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Kochsalz statt Corona-Impfstoff: 38-Jährige vor Gericht

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Von: Fabian Raddatz

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Corona-Impfung
Eine Krankenschwester soll im Kreis Friesland Spritzen mit Kochsalzlösung statt mit Impfstoff aufgezogen haben.  © Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild

Sie soll Kochsalz statt eines Corona-Impfstoffs gespritzt haben: Eine 38-Jährige muss sich ab Mittwoch vor Gericht wegen Körperverletzung verantworten.

Oldenburg – Im Fall mutmaßlicher Impfungen mit Kochsalzlösung am früheren Corona-Impfzentrum im niedersächsischen Schortens (Landkreis Friesland) muss sich ab Mittwoch (09:00 Uhr) eine ehemalige Beschäftigte vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der 38-Jährigen Körperverletzung in 15 Fällen vor, wie das Landgericht mitteilte.

Die damalige Krankenschwester soll im April vergangenen Jahres 15 Spritzen entweder nur mit Kochsalzlösung aufgezogen oder den Covid-Impfstoff so stark mit Kochsalzlösung verdünnt haben, dass dieser nicht mehr wirkte. Zum Prozessauftakt sollen nach der Anklageverlesung drei Zeugen angehört werden, wie ein Gerichtssprecher sagte. Das berichtet kreiszeitung.de.

Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff gespritzt: Frau soll Impf-Gegnerin sein

Die von der Mitarbeiterin aufgezogenen Spritzen wurden von anderen Beschäftigten verwendet, die nichts von dem Handeln der Angeklagten wussten. 15 Menschen sollen in der Folge Spritzen ohne wirksamen Covid-Impfstoff bekommen haben. Hintergrund für die mutmaßlichen Taten der Frau war laut Staatsanwaltschaft ihre kritische Haltung gegenüber den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Der Vorwurf der Körperverletzung ergibt sich aus dem Umstand, dass die Betroffenen dem Einstich mit einer Injektionsnadel für eine Corona-Schutzimpfung zugestimmt hatten. Eine Einwilligung für einen unwirksamen Stoff gab es nicht.

Die Frau hatte gegenüber den Ermittlern zugegeben, sechs Spritzen für Impfungen überwiegend mit Kochsalzlösung gefüllt zu haben. Als Grund dafür gab sie an, ihr sei beim Anmischen ein Fläschchen mit Impfstoff runtergefallen. Dies habe sie vertuschen wollen. Die Polizei teilte später aber mit, dass nach Zeugenaussagen nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Frau noch mehr Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen hatte. Nach Bekanntwerden der Beschuldigungen hatte der Landrat ein Vier-Augen-Prinzip vorgegeben, so dass stets zwei Mitarbeiter beim Aufziehen der Spritzen beteiligt waren.

Da nicht mehr nachvollzogen werden konnte, wer möglicherweise Corona-Impfungen mit unwirksamem Wirkstoff erhielt, riefen die Behörden mehr als 10.000 potenziell Betroffene als Vorsichtsmaßnahme zu einer damals dritten oder gar vierten Impfung auf. Rund 8000 Personen erhielten nach früheren Angaben des Landkreises Nachholimpfungen über ein Impfzentrum. Auch Entschädigungs-Zahlungen wurden geleistet.

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