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Winterwalze, Schneesturm, Kälte-Peitsche: Beim Winter-Wetter „aktuell alles drin“

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Von: Fabian Pieper

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Für die erste Monatshälfte zeichnet sich der vielleicht kälteste Dezember seit langer Zeit ab. Schnee und arktische Temperaturen werden im Norden immer wahrscheinlicher.

Berlin – Zu keiner Zeit im Jahr ist die Frage nach dem Wetter in Deutschland ähnlich emotional aufgeladen wie zur Weihnachtszeit. Schließlich wünschen sich viele Winter-Fans weiße Weihnachten. Der in einem Wettermodell prognostizierte Kälte-Knaller hat die Hoffnungen wachsen lassen, dass dieser Fall Weihnachten 2022 eintritt, wie kreiszeitung.de berichtet.

Je näher das Fest rückt, desto genauer lässt sich sagen, ob eine Schneeballschlacht vor der Bescherung eingeplant werden kann oder nicht. Die aktuellsten Trends klingen zumindest schon mal vielversprechend, denn der vom Kältehoch „Erik“ geprägte Winter 2022/23 legt rund um den dritten Advent noch einmal ordentlich zu: Es dürfte bitterkalt werden.

Kälte-Peitsche, Schneestürme, weiße Weihnachten – der Winter nimmt mächtig Fahrt auf

Der Winter befindet sich in Norddeutschland auf dem Vormarsch.
Der Winter befindet sich in Norddeutschland auf dem Vormarsch. © Stefan Sauer/dpa

In weiten Teilen des Nordens dürften die Temperaturen selbst tagsüber nicht mehr über die Null-Grad-Grenze springen. Von der Ostsee bis hinunter nach Bayern halten in den kommenden Tagen zudem Schneemassen die Autofahrer mächtig auf Trab. Meteorologen warnen vor Schneefällen in einigen Regionen Deutschlands von bis zu 50 Zentimetern.

Der winterlichste Dezember seit mehr als zehn Jahren droht! Schuld daran ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ein Tiefdruckgebiet über Nordeuropa, das kalte Polarluft von Westen her nach Deutschland schaufelt. Ein weiteres Tief über Spanien sorgt zudem für die starken Schneefälle in Süddeutschland.

In Norddeutschland dürfte laut Wetter-Experten und Diplom-Meteorologen Dominik Jung vor allem die Kälte ein Thema werden. Er prognostiziert ab Sonntag, 11. Dezember 2022, sogar eine Kälte-Peitsche mit möglichem Nachtfrost im zweistelligen Minusbereich, mancherorts sogar bis zu -15 Grad! In Ostdeutschland hält er Schneestürme für möglich. Doch noch seien diese Prognosen mit Vorsicht zu genießen, warnt er.

Wetter-Experte prognostiziert krassen Temperatursturz zum dritten Advent

Auch in Hamburg wird über den nächsten Schnee-Schub schon spekuliert. Während der Samstag in Norddeutschland zumindest noch einigermaßen sonnig sein dürfte, herrscht im restlichen Deutschland trüb-graues und nasskaltes Winterwetter. Ab dem dritten Advent könnte sich die Sonne auch im Norden rar machen.

Dort sollen dann wie auch im Rest des Landes immer wieder Schnee- und Regenschauer das Wetter bestimmen. In den Nächten und am Morgen dürfte es zudem stellenweise ziemlich neblig werden. Autofahrer müssen mit Glätte durch gefrierende Nässe rechnen.

„Zum 3. Advent wird es aus Norden noch mal deutlich kälter. Am Tag kaum noch mehr als 0 Grad, nachts bis minus 10 Grad, über Schnee bis minus 15 Grad. Dazu dann ab Sonntag Schnee aus Osteuropa“, umreißt Dominik Jung, seines Zeichens Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met, gegenüber dem Wetterportal wetter.net, wie das Winter-Wetter aussehen wird.

„Wie viel da genau runterkommen wird, kann man aktuell weiterhin nicht sagen. Von einigen Zentimetern bis hin zu 40 oder gar 50 Zentimeter im ostdeutschen Mittelgebirge inklusive dem Potenzial für einen Schneesturm ist aktuell alles drin“, erklärt Jung, der mit Blick auf den kalten Dezember 2022 konstatiert: „Eisige Kälte setzt sich im Dezember in Deutschland durch. Dabei war das gesamte Jahr 2022 bisher sehr warm gewesen. Es könnte sogar das wärmste Jahre seit 1881 werden. Doch nun wird ausgerechnet der Dezember zu einem kalten Monat“

Aussichten auf weiße Weihnachten in diesem Jahr „deutlich erfolgsversprechender“

Und was ist nun mit weißen Weihnachten? Während der Dezember in den vergangenen beiden Jahren ebenfalls winterlich gestartet war, stiegen die Temperaturen im Verlaufe des Monats wieder, sodass Schnee zum Weihnachtsfest überwiegend vom Tisch war. Auch der Dezember 2012, der bis zur Monatshälfte bitterkalt und schneereich war, enttäuschte dann viele Feiertags-Fans, die auf Schnee gehofft hatten. Zuletzt lag im Rekord-Dezember 2010 flächendeckend Schnee in Deutschland.

Ob der Dezember 2022 ähnlich werden könnte, sei laut Meteorologen noch nicht abzusehen. Jedoch stünden die Chancen auf weiße Weihnachten in diesem Jahr deutlich besser als in der jüngeren Vergangenheit: Laut Aussage des Wetter-Experten Björn Alexander gegenüber n-tv sei die Aussicht sogar „deutlich erfolgsversprechender“ als in den vergangenen Jahren. Und manche Experten gehen sogar von einer Hammer-Prognose aus.

Doch wie immer gilt: Je weiter wir in die Zukunft schauen, desto unsicherer werden die Vorhersagen. Spätestens in zwei Wochen werden wir wissen, ob das Weihnachtsfest auch wettertechnisch ein stimmungsvolles wird – oder wir uns wieder auf eine nasskalte, trübe Bescherung einstellen müssen.

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