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LNG-Terminals in der Kritik: Naturschutzverbände fürchten starke Eingriffe in die Natur

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Von: Felix Busjaeger

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Erster Rammschlag für geplanten LNG-Terminal-Anleger
Am zukünftigen Anleger für den Flüssiggasimport für Deutschland. In Niedersachsen sorgen die Arbeit inzwischen für viel Kritik bei Naturschützern (Archivbild). © Sina Schuldt/dpa

LNG-Terminals sind Deutschlands Hoffnung in der Gaskrise. Doch der Bau in Niedersachsen sorgt für Kritik. Naturschützer sind um die Artenvielfalt besorgt.

Hannover – Auf den geplanten LNG-Terminals in Niedersachsen ruhen ein Teil der Hoffnungen der Politik: Inmitten der Gaskrise in Deutschland soll Flüssigerdgas die Energieversorgung des Landes sichern. Innerhalb von Monaten wurden Baupläne entwickelt, erste Arbeiten durchgeführt und erst im Nachgang das Vorhaben der Öffentlichkeit präsentiert.

Das sorgt jetzt für Kritik: Umweltverbände gehen gegen das geplante Terminal für Flüssigerdgas in Wilhelmshaven auf die Barrikaden. Grund des Anstoßes sind mögliche Eingriffe in geschützte Lebensräume, die die Artenvielfalt bedrohen könnten. Das berichtet kreiszeitung.de.

LNG-Terminal in Wilhelmshaven in Niedersachsen: Naturschützer in Sorge um geschützte Lebensräume von Tieren

Die Sicherung der Energieversorgung dürfe nicht zulasten geschützter Lebensräume, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, die am Montag verbreitet wurde. „Der Bau des Terminals erfolgt mitten im Weltnaturerbe Wattenmeer und damit in einem der wichtigsten und sensibelsten Ökosysteme der Welt, welches ohnehin schon stark belastet wird“, sagte der stellvertretende BUND-Landesvorsitzende Michael Rode.

Um den Eingriff in die Natur zu kompensieren, sollen anderswo Ausgleichsflächen geschaffen werden. Derzeit sei jedoch unklar, wann und wie sich dieses Vorhaben umsetzen lasse, so die Kritik der Umweltverbände. Weitere Kritik: Mit den geplanten Rammarbeiten würden immense Schallemissionen einher einhergehen, die Tiere beeinträchtigen könnten.

Kritik an geplanten LNG-Terminals: Arbeiten sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden

Die Kritik gegen die geplanten LNG-Terminals richtet sich nicht nur gegen den Standort Wilhelmshaven. Auch in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein sehen die Naturschützer zahlreiche Probleme. Um im Landkreis Dithmarschen das Flüssigerdgas ins Netz einspeisen zu können, wird eine Pipeline benötigt. Gegner beklagen die kurzen Fristen, um Einwände einzureichen. Die Arbeiten in Niedersachsen sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Gegen den LNG-Bau in Wilhelmshaven können Bürger seit einigen Wochen ihre Bedenken vortragen.

Der kalkulierte Betriebsstart des LNG-Terminals in Niedersachsen soll Ende Dezember erfolgen. Auch Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) rechnet mit einem Start des LNG-Terminals zum Jahreswechsel. Landesenergieminister Olaf Lies (SPD) hatte bereits die Hoffnung auf ein zweites LNG-Terminal in Wilhelmshaven geäußert.

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