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Theater und Kinos in Not: Energiekosten fressen letzte Rücklagen auf

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Von: Andree Wächter

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Theater, Kino und Varieté: Sie alle kämpfen mit hohen Strom- und Gasrechnungen. Dazu kommen auch noch weniger Besucher in die Häuser. Finanziell wird es eng.

Hannover/Bremen – Kinos und kleinere Kultureinrichtungen in Niedersachsen und Bremen sind seit drei Jahren im Krisen- und Kampfmodus. Dies hat allerdings nichts mit den Filmen oder Bühnenprogramm zu tun. Der Grund sind Corona und die hohen Preise für Strom und Gas.

Die Bremer Theater heizen ihre Häuser auf die vorgegebenen 19 Grad. Zum Schutz gegen Corona läuft die Lüftung weiter. „Da sparen wir nicht“, sagt eine Sprecherin. Um über den Winter zu kommen, hoffen die Einrichtungen auf Unterstützung durch die Regierung, wie kreiszeitung.de berichtet.

Theater und Kinos in Niedersachsen leiden unter hohen Energiekosten

„Wir verzeichnen gegenüber 2019 immer noch ein Besucherminus von über 30 Prozent“, sagt Christine Berg, Vorständin des Branchenverbandes HDF Kino. Allen Kampagnen und Initiativen zum Trotz seien die Besucher bisher nicht komplett zurückgekehrt. Die Probleme seien bei den meisten deutschen Kinos gleich und beträfen nicht nur Niedersachsen und Bremen.

Die Schauburg in Bremen ist ein Filmkunst-Kino mit traditionellem Charme, die Fassade ist liebevoll gestaltet.
Kinos wie die Schauburg in Bremen und Theaterhäuser leiden unter den Kosten für Strom und Gas. © Marvin Köhnken

„Nach fast drei Jahren Pandemie und in Anbetracht der aktuellen Energiekrise stehen die Kinos mit dem Rücken zur Wand“, sagt Berg. Ein langfristiges Investitionsprogramm sei jetzt notwendig. Denn: Um wettbewerbsfähig zu bleiben und bei der Energieversorgung effizienter zu werden, müsse nun investiert werden.

Doch nach drei Jahren Pandemie seien die Ressourcen der Kinos komplett aufgebraucht. Gerade im ländlichen Raum seien Kinos häufig „der einzige öffentliche Raum für Kultur und Unterhaltung“, betonte Berg.

Nach fast drei Jahren Pandemie und in Anbetracht der aktuellen Energiekrise stehen die Kinos mit dem Rücken zur Wand.

Christine Berg

Im Sommer hätten etwa 50 Prozent aller Häuser in dem Verband bereits Einsparmaßnahmen getroffen, etwa bei der Beleuchtung oder Belüftung. Künftig wollten die meisten Kinos auch in Photovoltaikanlagen oder Luft-Wärme-Pumpen investieren.

Theater Bremen: Kosten für Strom und Gas durch Rücklagen decken

Auch am Theater Bremen schwankt das Interesse der Besucher, wie eine Sprecherin mitteilte. Im Frühjahr seien die Besucherzahlen gestiegen und hätten im Sommer fast das Vor-Corona-Niveau erreicht. „Der Start in die aktuelle Spielzeit war dann ehrlich gesagt wieder schwierig, aber jetzt ist seit Mitte Oktober eine deutlich steigende Tendenz zu sehen.“

Rund 30.000 Zuschauer hätten bisher seit August in dieser Spielzeit das Theater besucht. Viele Besucher würden ihre Tickets aber anders als vor der Pandemie nicht mehr so häufig im Vorverkauf kaufen.

Wegen der hohen Energiekosten für Strom und Gas versuche auch das Bremer Theater Energie zu sparen, „wo es irgend möglich ist“, sagte die Sprecherin. Darüber hinaus hofft das Haus, die Mehrkosten durch Bundesmittel und Rücklagen decken zu können.

GOP: Tagsüber bleibt das Haus dunkel, um Strom und Gas zu sparen

Anders ist die Lage beim Varieté-Theater GOP, das in Hannover zwei Häuser betreibt. Bis auf einen etwas schleppenden Sommer sei die Nachfrage aktuell gut. Für den Winter lägen die Umsatzzahlen ähnlich wie 2019. Bei Tickets in Kombination mit einem Restaurantbesuch gebe es sogar einen Zuwachs von etwa 50 Prozent.

Lediglich bei den Firmenbuchungen liegt das GOP hinter 2019. GOP betreibt auch in Bremen ein Haus. Dennoch beschäftigt die Energiekrise das Varieté-Theater. Deshalb bleibe etwa tagsüber der Theatersaal dunkel, um Strom und Gas zu sparen, sagte ein Sprecher.

Bei den Abendveranstaltungen sei das nicht möglich. Einschränkungen bei den Terminen seien auch nicht geplant. „Wir sind zu 85 Prozent ausgelastet, da macht es keinen Sinn, auf Shows zu verzichten.“ (Mit Material der dpa)

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