1. Startseite
  2. Niedersachsen

Sturm in Niedersachsen sorgt für Bahn-Chaos - Mann stirbt in seinem Wagen

Erstellt:

Von: Diana Rissmann

Kommentare

Ein durch den Sturm umgestürzter Baum liegt auf einem Pkw. Der 37-jährige Fahrer wurde dabei tödlich verletzt.
Ein durch den Sturm umgestürzter Baum liegt auf einem Pkw. Der 37-jährige Fahrer wurde dabei tödlich verletzt. © Philipp Schulze/dpa

Das Orkantief „Ylenia“ sorgt in Niedersachsen für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehren. Chaos im Nah- und Fernverkehr.

+++ 15.31 Uhr:  Das Sturmtief „Ylenia“ hat in Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein die Fahrpläne des Nah- und Fernverkehrs gehörig durcheinandergebracht. Es sei im gesamten Norden zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen gekommen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Donnerstag. Dabei sei im Regionalverkehr hauptsächlich Niedersachsen betroffen gewesen. Aber auch im übrigen Norden standen Züge oft still. Im Fernverkehr im Norden ging laut Bahn auch am Nachmittag noch immer nichts.

In den meisten Fällen waren auf die Gleise oder in Oberleitungen gestürzte Äste und Bäume der Grund für die Ausfälle und Verspätungen. Auch umherfliegende Planen oder ähnliche Gegenstände, die Oberleitungen trafen, sorgten für Wartezeiten und Ausfälle. Sturm alleine sei bei freier Strecke noch kein Grund dafür, Züge nicht fahren zu lassen, erläuterte die Sprecherin weiter. Das spiele lediglich im Winter wegen umherwehender Eisbrocken eine Rolle.

In Schleswig-Holstein waren am frühen Nachmittag bereits fast alle Regionalstrecken wieder in Betrieb, so die Sprecherin weiter. „Es läuft wieder ganz gut, aber noch nicht ganz rund.“ Nach Westerland fuhren die Züge zunächst nicht ab Hamburg, sondern erst ab Itzehoe.

Sturm verursacht Chaos im Nah- und Fernverkehr in Niedersachsen

Auch die Regionalbahnen Metronom, Enno und Erixx standen wegen des Sturms still. Sie sollten frühestens am Freitag wieder fahren, so die Unternehmensangaben. „Leider lässt sich aktuell nicht absehen, ab wann die Strecken von der DB Netz AG wieder freigegeben werden. Da unsere Züge bei dieser Wetterlage zudem nur bei Tageslicht fahren können, haben wir uns entschieden, den Zugverkehr heute nicht wieder aufzunehmen“, hieß es weiter. Eine Grundversorgung mit Bussen werde aber sichergestellt.

Zudem waren in Hamburg zahlreiche Züge, S-Bahnen und U-Bahnen ausgefallen. In einigen Bereichen waren Bäume auf die Gleise gestürzt. In der Regel wurde ein Schienenersatzverkehr auf den betroffenen Strecken eingesetzt, wie Hochbahn und Deutsche Bahn mitteilten. Auch drosselten die U-Bahnen auf den oberirdischen Strecken vorsichtshalber ihre Geschwindigkeiten.

Sturm in Niedersachsen: „Ylenia“ fegt mit bis zu 160 km/h über das Land - Todesopfer gemeldet

+++ 13.01 Uhr: Sturmtief „Ylenia“ fordert ein erstes Todesopfer. Ein 37 Jahre alter Mann ist in seinem Auto Opfer des Orkantiefs geworden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Demnach war der Mann am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr auf der L252 zwischen Bad Bevensen und Seedorf in Niedersachsen unterwegs, als ein Baum auf sein Auto stürzte und ihn erschlug. Wie ein Sprecher der Feuerwehr der dpa bestätigte, war der Fahrer sofort tot. Für die Dauer der Bergungsarbeiten wurde die Landstraße gesperrt.

Update vom Donnerstag, 17.02.2022, 12.45 Uhr: Sturmtief „Ylenia“ hat in Niedersachsen Orkanstärke erreicht, das berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstagmorgen. Laut vorläufigen Werten wurde an einer Wetterstation auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog in der Spitze eine Orkanböe mit der Windgeschwindigkeit von 125 Kilometern pro Stunde gemessen - das entspricht der Windstärke 12. Auf dem Brocken im Harz waren in der Nacht in der Spitze nach vorläufigen Daten Windgeschwindigkeiten von bis zu 156 Kilometern pro Stunde gemessen worden, berichtet ein DWD-Sprecher. Der Wert sei demnach um kurz nach Mitternacht gemessen worden.

In vielen Regionen im Nordwesten wurden den Angaben zufolge orkanartige Böen der Stärke 11 registriert - etwa in Bückeburg im Landkreis Schaumburg (115 km/h), in Bremen (112 km/h) und in Cuxhaven (108 km/h), berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Den Höhepunkt sollte der Orkan in Niedersachsen im Laufe des Vormittags erreichen, sagte eine DWD-Sprecherin in Hamburg. Bis in die Mittagsstunden sei noch mit höheren Windgeschwindigkeiten zu rechnen.

Sturm in Niedersachsen: Nächstes Orkantief angekündigt

Nachdem Orkantief „Ylenia“ bis zum Donnerstagabend abgezogen sein soll, bleibt den Menschen in Niedersachsen und Bremen kaum Zeit zum Verschnaufen. „Es zieht noch ein Orkan auf“, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hamburg am Donnerstag. Orkantief „Zeynep“ könnte demnach in Teilen noch stärkere Orkanböen bringen als „Ylenia“. Vor allem der Norden Deutschlands soll von dem neuen Sturm demnach betroffen sein.

Ab dem Freitagnachmittag soll der Wind im Nordwesten erneut spürbar auffrischen und dann seinen Höhepunkt am Freitagabend und in der ersten Nachthälte zum Samstag erreichen. Insbesondere auf den Ostfriesischen Inseln und an exponierten Lagen seien dann extreme Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 Stundenkilometern zu erwarten, sagte die DWD-Meteorologin.

Für das Binnenland rechnet der Wetterdienst erneut mit orkanartigen Böen und Orkanböen der Stärke 11 und 12. Entsprechende Unwetterwarnungen sollten im Lauf des Freitags veröffentlicht werden.

Unwetter in Niedersachsen sorgt für Chaos auf den Straßen – Zugverkehr stark beeinträchtigt

Erstmeldung vom Donnerstag, 17.02.2022, 8.08 Uhr: Hannover/Bremen – Das Orkantief „Ylenia“ hat Niedersachsen und Bremen erreicht und vielerorts für Schäden gesorgt. Feuerwehren waren vor allem im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und abgedeckte Dächer zu sichern. Angaben über Verletzte gab es zunächst nicht. An der Nordseeküste sorgte der Sturm laut den Behörden für höhere Wasserstände, eine Sturmflut blieb aber aus.

Die Deutsche Bahn stellte den Fernverkehr in Niedersachsen und Bremen ein. Die Einschränkungen dauern voraussichtlich bis zum Mittag an, wie ein Sprecher der Bahn am Donnerstagmorgen (17.02.2022) mitteilte. Überhaupt ist der Zugverkehr in Niedersachsen stark beeinträchtigt. Bis auf Weiteres fallen die Nahverkehrszüge von Enno, Metronom und Erixx aus, wie es am Donnerstagmorgen (17.02.2022) in einer Mitteilung hieß. Die Strecken seien aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Auch die NordWestBahn teilte am frühen Morgen mit, ihren gesamten Zugverkehr aufgrund der Wetterlage bis auf Weiteres eingestellt zu haben. Der Zugverkehr werde laut Mitteilung voraussichtlich gegen Mittag wieder aufgenommen.

Sturm in Niedersachsen: Unzählige Einsätze für Feuerwehr und Polizei am Donnerstagmorgen

Bei den meisten Alarmierungen in der Nacht zum Donnerstag ging es zunächst um umgestürzte oder vom Umstürzen bedrohte Bäume, wie die zuständigen Leitstellen berichteten. Wie die Kreisfeuerwehr Northeim mitteilte, ist auch der gesamte Kreis Northeim von dem schweren Unwetter betroffen. Die Arle sei in Solingen zwischenzeitlich über die Ufer getreten. Dachziegeln seien an zahlreichen Stellen heruntergestürzt. Eine umgestürzte und zerstörte Ampelanlage zwischen Oldenrode und Ildehausen musste von der B248 geräumt werden.

Auf der Bundesstraße 70 bei Westoverledingen (Landkreis Leer) konnte ein Lkw-Fahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in einen umgestürzten Baum hinein. Der Mann sei nicht verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Polizei in Oldenburg meldete bis zum Donnerstagmorgen 114 Einsätze wegen des Sturms, darunter acht Verkehrsunfälle in Folge des Unwetters.

Auch die Polizei in Lüneburg meldete in Folge des Sturms vier leichte Verkehrsunfälle. Es wurde aber niemand verletzt. Die Polizei in Osnabrück registrierte rund 130 sturmbedingte Einsätze. In Emlichheim (Grafschaft Bentheim) war ein Mensch nach Angaben der Polizei bereits am frühen Mittwochabend leicht verletzt worden, als bei einem Unfall ein Anhänger wegwehte.

Unwetter in Niedersachsen: 156 km/h am Brocken, Hochwasser an der Küste

Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vor orkanartigen Böen und Orkanböen in Niedersachsen und Bremen. Das entspricht der Windstärke 11 und 12 – entsprechende Unwetterwarnungen gelten noch bis zum Donnerstagabend. Auf dem Brocken im Harz waren in der Nacht in der Spitze nach vorläufigen Daten Windgeschwindigkeiten von bis zu 156 Stundenkilometern gemessen worden. Der Wert sei kurz nach Mitternacht gemessen worden, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

An der Küste sorgte Orkantief „Ylenia“ für höhere Wasserstände beim Nachthochwasser – allerdings erreichten die Pegel wie vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg erwartet an der niedersächsischen Nordseeküste nicht die Grenze zur Sturmflut. Auf Norderney stieg das Wasser demnach auf 1,01 Meter über dem mittleren Hochwasser. In Emden wurden Werte von 1,15 Metern erreicht, in Wilhelmshaven von 1,09 und in Cuxhaven von 1,35 Metern. Vor Borkum lief das Wasser um etwa 84 Zentimeter höher auf. An der Nordseeküste spricht das BSH ab 1,5 Meter über dem mittleren Hochwasser von einer Sturmflut. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

Sturm in Niedersachsen: Fähren stellen Betrieb ein

Andernorts in Norddeutschland wurde die Grenzwerte zur Sturmflut überschritten – etwa am Hamburger Fischmarkt, der am frühen Donnerstagmorgen überflutet wurde. Dort wurde ein Wasserstand von 1,98 Meter über dem mittleren Hochwasser gemessen. Auch für das Mittags- beziehungsweise Nachmittagshochwasser am Donnerstag warnte das BSH vor erhöhten Wasserständen. An der ostfriesischen Küste könnte das Hochwasser etwa 1 Meter höher als normal auflaufen.

Wegen der erhöhten Wasserstände haben bereits viele Fährbetriebe an der Küste den Fährverkehr zu den meisten der Ostfriesischen Inseln abgesagt. Etwa fahren am Donnerstag keine Fähren von und zu den Inseln Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge.

Schülerinnen und Schüler müssen wegen des Orkantiefs in vielen Teilen Niedersachsens am Donnerstag nicht in die Schule gehen. Der Präsenzunterricht fällt an vielen allgemein- und berufsbildenden Schulen aus, wie aus Mitteilungen von Kommunen und der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen am Donnerstag hervorgeht. Auch die Schulbeförderung wird demnach witterungsbedingt vielerorts ausgesetzt. Die Entscheidung, ob Unterricht möglich ist oder nicht, treffen die Kreise und kreisfreien Städte, wie das Kultusministerium bereits am Mittwoch in Hannover mitteilte. (dir mit dpa)

Auch interessant

Kommentare