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Waffenverbot an Bahnhöfen: Bundespolizei verstärkt Kontrollen

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An den Wochenenden im Advent gilt in vielen Bahnhöfen ein Waffenverbot, auch in Niedersachsen. Die Bundespolizei verstärkt nun die Kontrollen.

Hannover/Hamburg – Messer, Feuerwerkskörper, Schreckschusspistolen und andere gefährliche Gegenstände – an den Adventswochenenden dürfen diese Gegenstände nicht mit in die Hauptbahnhöfe Hamburg, Hannover und Bremen und ganz Niedersachsen gebracht werden. Die Bundespolizei kontrolliert regelmäßig.

Die Behörde hat per Allgemeinverfügungen temporäre Waffenverbotszonen in diesen Bahnhöfen an Freitagen und Samstagen von 15 Uhr bis 7 Uhr am Folgetag verhängt. In der Nacht zu Samstag gab es entsprechende Kontrollen am Hamburger Hauptbahnhof. Dabei handle es sich um verdachtsunabhängige Stichproben, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte.

Niedersachsen: Waffenverbot an Bahnhöfen – Bundespolizei verstärkt Kontrollen

Waffen an Bahnhöfen verboten: Polizisten kontrollieren am Hamburger Hauptbahnhof einen Mann.
Waffen an Bahnhöfen verboten: Polizisten kontrollieren am Hamburger Hauptbahnhof einen Mann. © Steven hutchings/tnn/dpa

Michael Schuol, der Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover, die auch für Hamburg und Bremen zuständig ist, sagte am vergangenen Wochenende zur Waffenverbotszone: „Wir haben nach der Corona-Pandemie einen erheblichen Anstieg an Auseinandersetzungen mit Waffen, insbesondere Messern, in den norddeutschen Großstadtbahnhöfen zu verzeichnen. Die zeitlich befristeten Waffenverbotszonen in den Hauptbahnhöfen Hamburg, Bremen und Hannover sollen als weiteres Mittel mit dazu beitragen, die Lage in den Hauptbahnhöfen zu beruhigen.“

Wir haben nach der Corona-Pandemie einen erheblichen Anstieg an Auseinandersetzungen mit Waffen, insbesondere Messern, in den norddeutschen Großstadtbahnhöfen zu verzeichnen.

Michael Schuol

In Hamburg wurden bei den Kontrollen am vergangenen Wochenende ein Schlagring, drei Einhandmesser, ein Taschenmesser, ein Butterflymesser, zwei Küchenmesser und zwei Pfeffersprays gefunden. Außerhalb der Allgemeinverfügung wurden unter anderem sechs Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt.

Polizei kontrollierte über 300 Menschen in Hannover

In Hannover kontrollierte die Bundespolizei am vergangenen Wochenende eigenen Angaben zufolge 307 Menschen. Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten drei Messer und zwei Pfeffersprays. Am ersten Adventswochenende wurden in Hannover noch 40 Verstöße gegen das temporäre Waffenverbot festgestellt.

Gründe für den deutlichen Rückgang können nach Angaben der Bundespolizei vielseitig sein. „Die ständige Präsenz und die Präventionsmaßnahmen der Bundespolizei im Hauptbahnhof sind aber sicher Gründe hierfür.“ Bei ihren Kontrollen stellten die Beamten zudem zehn Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz fest und verhafteten sechs mit Haftbefehl gesuchte Personen – zwei gesuchte Straftäter und vier Menschen, gegen die Untersuchungshaft angeordnet wurde.

Auseinandersetzungen durch Kontrollen vorbeugen

Die Kontrollen sollen einerseits die Botschaft vermitteln, dass Waffen aller Art im Bahnverkehr nicht mitgenommen werden sollten und zudem das Dunkelfeld des Mitführens von gefährlichen Gegenständen erhellen, wie die Behörde im Vorfeld der Aktionen mitteilte. Nach Angaben der Bundespolizei ergeben sich in Bahnhöfen und in Zügen häufig auch aus banalen Streitigkeiten Auseinandersetzungen.

„Beim Mitführen von Messern oder anderen Waffen können diese schnell unter den Beteiligten zum Einsatz kommen. Auch Unbeteiligte können davon betroffen sein“, hieß es. „Körperverletzungsdelikte mittels Waffen und anderer gefährlicher Werkzeuge, insbesondere Messer, aber auch das bloße Mitführen“ beschäftigten oft die Bundespolizei.

Waffen an Bahnhöfen: Taten ereignen sich oft abends und an Wochenenden

In der Langzeitbetrachtung traten den Angaben zufolge derartige Taten speziell in den Abend- und Nachtstunden an den Wochenenden auf. Rund um den Hamburger Hauptbahnhof hat zudem die Landespolizei den Einsatz der Bundespolizei an beiden Tagen mit eigenen Kontrollen ergänzt. „Zur Gewährleistung der Sicherheit ziehen wir gemeinsam an einem Strang“, wie ein Sprecher der Polizei Hamburg sagte.

Die Einsatzkräfte der Polizei Hamburg haben an den beiden Tagen rund 60 Personen überprüft, zwei Dutzend Platzverweise oder Aufenthaltsverbote ausgesprochen und knapp 20 Strafanzeigen gefertigt, unter anderem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und das Aufenthaltsgesetz. (dpa)

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