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Niedersachsen Heimbewohner müssen im Schnitt 2193 Euro zuzahlen

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Pflege im Heim wird teurer: Blick durch den Griff eines Bettaufrichters in ein Heimzimmer. Bewohnerinnen zahlten stetig mehr Eigenanteil.
Pflege im Heim wird teurer: Blick durch den Griff eines Bettaufrichters in ein Heimzimmer. Bewohnerinnen zahlten stetig mehr Eigenanteil. © Angelika Warmuth/DPA

Die Pflege im Heim wird teurer und teurer. Selbst zu zahlende Anteile für Pflegebedürftige und ihre Familien sind trotz neuer Entlastungszuschläge deutlich gestiegen.

Berlin/Wiesbaden – Auch in Niedersachsen müssen Pflegebedürftige in Heimen deutlich mehr aus eigener Tasche zuzahlen. Im Schnitt waren es zum Stichtag 1. Januar 2193 Euro im ersten Jahr im Heim. Das sind trotz neuer Entlastungszuschläge 381 Euro mehr als noch ein Jahr zuvor.

Die Entlastungszuschläge steigen mit längerem Heimaufenthalt und dämpfen die Kostenzuwächse dann jeweils stärker. Auch mit dem höchsten Zuschlag, den es ab dem vierten Jahr im Heim gibt, stieg die Zuzahlung in Niedersachsen auf nun 1549 Euro pro Monat. Das waren 381 Euro mehr als zum 1. Januar 2022. Ohne Zuschläge wären es im Schnitt für pflegebedürftige Heimbewohner in Hessen inzwischen 2391 Euro Eigenbeteiligung, 269 Euro mehr als zum 1. Januar 2022.

700.000 Pflegebedürftige in Deutschland

Insgesamt bekamen in Deutschland knapp 700.000 Pflegebedürftige Entlastungszuschläge, wie das Bundesgesundheitsministerium für den Schnitt der ersten drei Quartale 2022 mitteilte. Davon erhielten 41,8 Prozent den höchsten Zuschlag ab dem vierten Jahr im Heim – und 25,4 Prozent den niedrigsten, da sie noch im ersten Heimjahr waren.

Bundesweit lag der Betrag des Eigenanteils zu Jahresbeginn durchschnittlich bei 2411 Euro pro Monat – 278 Euro mehr als Anfang 2022. Hintergrund dafür sind nach Angaben des Verbands vor allem höhere Kosten für Lebensmittel und Personal infolge einer inzwischen greifenden Tarifbezahlungspflicht. Seit 1. September 2022 müssen alle Einrichtungen Pflegekräfte nach Tarifverträgen oder ähnlich bezahlen, um mit den Pflegekassen abrechnen zu können. Die gesetzliche Vorgabe hatte noch die alte schwarz-rote Bundesregierung auf den Weg gebracht, auch um dringend gesuchte Pflegekräfte im Beruf zu halten und zu gewinnen.

Große regionale Unterschiede

Insgesamt gibt es bei den selbst zu zahlenden Anteilen weiter große regionale Unterschiede. Am teuersten waren Heimplätze – ohne Entlastungszuschüsse – laut Auswertung zum 1. Januar in Baden-Württemberg mit 2845 Euro im Monat.

Am wenigsten kosteten sie in Sachsen-Anhalt mit im Schnitt 1868 Euro. In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen dann noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen hinzu.

Für die Analyse des Ersatzkassenverbands, zu dem unter anderem die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit gehören, wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Bundesländern ausgewertet. Die Daten beziehen sich den Angaben zufolge auf Bewohnerinnen und Bewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5.

Die Chefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte, angesichts der steigenden Belastungen wüssten Pflegebedürftige und Angehörige oft nicht, wie sie die Kosten stemmen sollen. Und neue Lasten kämen durch weiter steigende Löhne und ein neues, bundesweit einheitliches Personalbemessungsinstrument ab dem 1. Juli dazu. Derzeit liegt der Beitrag für die gesetzliche Pflegeversicherung bei 3,05 Prozent des Bruttolohns, für Menschen ohne Kinder bei 3,4 Prozent.  dpa

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