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11.000 Aufnahmeplätze: Niedersachsen rechnet mit mehr Flüchtlingen

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Von: Bernd Schlegel

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Niedersachsen rechnet mit deutlich mehr Flüchtlingen. Das Land hat nun die Zahl der Aufnahmeplätze auf 11.000 erweitert.

Hannover/Göttingen – Niedersachsen bereitet sich auf die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge in den nächsten Wochen und Monaten vor. Auch in anderen Bundesländern werden verstärkt Notunterkünfte eingerichtet. Mehrere Bundesländer betonten, die Nutzung von Turnhallen als Flüchtlingsunterkünfte vermeiden zu wollen.

Die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, zu der auch das Grenzdurchgangslager in Friedland bei Göttingen gehört, verfügt nach Angaben des Innenministeriums aktuell über rund 11.000 Plätze, sagte Pressesprecher Philipp Wedelich. Darüber hinaus sei ab 2023 eine Erweiterung um weitere 5.000 bis 10.000 Plätze geplant.

Aufstockung auf 11.000 Aufnahmeplätze: Niedersachsen rechnet mit mehr Flüchtlingen

Blick in ein Flüchtlingsheim in München. Eine große Zentralunterkunft will man in der Samtgemeinde Kirchdorf nicht einrichten.
Blick in ein Flüchtlingsheim. Niedersachsen erwartet mehr Flüchtlinge und hat nun die Zahl der Aufnahmeplätze auf 11.000 erweitert. (Symbolbild) © Mediengruppe Kreiszeitung

Grund für den Ausbau ist nicht allein der Ukraine-Krieg. So seien aktuell rund 8.800 Menschen in Räumen der Landesaufnahmebehörde untergebracht. Teils werde dabei auch auf „Behelfsräume“ zurückgegriffen, erläuterte Wedelich. Der Anteil ukrainischer Kriegsflüchtlinge sei mit rund 600 Personen allerdings vergleichsweise gering.

Eine Prognose für die weitere Entwicklung im Winter sei nicht möglich, sagte der Sprecher. „Dennoch bemüht sich das Land zeitnah weitere Kapazitäten zur Unterbringung zu schaffen und so auf mögliche Situationen vorbereitet zu sein.“ Bis Oktober zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im laufenden Jahr fast 160.000 Erstanträge auf Asyl in Deutschland.

Kaum Flüchtlinge aus der Ukraine: Mehrheit kommt aus Syrien, Afghanistan und der Türkei

Das waren fast 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Antragssteller kamen aus Syrien, gefolgt von Menschen aus Afghanistan und der Türkei. Zugleich schätzen die Behörden die Zahl der ukrainischen Kriegsflüchtlinge in Deutschland auf rund eine Million. Sie müssen kein Asylverfahren durchlaufen, kommen oftmals bei Verwandten unter und lassen sich nicht immer registrieren.

Daher halten sich nur wenige Ukrainerinnen und Ukrainer in den Erstaufnahmeeinrichtungen der Bundesländer auf, sie werden in der Regel unmittelbar von den Kommunen übernommen. Bezogen auf die Erstaufnahmen hieß es aus Berlin, die Unterkünfte seien mehr als voll belegt. Derzeit warteten 3.000 Menschen auf eine Unterbringung in den beiden Ankunftszentren der Bundeshauptstadt. Am Ukraine-Ankunftszentrum in Tegel seien bereits zwei 400-Personen-Zelte in Betrieb. (epd/bsc)

Verwandte Themen: Göttinger Polizeibeamte werden künftig verstärkt in Themen Migration und Flucht geschult. Die Vorgaben dänischer Behörden erschweren Abschiebung von Asylbewerbern – das hat nun auch das Verwaltungsgericht Göttingen zu spüren bekommen.

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