1. Startseite
  2. Niedersachsen

Steile Karrieren – steile Abstürze: Niedersachsens Ex-Regierungschefs im Überblick

Erstellt:

Kommentare

Vier große Gesichter Niedersachsens: (von links) Gerhard Schröder (SPD), Stephan Weil (SPD), Gerhard Glogowski (SPD) und Christian Wulff (CDU) im November 2021 bei der Feier der Gründung des Landes Niedersachsen vor 75 Jahren.
Vier große Gesichter Niedersachsens: (von links) Gerhard Schröder (SPD), Stephan Weil (SPD), Gerhard Glogowski (SPD) und Christian Wulff (CDU) im November 2021 bei der Feier der Gründung des Landes Niedersachsen vor 75 Jahren. © Julian Stratenschulte/dpa

Bei der Landtagswahl am Sonntag wird sich entscheiden, wer Niedersachsens Ministerpräsident wird. Die ehemaligen Ministerpräsidenten im Überblick:

Hannover – Seit fast zehn Jahren ist Stephan Weil bereits niedersächsischer Ministerpräsident. Bei der Landtagswahl am Sonntag wird sich entscheiden, ob für den SPD-Politiker noch eine dritte Amtszeit hinzukommt oder ob CDU-Kandidat Bernd Althusmann erstmals die Staatskanzlei übernimmt.

Dort waren seit 1990 mehrere Regierungschefs der SPD und der CDU tätig, für die sich der Posten als Landesvater als Sprungbrett für höhere Aufgaben entpuppte. Die fünf noch lebenden Ex-Ministerpräsidenten des Landes im Überblick:

Gerhard Schröder (SPD, 1990-1998): Als Schröder Ministerpräsident wurde, war der Schatten seines Vorgängers Ernst Albrecht (CDU) groß – bis heute war niemand länger, knapp 15 Jahre, im Land Regierungschef als der Vater von Ursula von der Leyen. Schröder hingegen verließ Niedersachsen nach acht Jahren in Richtung Bund, wo er als Bundeskanzler ebenfalls einen Rekordhalter ablöste, Helmut Kohl (CDU). Seither macht Schröder wegen seines fragwürdigen Engagements für russische Energiekonzerne Schlagzeilen.

Gerhard Glogowski (SPD, 1998-1999): In den Landesregierungen unter Schröder war Glogowski stets Innenminister und Stellvertreter des Ministerpräsidenten. Regierungschef blieb er aber nur für kurze Zeit: Rund ein Jahr nach Amtsübernahme trat er nach Vorwürfen wegen finanzieller Begünstigungen durch Unternehmen zurück. Heute ist der 79-Jährige Teil einer „Ampelfamilie“: Er selbst ist SPD-Mitglied, sein Sohn ist für die Grünen in der Kommunalpolitik aktiv und dessen Frau sitzt für die FDP im Bundestag.

Sigmar Gabriel (SPD, 1999-2003): Auch Gabriels Zeit in der Staatskanzlei war eher kurz. Dafür prägte er die Bundespolitik über viele Jahre: erst als Umweltminister (2005 bis 2009), dann als Wirtschaftsminister (2013 bis 2017) und Außenminister (2017 bis 2018). Wie bei Schröder gab es auch an Gabriel Kritik vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs. Mit Blick auf die Gas-Pipeline Nord Stream 2 räumte der heute 63-Jährige es als Fehler ein, bei den Einwänden nicht auf die Osteuropäer gehört zu haben.

Christian Wulff (CDU 2003-2010): Bei den Landtagswahlen 1994 und 1998 hatte Wulff noch das Nachsehen, erst im dritten Anlauf wurde er Ministerpräsident und blieb es sieben Jahre lang. 2010 wurde er als Kandidat von CDU/CSU und FDP im Alter von 51 Jahren zum jüngsten Bundespräsidenten gewählt, nach nur 19 Monaten musste er aus Schloss Bellevue ausziehen. Nach Vorwürfen der Vorteilsnahme trat er zurück. Das Landgericht Hannover sprach Wulff 2014 von allen Vorwürfen frei. Mittlerweile vertritt der heute 63-Jährige Deutschland regelmäßig im Ausland.

David McAllister (CDU, 2010 bis 2013): Der Deutsch-Brite McAllister war der erste CDU-Kandidat, der gegen den aktuellen Ministerpräsidenten Stephan Weil antrat. Zwar wurde die CDU bei der Landtagswahl 2013 auch stärkste Kraft. Allerdings hatte Rot-Grün eine Mehrheit von einer Stimme, sodass Weil damals McAllisters Platz in der Staatskanzlei übernahm. CDU-Landeschef blieb er noch bis Ende 2016, als Bernd Althusmann zum Nachfolger gewählt wurde. Seit 2014 sitzt der heute 51-jährige McAllister im EU-Parlament, ist seit 2017 Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten. dpa/lni/tko

Auch interessant

Kommentare