sind Normalität in der konventionellen Tierhaltung. Es ist einkalkuliert, dass rund fünf Prozent der Tiere schon vor der Schlachtung sterben“, kritisierte die Stiftung. (rdg, mit epd)

Die Tierschutzorganisation Peta hat einen Oldenburger Konzern wegen unzulässigen Mast-Bedingungen von Puten angezeigt. Eine Sommerwelle der Geflügelpest bedroht Tierbestände in Niedersachsen.

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