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LNG-Terminal Wilhelmshaven früher als geplant in Betrieb genommen

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Von: Johannes Nuß

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Das erste LNG-Terminal in Deutschland ist offiziell in Wilhelmshaven durch Kanzler Scholz eingeweiht worden und geht früher als geplant in Betrieb.

Update von Mittwoch, 21. Dezember 2022, 12:16 Uhr: Einen Tag früher als geplant, hat der Gasimporteur Uniper mit der Inbetriebnahme des ersten deutschen Importterminals für Flüssigerdgas (LNG) in Wilhelmshaven begonnen. Am Mittwochmorgen um kurz nach 9:00 Uhr wurde nach Angaben des Düsseldorfer Unternehmens das erste Gas von dem Terminalschiff „Höegh Esperanza“ in die neu gebaute Anbindungspipeline gespeist.

LNG-Terminal Wilhelmshaven früher als geplant in Betrieb genommen

„Dass heute schon das erste Gas über unser LNG-Terminal in Wilhelmshaven fließt, ist ein weiterer Beweis dafür, mit welcher Entschlossenheit alle Beteiligten das Projekt vorantreiben. Jetzt beginnt die Testphase, die Ende Februar beendet sein soll“, sagte der für Investitionsplanung zuständige Uniper-Manager Holger Kreetz der Deutschen Presse-Agentur.

Ursprünglich hatte Uniper anvisiert, am 22. Dezember das erste Mal Gas in das deutsche Gasnetz einzuspeisen. Dass es nun zügiger geht, liegt laut einem Uniper-Sprecher an der engen Zusammenarbeit von Behörden und Unternehmen bei der Realisierung des Terminals. Am vergangenen Samstag hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zusammen mit weiteren Spitzen der Ampel-Regierung das Terminal eröffnet. Uniper betreibt das Terminal mit Unterstützung der Bundesregierung. (dpa)

Scholz eröffnet erstes LNG-Terminal in Deutschland in Wilhelmshaven

Update von Samstag, 17. Dezember 2022, 14:21 Uhr: Die Eröffnung des ersten deutschen Importterminals für Flüssigerdgas (LNG) in Wilhelmshaven ist laut Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ein „ermutigendes Zeichen“ zum Ende eines schwierigen Jahres. Wer vor einem Jahr gesagt hätte, Deutschland werde „ruckzuck unabhängig von russischem Erdgas“, wäre ausgelacht worden, sagte der SPD-Politiker in einer Rede am Samstag bei der Einweihungszeremonie.

„Tatsächlich gehört es zu den großen politischen Leistungen, dass genau das gelungen ist. Dass die leeren Speicher gefüllt worden sind und dass wir heute mit der Eröffnung des ersten LNG-Terminals hier in Deutschland zeigen, wie wir auch weiter Unabhängigkeit voranbringen“, sagte Weil. (dpa)

Bundeskanzler Olaf Scholz eröffnet vor der versammelten Presse das erste LNG-Terminal in Deutschland.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eröffnete am Samstag vom Ausflugsschiff „Helgoland“ offiziell Deutschlands erstes LNG-Terminal. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update von Samstag, 17. Dezember 2022, 13:47 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in Wilhelmshaven das erste Flüssigerdgas-Terminal Deutschlands eröffnet. Die Errichtung in der Rekordzeit von knapp zehn Monaten zeige: „Unser Land kann Aufbruch und Tempo“, sagte der SPD-Politiker am Samstag bei der Einweihungszeremonie, an der auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Finanzminister Christian Lindner (FDP) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) teilnahmen.

Das schwimmende Terminal vor der niedersächsischen Nordseeküste soll dazu beitragen, die durch ausbleibende Lieferungen aus Russland entstandene Lücke bei der Gasversorgung Deutschlands zu schließen.

Herzstück des Terminals ist das fast 300 Meter lange Spezialschiff „Höegh Esperanza“, das künftig das von Tankschiffen angelieferte verflüssigte Erdgas in den gasförmigen Zustand umwandeln und in das deutsche Gasnetz einspeisen soll. Scholz eröffnete das Terminal vom Ausflugsschiff „Helgoland“ aus, das normalerweise Touristen transportiert. Rund 400 Gäste nahmen an dem Festakt auf dem Schiff teil.

Vier weitere Terminals sollen bis Ende nächsten Jahres entstehen: jeweils eines in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein), Stade (Niedersachsen) und Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) – zudem ein weiteres in Wilhelmshaven. Sie können nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zusammen ein Drittel der für die Versorgung Deutschlands benötigten Erdgasmenge aufnehmen.

LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Spezialschiff erwartet – Samstag kommt Bundeskanzler Olaf Scholz

Den Startschuss für die Errichtung der Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel hatte Scholz drei Tage nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 27. Februar in seiner inzwischen als historisch angesehenen „Zeitenwende“-Rede im Bundestag gegeben.

Update von Donnerstag, 15. Dezember 2022, 16:39 Uhr: Das Spezialschiff „Höegh Esperanza“ zur Umwandlung von verflüssigtem Erdgas (LNG) in den gasförmigen Zustand ist in der Jade vor Wilhelmshaven angekommen. Das rund 300 Meter lange Schiff steuerte am Donnerstagnachmittag seinen künftigen Liegeplatz an einem neu gebauten Anleger nördlich des Tiefwasserhafens Jade-Weser-Port an.

Als technisches Herzstück des LNG-Importterminals soll das Schiff in den nächsten Jahren das von Tankschiffen angelieferte LNG anlanden und wieder in einen gasförmigen Zustand umwandeln. Der erste Frachter, der nur LNG transportiert, wird Mitte Januar erwartet. Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei sicherten das Schiff und den Anleger ab.

Das Spezialschiff „Höegh Esperanza“ kommt in der Jade vor Wilhelmshaven an.
Das Spezialschiff „Höegh Esperanza“ zur Umwandlung von verflüssigtem Erdgas (LNG) in den gasförmigen Zustand ist in der Jade vor Wilhelmshaven angekommen. © Sina Schuldt/dpa

Erstmeldung von Donnerstag, 15. Dezember 2022, 13:52 Uhr: Wilhelmshaven – Großer Bahnhof zum Wochenende in Wilhelmshaven in Niedersachsen: Zunächst wird am Donnerstag ein Spezialschiff erwartet, das bereits mit LNG beladen ist. Das Spezialschiff „Höegh Esperanza“, das unter norwegischer Flagge fährt, wird im Laufe des Donnerstags an der Nordseeküste erwartet und soll schließlich im nahegelegenen Hooksiel festmachen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Das Schiff ist bereits mit LNG beladen, soll als schwimmende Plattform dienen und helfen, von Tankern angeliefertes LNG anzulanden und wieder in einen gasförmigen Zustand umzuwandeln. Der erste Frachter, der nur LNG transportieren wird, wird im Januar erwartet, heißt es.

Das Spezialschiff „Höegh Esperanza“ ist auf dem Weg nach Wilhelmshaven, davor montiert winkend Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).
Am Donnerstag wird in Wilhelmshaven das Spezialschiff „Höegh Esperanza“ erwartet, bevor am Freitag die letzte Genehmigung zum Betreiben des neuen LNG-Terminals erteilt werden soll. Am Samstag wird dann zur feierlichen Eröffnung unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet. © Kay Nietfeld/dpa/Montag

Zur Ankunft des Schiffes hält sich auch die Polizei bereit. Seit dem Mittag kreist bereits ein Polizeihubschrauber über der Stadt und Polizeikräfte haben rund um das LNG-Terminal Straßen gesperrt. Zudem gilt ein Flugverbot für Drohnen im Umkreis von 2,5 Kilometern. Es gebe aber keine konkrete Gefahrenlage, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Oldenburg, Helge Cassens, am Donnerstagmittag. „Wir haben keine Erkenntnisse darüber, dass es heute Störungen geben soll.“

Polizei zur Eröffnung von LNG-Terminal in Wilhelmshaven mit Großaufgebot im Einsatz

Die Polizei sei mit einer großen Anzahl von Kräften im Einsatz, sagte der Sprecher. „Wir haben Einsatzkräfte auf See, an Land und auch in der Luft.“ Neben Beamten der Polizeidirektion Oldenburg, der Wasserschutzpolizei und der Bereitschaftspolizei des Landes Niedersachsen sei auch ein Spezialeinsatzkommando vor Ort. 

„Unsere Hauptaufgabe hier ist eindeutig, das LNG-Terminal zu schützen und auch das eintreffende Schiff hier zu schützen“, sagte Cassens. Für Samstag ist die feierliche Inbetriebnahme der Anlage mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) geplant, bevor nach Angaben des Terminal-Betreibers Uniper am 22. Dezember erstmals Gas ins deutsche Pipelinenetz eingespeist werden soll.

Der in wenigen Monaten verwirklichte Bau des LNG-Terminals ist Teil der Bemühungen Deutschlands, unabhängig von Gaslieferungen aus Russland zu werden. Ebenfalls am Samstag werden in Wilhelmshaven Vizekanzler Robert Habeck (Grüne), Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sowie Energieminister Christian Meyer (Grüne) und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) erwartet.

LNG-Terminal in Wilhelmhaven: Ausstehende Genehmigungen sollen Freitag übergeben werden

Die noch ausstehenden wasser- und emissionsrechtlichen Genehmigungen sollen am Freitag übergeben werden. Für die Genehmigung und den Betrieb sind hohe Umwelt- und Sicherheitsstandards zum Schutz des Gewässers, der Umwelt und der Bevölkerung verpflichtend, so das Niedersächsische Umweltministerium dazu in einer Pressemitteilung.

Zudem wurde die 26 Kilometer lange Gasleitung von Wilhelmshaven zum Gasspeicher in Etzel fertiggestellt. Die Leitung kann zukünftig auch für den Transport von Wasserstoff genutzt werden.

„Unsere Behörden haben die Umweltverträglichkeit des Vorhabens intensiv nach geltendem europäischen und deutschem Recht geprüft. Dafür danke ich sehr. Dabei ging es um mögliche Auswirkungen auf die Gewässerökologie und die Einhaltung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Denn bei aller Schnelligkeit darf es in diesem sensiblen Umfeld keinen Umweltrabatt geben und den gibt es auch nicht“, so Niedersachsens Energie- und Umweltminister Christian Meyer im Hinblick auf die hohen Auflagen wie ein gewässerökologisches Monitoring, ein Minimierungskonzept bei den Einleitungen und die Vorgaben zur Betriebssicherheit.

Eingehend geprüft wurden auch die mehr als 300 Einwendungen von Umweltverbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern, die im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangen sind.

LNG-Terminal fertiggestellt: 26 kilometerlange Pipeline in Niedersachsen in nur 12 Wochen realisiert

Fertiggestellt wurde inzwischen auch die Wilhelmshavener Anbindungsleitung (WAL) nach Etzel (Landkreis Wittmund). Der Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe (OGE) hatte den Bau der 26 Kilometer langen Pipeline in nur 12 Wochen realisiert. Am Speicher Etzel wird damit die Anbindung an die Norddeutsche Erdgas Transversale (NETRA) hergestellt. Von hier wird das Erdgas in das deutsche Gastransportnetz eingespeist.

„Die Anbindung durch die WAL gewährleistet aktuell die Weiterleitung des Gases aus Wilhelmshaven“, sagt Energieminister Meyer. „Aber damit schaffen wir auch eine wichtige Grundlage für die Transformation des Energiesystems, weg von fossilen Energien.

Denn die Leitung soll auch für den Transport von Grünem Wasserstoff genutzt werden. Die WAL ist insofern auch eine Initialzündung für eine klimaneutrale Wasserstoffwirtschaft – in Wilhelmshaven als Energiedrehscheibe, in Niedersachsen und ganz Deutschland.“ (mit Material der dpa)

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