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Giftige Nosferatu-Spinne breitet sich in Niedersachsen aus

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Von: Raphael Digiacomo

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Die Nosferatu-Spinne breitet sich zunehmend in Deutschland aus. Laut Nabu werden auch in Niedersachsen immer mehr Exemplare der giftigen Spinne gemeldet.

Hannover – Ein vielbeiniger Exot auf dem Vormarsch: Die Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland zunehmend aus und ist auch in Niedersachsen angekommen. Inzwischen gebe es mehrere Meldungen aus Hannover, Göttingen und Osnabrück. Auch in Oldenburg und in Ostfriesland sei die Spinne schon mehrfach gesichtet worden, wie der Naturschutzbund (Nabu) am Donnerstag (08.09.2022) in Hannover mitteilte.

Nach Ansicht der Umweltschützer tragen vor allem Klimawandel und Globalisierung dazu bei, dass sich die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne immer weiter verbreitet. Erstmals sei die Spinne 2015 in der Bundesrepublik nachgewiesen worden. Das Tier hat eine Körperlänge von ein bis zwei Zentimetern und eine Beinspannweite von etwa fünf.

Nabu: Giftige Nosferatu-Spinne breitet sich nun auch in Niedersachsen aus

Nosferatu-Spinne
Die Nosferatu-Spinne breitet sich immer weiter aus, auch in Niedersachsen. Hier sitzt ein Exemplar auf einem Holzblock. (Symbolbild) © Robert Pfeifle/Nabu/dpa

In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet ist die Nosferatu-Spinne, die mit Vorliebe nachts und ohne Netze ihre Beute jagt, dem Nabu zufolge allem an Bäumen und Felsformationen aktiv. Hierzulande halte sie sich vor allem an Gebäuden und um diese herum auf, da sie die Wärme sucht.

Seinen bedrohlichen Namen verdankt das Tier übrigens dem charakteristischen Muster auf ihrem Rücken, die an die Filmfigur Nosferatu erinnern soll. Der gleichnamige Vampir trieb in dem Spielfilm „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ von 1922 sein Unwesen. Die Zoropsis spinimana, so die Bezeichnung der Gattung, gehört zu den Echten Webspinnen und ist für den Menschen in der Regel harmlos.

Nosferatu-Spinne: Bisse sind selten und mit Wespenstichen vergleichbar

„So wie alle Spinnen hat auch die Nosferatu-Spinne Gift, um ihre Beute zu betäuben“, sagt Nabu-Experte Frederik Eggers. Sie könne mit ihren Beißwerkzeugen sogar die menschliche Haut durchdringen. Die Folgen eines Bisses seien für Menschen – ähnlich wie bei einem Bienen- oder Wespenstich – grundsätzlich eher unproblematisch.

Eine Nosferatu-Spinne fängt man am besten mit einem Glas und einem Stück Pappe.
Eine Nosferatu-Spinne fängt man am besten mit einem Glas und einem Stück Pappe. © membio/imago

Konkret bedeutet das: Sofern keine Allergie vorliegt, müssen im unwahrscheinlichen Falle eines Bisses auch keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden. „Zu einem Biss kommt es in der Regel nur dann, wenn sich die Spinne bedrängt fühlt“, erklärte Eggers.

Verhalten bei Spinnen-Fund: Nosferatu-Spinne vorsichtig ins Freie bringen und online melden

„Wer in der Wohnung ein Exemplar findet, sollte daher nicht versuchen, sie mit bloßer Hand einzufangen. Am besten stülpt man ein Glas über die Spinne, schiebt eine dünne Pappe zwischen Untergrund und Glas und setzt sie ins Freie“, erklärt Eggers, Teamleiter Natur- und Umweltschutz des Nabu-Niedersachsen.

Wer selbst eine Nosferatu-Spinne sieht, kann Fundort und Zeitpunkt auf dem Naturgucker-Portal des Nabu melden. So werden künftig noch genauere Erkenntnisse über Verbreitung und Vorlieben der Nosferatu-Spinne möglich. (rdg)

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