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Energiekrise und Klimaschutz beschäftigen Urlaubsregionen in Niedersachsen

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Die Herbstferien in Niedersachsen stehen vor der Tür. In vielen Urlaubsregionen blickt man sorgenvoll in die Zukunft. Grund sind Energiekrise und Klimaschutz.

Braunlage/Hannover – Die Herbstferien in Niedersachsen stehen vor der Tür. In vielen Urlaubsregionen im Land blickt man sorgenvoll in die Zukunft. Nicht nur die Energiekrise hält die Touristenregionen auf Trab, sondern auch der Umweltschutz.

Im Harz-Landkreis Goslar wird bereits nach klimafreundlichen Urlaubslösungen gesucht. Weniger Menschen sollen mit dem Auto anreisen. Mit einer Analyse hat die Region nun untersucht, wie das gelingen kann.

Tourismus im Harz: Energiekrise und Klimaschutz beschäftigen Urlaubsregionen in Niedersachsen

Die Herbstferien in Niedersachsen stehen vor der Tür: Im Harz sollen mehr Urlauber mit Bus und Bahn kommen. An der See soll Energie gespart werden. Das Foto entstand an der Okertalsperre.
Die Herbstferien in Niedersachsen stehen vor der Tür: Im Harz sollen mehr Urlauber mit Bus und Bahn kommen. An der See soll Energie gespart werden. Das Foto entstand an der Okertalsperre. (Symbolbild) © Swen Pförtner/dpa

Durch mehr Werbung sollen künftig mehr Harz-Urlauber bereits bei der Anreise auf Bus und Bahn statt Auto setzen. Das ist das Ergebnis einer mehrmonatigen Untersuchung zu klimafreundlichen Nahverkehrsangeboten in der Region um Braunlage, wie der Landkreis Goslar mitteilte. Der Landkreis denkt demnach auch über neue Stadtbuslinien nach.

Für die Untersuchung des Landkreises Goslar wurden unter anderem Fahrpläne analysiert und Gespräche mit Hoteliers oder Busunternehmern geführt. Das größte Problem bei der Anreise ohne Auto sei demnach die letzte Meile – also der Weg von der Bushaltestelle zum Hotel.

Verkehr im Harz: Touristen sollen mehr Bus und Bahn fahren

Nur ein Teil der Braunlager Unterkünfte befinde sich im direkten Umfeld von Bushaltestellen. Teilweise müssten längere Strecken zu Fuß bewältigt werden, die oft auch bergauf führen, sagte die Sprecherin.

Da den Hotels oft das Personal fehle, um ihre Gäste von den Haltepunkten abzuholen, sollten Angebote wie der Gepäcktransport der Bahn oder Transfers durch Taxiunternehmen stärker beworben werden, hieß es in der Studie. In der Untersuchung wurde zwar vor allem der Nahverkehr in Braunlage unter die Lupe genommen.

Klimaschutz und Tourismus: Neue Buslinien im Harz vorgesehen

Die Erkenntnisse sollen aber im gesamten Landkreis Goslar berücksichtigt werden. So wurde unter anderem ein neuer interaktiver Linienplan für den Kreis veröffentlicht, der die nächstgelegenen Haltestellen und touristischen Attraktionen anzeigt. Neue Linien könnten laut der Untersuchung zudem dabei helfen, Gäste näher an ihre Unterkünfte zu bringen.

Generell sei das Nahverkehrsangebot im Harz aber nicht schlecht – zumindest nach erfolgreicher Anreise. Neben Mietangeboten für Fahrräder, Pedelecs oder Elektroautos liege das vor allem am Hatix-Ticket, hieß es in der Untersuchung. Dadurch können Touristen, die in teilnehmenden Harz-Regionen ihr Hotel beziehen, während ihres Urlaubs kostenlos ausgewählte Buslinien benutzen.

Energiesparen ist auch in Bädern Thema: Wassertemperatur wird herabgesetzt

Zum Ferienstart müssen sich Urlauber auch in den Ferienorten an der Nordseeküste und auf den ostfriesischen Inseln auf Energiesparmaßnahmen einstellen. Wegen der Energiekrise senkten einige Schwimmbäder ihre Wasser- und Lufttemperaturen ab, wie eine Umfrage der dpa ergab. Im „Thalassozentrum ahoi!“ in Cuxhaven ist die Wassertemperatur im Schwimmbecken mit 26 Grad Celsius zwei Grad kühler als üblich, wie Badmanager Sascha Bange sagte.

Im Meerwasser-Erlebnisbad auf Juist wurde ebenfalls bereits über die Saison die Wassertemperatur um zwei Grad Celsius gesenkt. Und auch auf der Insel Wangerooge müssen die Besucher des Erlebnisbades in kühlerem Wasser als sonst schwimmen, wie die Kurverwaltung mitteilte. Auf Langeoog dagegen bleibt im örtlichen Schwimmbad sowie im Kur- und Wellnesscenter alles beim Alten.

Mehrere Restaurants und Hotels in Niedersachsen haben wegen enorm gestiegener Kosten eine Energiepauschale für Gäste eingeführt. Damit soll zumindest einen Teil der Mehrkosten weitergegeben werden. „Wir wollten die Preiserhöhung transparent, sichtbar und fair gestalten“, sagte Karolin Turck von „The Hearts Hotel“ in Braunlage.

Niedersachsen: Einige Hotels nehmen Energiepauschale

Daher zahle jeder Gast pro Nacht derzeit drei Euro Energiepauschale drauf. Auch Restaurants etwa in Ganderkesee und Osnabrück haben eine Energiepauschale von 1,50 Euro pro Gast eingeführt. So könnten die Preise für Essen und Trinken gleich bleiben, hieß es. Die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Niedersachsen, Renate Mitulla, hat für die Pauschale „grundsätzlich sehr viel Verständnis“.

Zwei Drittel unserer Betriebe haben Existenzängste und müssen schauen, wie sie die Preise abfedern können.

Renate Mitulla

Bei den Umsätzen sei nach wie vor kein Vorkrisenniveau erreicht, sagte sie. „Zwei Drittel unserer Betriebe haben Existenzängste und müssen schauen, wie sie die Preise abfedern können.“ Allerdings hat der Verband bei der Erhebung einer Energiepauschale auch rechtliche Bedenken. (dpa/lni)

Vor den Ferien gibt es freie Unterkünfte: Preissteigerungen und Unsicherheiten in der Energiekrise lassen Urlauber kurz vor Beginn der Herbstferien in Niedersachsen bei Buchungen noch zögern.

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