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Illegales Autorennen? Zwei Kinder (2 und 6) sterben bei schwerem Unfall in Niedersachsen

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Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos bei Barsinghausen in Niedersachsen ist nach Polizeiangaben ein Kind ums Leben gekommen, mindestens vier weitere Menschen sind schwer verletzt worden. Ein weiteres Kind stirbt im Krankenhaus.
Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos bei Barsinghausen in Niedersachsen ist nach Polizeiangaben ein Kind ums Leben gekommen, mindestens vier weitere Menschen sind schwer verletzt worden. Ein weiteres Kind stirbt im Krankenhaus. © Frank Tunnat/dpa

Nach einem Autounfall in Barsinghausen bei Hannover (Niedersachsen) sterben zwei Kinder. Die Eltern und zwei weitere Menschen werden schwer verletzt.

Barsinghausen - Zwei Kinder sterben nach einem schweren Autounfall in der Region Hannover in Niedersachsen*, vier Erwachsene werden verletzt: Nun geht die Polizei dem Verdacht eines illegalen Autorennens nach.

Die Ermittler hätten Zeugen gehört und die Spurenlage analysiert, sagte eine Sprecherin am Samstag (26.02.2022) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Man suche nach weiteren Zeugen, um den Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen.

Niedersachsen: Zwei Kinder tot nach Unfall in Barsinghausen nahe Hannover

Bei dem Verkehrsunfall in Barsinghausen (Region Hannover) starb ein Zweijähriger am Freitag (25.02.2022) noch am Unfallort. Sein sechs Jahre alter Bruder erlag in der Nacht zum Samstag (26.02.2022) im Krankenhaus seinen Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Die Eltern sowie zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll eine 39 Jahre alte Autofahrerin mehrere Fahrzeuge überholt und mit verschiedenen Autos aus dem Gegenverkehr zusammengestoßen sein. Darunter war auch der entgegenkommende Wagen der vierköpfigen Familie, in dem die beiden kleinen Kinder saßen.

Eines der zerstörten Autos liegt auf einer Wiese.
Eines der zerstörten Autos liegt auf einer Wiese. © Frank Tunnat/dpa/Archivbild

Laut den Ermittlern besteht der Verdacht, dass sich die Frau ein illegales Straßenrennen geliefert hat. Demnach beabsichtigte die 39-Jährige in einer Kurve zunächst ein anderes Auto zu überholen. Der Fahrer dieses Wagens habe aber beschleunigt und die beiden Fahrzeuge seien über einen längeren Zeitraum nebeneinander gefahren.

Niedersachsen: Vier Erwachsene bei Unfall in Barsinghausen schwer verletzt

Im weiteren Verlauf sei die Frau mit dem Auto eines 50 Jahre alten Mannes zusammengestoßen, der mit seinem Wagen nach rechts von der Fahrbahn abkam und auf einem angrenzenden Feld zum Stehen kam. Daraufhin stieß sie den Angaben nach mit dem Auto der Familie zusammen, das durch die Wucht des Aufpralls nach rechts von der Fahrbahn geschleudert wurde, sich überschlug und auf dem Dach auf einer angrenzenden Pferdekoppel zum Liegen kam.

Zuletzt sei die Frau noch mit dem Wagen eines 74 Jahre alten Fahrers zusammengestoßen, der direkt hinter der Familie gefahren war.

Die 39 Jahre alte mutmaßliche Unfallverursacherin, der 50 Jahre alte Autofahrer und die Eltern der Kinder, eine 29-jährige Frau und ein 37 Jahre alter Mann, wurden bei dem Unfall in Barsinghausen (Region Hannover, Niedersachsen) schwer verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Die beiden anderen Unfallbeteiligten seien unverletzt geblieben.

Horror-Unfall in Barsinghausen: Polizei ermittelt wegen möglichem illegalen Autorennen

Fotos zeigten ein völlig zerstörtes, auf der Seite liegendes Fahrzeug. Auf der Wiese neben dem Wagen liegen Gegenstände verstreut. Mehrere Rettungswagen und -hubschrauber waren laut Polizei am Freitag im Einsatz.

Die Feuerwehr befreite demnach die eingeklemmte Familie aus dem Auto und reanimiere die beiden Kinder, wobei für den jüngeren Jungen jede Hilfe zu spät kam. Notfallseelsorger kümmerten sich um die psychologische Betreuung aller Beteiligten und der Einsatzkräfte.

Die Polizei in Niedersachsen ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen. (dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Unfälle dieser Größenordnung stellen für die Einsatzkräfte, oft aber auch für die Anwohner eine enorme Belastung dar. 2019 starben in der Nähe von Göttingen in Südniedersachsen vier Menschen bei einem Frontalzusammenstoß. Die Anwohner sprachen damals von einem nie zuvor erlebten Schock, die Feuerwehr und deren Angehörige arbeiteten eng mit Seelsorgen zusammen.

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