1. Startseite
  2. Niedersachsen

Glatteis sorgt für zahlreiche Unfälle in ganz Niedersachsen

Erstellt:

Kommentare

Glatteis-Gefahr sorgt am Montag (19.12.2022) für Chaos in weiten Teilen Deutschlands. Schulen werden teilweise geschlossen, die Müllabfuhr kommt nicht.

Hannover/Bremen – Eisregen hat in Niedersachsen und Bremen am Montagmorgen (19.12.2022) viele Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Unter anderem in der Region Hannover, im Landkreis Peine und in der Stadt Bremen kam es zu zahlreichen Glätte-Unfällen im Berufsverkehr.

Auf der A27 bei Walsrode kam bereits in der Nacht gegen 3.30 Uhr ein 25 Jahre alter Autofahrer bei einem Unfall ums Leben. Sein Wagen war wegen Glätte von der Fahrbahn abgekommen, das Auto durchbrach die Leitplanke und prallte gegen einen Baum. An anderen Orten blieb es bei Dutzenden Unfällen lediglich bei Blechschäden, wie die Polizei mitteilte.

Niedersachsen: Glatteis sorgt für zahlreiche Unfälle im Land

Im Dauereinsatz: Ein Streufahrzeug verteilt am Montagmorgen Streumittel in der Innenstadt von Hannover. In weiten Teilen Deutschlands gibt es eine Unwetterwarnung vor Glatteis.
Im Dauereinsatz: Ein Streufahrzeug verteilt am Montagmorgen Streumittel in der Innenstadt von Hannover. In weiten Teilen Deutschlands gibt es eine Unwetterwarnung vor Glatteis. © Moritz Frankenberg/dpa

Auch die Durchfahrt auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg war zwischen 3.30 Uhr und 4.30 Uhr nach einem Unfall bei Bad Fallingbostel (Landkreis Heidekreis) blockiert. Es gab dabei keine Verletzten, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Heidekreis mitteilte.

Kurz vor 6 Uhr kam es zu einem weiteren Unfall auf der Autobahn 7 zwischen Kassel und Göttingen, kurz vor dem Autobahndreieck Drammetal. Auch in diesem Fall musste die Autobahn gesperrt werden. Nach ersten Informationen soll dabei mindestens eine Person verletzt worden sein.

Glatteis: Unfälle auch in Stadtzentren

Im Stadtgebiet und in der Region Hannover kam es am frühen Montagmorgen zu mehreren Unfällen, wobei jedoch keine Menschen zu Schaden kamen, wie ein Sprecher der Polizei Hannover am Morgen sagte. Ähnliche Zustände gab es in Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück und dem Emsland, wie lokale Polizeistellen mitteilten.

Hintergrund für die Wetterlage waren laut DWD die Ausläufer des Tiefs „Franziska“. Das dazugehörige Niederschlagsgebiet habe zwar keine überbordend hohen Niederschlagsmengen gebracht, diese reichten aber aus, um Straßen und Gehwege spiegelglatt werden zu lassen, hieß es. Das Niederschlagsgebiet zog im Tagesverlauf in die Nordosthälfte Deutschlands.

Fahrten der Müllabfuhr wegen Glatteis gestrichen

In Osnabrück fuhr die Müllabfuhr am Montagmorgen wegen der Glätte zunächst nicht aus. Viele Strecken seien zu glatt für die großen und schweren Müllfahrzeuge, hieß in einer Mitteilung vom Osnabrücker Servicebetrieb.

Gegen 9 Uhr wurde gemeldet, dass die Müllabfuhr den Betrieb wieder aufgenommen hat. Dagegen fielen im Landkreis Wolfenbüttel Fahrten der Müllabfuhr am Montag aus, wie aus einer Mitteilung des Landkreises hervorging. Die ausgefallenen Leerungen sollen am Dienstag nachgeholt werden.

Die Kreisverwaltung im Landkreis Peine war am Montag nur eingeschränkt erreichbar, wie es in einer Mitteilung hieß. Menschen, die einen Termin bei der Verwaltung vereinbart haben, werden gebeten, vor einem Besuch anzurufen.

Mehr als 200 Glatteis-Unfälle in Hamburg

In der Stadt Bremen zählte die Polizei rund 80 Autounfälle wegen Glätte – es habe vor allem Blechschäden gegeben. Laut Feuerwehr blieb in Bremerhaven das befürchtete Glatteischaos aus, sie zählte bis 9 Uhr nur drei glättebedingte Unfälle.

In Hamburg gab es mehr als 200 Unfälle und Stürze auf den spiegelglatten Flächen. Das teilte die Feuerwehr mit und sprach von einem extrem hohen Einsatzaufkommen.

Eiseskälte: Unfälle in allen Bundesländern

Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen führten Glatteis und Unwetter in der Nacht zu mehreren Unfällen. In Lippetal verlor eine Autofahrerin die Kontrolle über ihr Auto, das gegen einen anderen Wagen prallte. Dessen Fahrer wurde leicht, die Fahrerin schwer verletzt. In Meinerzhagen (Märkischer Kreis) wurde der Fahrer eines Streuwagens leicht verletzt, als dieser umkippte.

In Bayern war es vor allem in Franken glatt: In Nürnberg stürzten etliche Fußgänger. Der Nürnberger Tiergarten blieb geschlossen. Im baden-württembergischen Gaggenau wurden vier Menschen beim Zusammenstoß zweier Autos verletzt.

Glatteis-Gefahr: Schulen teilweise dicht

Wegen der Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor teils unwetterartiger Glatteisbildung hatten die meisten Städte und Landkreise in Niedersachsen den Präsenzunterricht für Montag abgesagt.

Dies betraf unter anderem die Stadt und Region Hannover sowie die Landkreise Diepholz, Northeim, Celle, Hameln-Pyrmont, Grafschaft Bentheim, Leer, Osterholz, Stade, Wittmund und Vechta. Eine Liste mit mehr als über 40 Meldungen zu Schulausfällen ist auf der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen einzusehen.

In der Stadt und im Landkreis Göttingen wurde der Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen abgesagt, aber nicht an den berufsbildenden Schulen. In der Stadtgemeinde Bremerhaven entfielen an allen öffentlichen Schulen die ersten beiden Unterrichtsstunden.

Kinder bei Glatteis zuhause lassen

Das galt auch für die Stadtgemeinde Bremen. In weiten Teilen Niedersachsens sei der Unterricht ausgefallen, weil die Sicherheit des Schulweges und die Schülerbeförderung nicht mehr sicher gewährleistet werden konnten, teilte die Landesschulbehörde in Lüneburg mit.

Eltern, die eine unzumutbare Gefährdung ihrer Kinder auf dem Schulweg durch extreme Witterungsverhältnisse befürchten, könnten ihre Kinder auch dann zu Hause behalten oder vorzeitig vom Unterricht abholen, wenn kein genereller Unterrichtsausfall angeordnet worden sei, betonte die Behörde.

Auch künftig seien während der Wintermonate Schulausfälle bei entsprechenden Witterungsverhältnissen nicht ausgeschlossen. Trotz Unterrichtsausfalls gebe es aber eine Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler, die nicht zu Hause bleiben könnten.

Deutscher Wetterdienst: Temperaturen werden milder

Am Dienstag wird es dem DWD zufolge „meist stark bewölkt bis bedeckt, im Norden und später auch von Westen aufkommend Regen“. Die Temperaturen steigen: Bis zu 13 Grad seien möglich, „im Südosten in tiefen Lagen 1 bis 6 Grad“. Bis auf die Regionen im Südosten, an der See und im Bergland soll der Wind mäßig sein. (dpa/afp/lni)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion