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Schweinepest-Einschränkungen fallen: Ministerin fordert Änderungen der Restriktionen

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Heute fallen alle Schweinepest-Einschränkungen in Niedersachsen. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast fordert Regel-Neuerungen.

Hannover – Zum heutigen Ende der Schweinepest-Sperrzonen in Niedersachsen dringt Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) auf eine Änderung der entsprechenden EU-Vorschriften.

„Die strengen EU-Vorgaben wie die Dreimonatsfrist und die Zehn-Kilometer-Sperrzone müssen auf den Prüfstand, wenn wir nur einen Punkteintrag in einem Hausschweinebestand nachweisen können“, forderte Otte-Kinast gestern.

Niedersachsen: Starre Schweinepest-Vorgaben sollen auf den Prüfstand

Afrikanische Schweinepest: Ministerin Otte-Kinast fordert Neuregelungen zum Ende der Restriktionen für Betriebe.
Afrikanische Schweinepest: Ministerin Otte-Kinast fordert Neuregelungen zum Ende der Restriktionen für Betriebe. © Lars Klemmer/dpa

Heute fallen alle Restriktionen in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim. Somit kann ab Mitternacht mit dem Abtransport von Schweinen aus den betroffenen Betrieben begonnen werden.

Das starre EU-Regelwerk habe sich für Niedersachsen als ein „Hemmschuh bei der Krisenbewältigung“ erwiesen, sagte die Ministerin. So habe das Fleisch der Tiere auf 80 Grad erhitzt werden müssen, obwohl es andere geeignete Verfahren gebe.

„Damit kann das Fleisch kaum noch zu marktgängigen Produkten weiterverarbeitet werden“, sagte Otte-Kinast. Entsprechend zögerlich sei die Nachfrage bei den fleischverarbeitenden Betrieben. Sie forderte bundesweit geltende verbindliche Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten für größere Seuchengeschehen.

15 Millionen Euro Schaden wegen Schweinepest

Anfang Juli war in einem Betrieb in Emsbüren (Landkreis Emsland) die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden. Nach einem Ausbruch gilt eine vorgeschriebene 90-tägige Frist mit Sperrmaßnahmen, beginnend mit der ersten Reinigung und Desinfektion des Seuchenbestands.

Rings um den Hof wurde deshalb eine Schutz- und Überwachungszone eingerichtet, von der fast 300 Betriebe mit rund 200 000 Tieren betroffen waren, obwohl es keinen weiteren Ausbruch gab.

Durch den Ausbruch der Seuche haben die betroffenen Landwirte in der Region hohe wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müssen. Nach Schätzung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) ist wegen Vermarktungsbeschränkungen ein Schaden von mindestens 15 Millionen Euro entstanden. (dpa/lni)

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest wurde Juli 2022 auf einem Betrieb im Emsland festgestellt.

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