2G-Regel im Einzelahndel gekippt

Corona in Niedersachsen: Warnstufe 2 tritt in Kraft – Welche Regeln ab heute gelten

Ab Freitag (17.12.2021) gilt in Niedersachsen die zweite Corona-Warnstufe und damit die 2G-Plus-Regel. Ein Gericht hat 2G für den Einzelhandel jedoch gekippt.

Update vom Freitag, 17.12.2021, 06.34 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat die erst kürzlich eingeführte 2G-Regel im Einzelhandel in Niedersachsen am Donnerstag (16.12.2021) gekippt. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Das Gericht begründet die Entscheidung damit, dass die Corona-Maßnahme zur weiteren Eindämmung der Pandemie nicht notwendig und auch nicht mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz vereinbar sei.

Seit Montag (13.12.2021) durften in Niedersachsen Ungeimpfte ausschließlich in Geschäften des täglichen Bedarfs, wie Apotheken, Supermärkten und Drogerien, einkaufen. Der 13. Senat des Gerichts entschied nun, diese Regelung vorläufig außer Kraft zu setzen. Ein Einzelhandels-Unternehmen hatte zudem gegen die 2G-Regel geklagt. Der Handelsverband hatte die Maßnahme bereits im Vorfeld scharf kritisiert und beteuerte, dass das Weihnachtsgeschäft in den Innenstädten zum Erliegen kommen könnte.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)

Corona in Niedersachsen: 2G-Plus-Regel gilt ab Freitag

Erstmeldung vom Donnerstag, 16.12.2021, 12.41 Uhr: Hannover – Bis jetzt betrifft es noch nicht alle Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen, doch aufgrund der Lage in den Krankenhäusern greift ab Freitag, 17. Dezember 2021, landesweit die Warnstufe 2 der niedersächsischen Corona-Verordnung*. Somit greift nun im gesamten Land Niedersachsen die 2G Plus-Regel*. Über die Weihnachtsfeiertage und Silvester gilt in Niedersachsen sogar die Warnstufe 3*, für die sogenannte Weihnachtsruhe*. Konkret gilt dies neu für den Heidekreis und für die Stadt Wilhelmshaven. In allen anderen Bereichen bleibt es bis zum Beginn der Weihnachtsruhe bei den bisherigen Regelungen.

Ausgenommen von der 2G Plus-Regel sind in Niedersachsen* hiervon Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte oder Drogerien. Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg greift die Regel ebenfalls nicht wie vorgesehen bei Frisören*. Somit dürfen auch Ungeimpfte weiterhin körpernahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Das gab das Gesundheitsministerium in Hannover* bekannt.

Weil die Krankenhäuser immer voller werden mit Covid-19-Patienten und immer mehr Menschen sterben, gilt die 2G-Plus-Regel nun in der Warnstufe 2 in jedem Landkreis und kreisfreien Stadt in Niedersachsen. Jedoch nach einem aktuellen Gerichtsurteil nicht im Einzelhandel. (Symbolbild)

Corona in Niedersachsen: Situation in Krankenhäusern und auf Intensivstationen eskaliert zunehmend

Das Ausrufen der Warnstufe 2 für das komplette Bundesland begründet die Politik* wie folgt, da am Mittwoch, 15. Dezember 2021, sowohl der Leitindikator „Hospitalisierung“ als auch der Indikator „Intensivbettenauslastung“ den fünften Tag in Folge über dem in der Verordnung festgelegten Schwellenwert lag. Am Mittwoch betrug der Wert des Leitindikators Hospitalisierung 6,4 (Schwellenwert zur Warnstufe 2: 6,0). Damit wird angegeben, wie viele Personen innerhalb einer Woche mit einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert wird, heruntergerechnet auf 100.000 Einwohner.

Außerdem sind aktuell 10,5 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt (Schwellenwert zur Warnstufe 2: 10 Prozent). Die aktuellen Zahlen für Donnerstag, 16. Dezember 2021, gibt die Landesregierung im Laufe des Vormittages bekannt.

Die 7-Tage-Inzidenz, mit der die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hochgerechnet auf 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen angegeben wird, stieg am Donnerstag nach einigen Tagen der Entspannung wieder leicht an in Niedersachsen. Sie liegt aktuell bei 179,2 (Vortag: 178,6), mit 3308 neuen Covid-19-Infektionen gibt es allerdings wesentlich mehr Neuinfektionen als noch am Mittwoch (2684). Im Zusammenhang dem Coronavirus wurden den Behörden am Donnerstagmorgen 17 neue Todesfälle (Vortag: 22) gemeldet.

Corona in Niedersachsen: Omikron könnte ab Januar die dominierende Variante in Niedersachsen sein

Die Zahlen, auch wenn sie nur leicht gestiegen sind, lassen bereits die Alarmglocken schrillen, denn auch in Deutschland ist nach Meinung der Experten die Variante Omikron* des Coronavirus auf dem Vormarsch. So könnte Omikron bereits im Januar die dominierende Variante des Coronavirus sein* und damit die Delta-Variante komplett ablösen. Da die in Südafrika entdeckte Variante ansteckender als Delta sein soll, rückt aktuell der Fokus wieder auf die Impfkampagne, die zum neuen Jahr hin in Stocken zu geraten droht.

Denn nach einer Inventur durch den neuen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)* steht inzwischen fest, dass für das erste Quartal nicht ausreichend Impfstoff vorhanden* ist. In einer eiligen Aktion versucht nun das Bundesgesundheitsministerium hier eine Lösung zu finden und will Impfstoff nachkaufen*. Denn gegen einen schweren Verlauf bei Omikron scheint man nur geschützt zu sein, wenn man eine sogenannte Booster-Impfung – also eine Drittimpfung beziehungsweise Auffrischungsimpfung – erhalten hat. Die Länder Niedersachsen und Bremen hatten bereits Ende November mit Impfstoffmangel* zu kämpfen.

Aktuell sind in Niedersachsen 25,2 Prozent der Bevölkerung geboostert und damit gegen einen schweren Verlauf mit der Omikron-Variante geschützt. Eine zweite Impfung gegen das Coronavirus haben in Niedersachsen bis Donnerstag, 16. Dezember 2021, bereits 71,3 Prozent erhalten, die erste Impfung gegen eine Infektion mit Covid-19 haben bereits 74,6 Prozent erhalten. * kreiszeitung.de, merkur.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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