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Tanzverbot in Niedersachsen: Was erlaubt ist und was nicht

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Von: Fabian Raddatz

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Tanzverbot an Feiertagen.
In Niedersachsen gilt an den Ostertagen 67 Stunden lang Tanzverbot. (Symbolfoto) © Franziska Kraufmann

Die Ostertage stehen vor der Tür – und damit auch das alljährliche Tanzverbot am Karfreitag. So auch in Niedersachsen. Was das genau bedeutet.

Hannover – Ostern steht vor der Tür – und damit auch das alljährliche Tanzverbot am Karfreitag. In diesem Jahr fällt dieser sogenannte stille Tag auf den 15. April 2022. Meist bedeutet das: öffentliche Veranstaltungen, auf denen Musik gespielt wird, sind verboten.

So auch in Niedersachsen, dort gilt das Tanzverbot sogar ab Donnerstag, 14. April 2022 (Gründonnerstag) bis zum Karsamstag, 16. April 2022. 67 Stunden lang Tanzverbot. Erst in der Nacht auf Ostersonntag dürfen die Musikanlagen ab 0 Uhr wieder hochgefahren werden. So sieht es das sogenannte Feiertagsrecht des Landes Niedersachsen vor.

Tanzverbot in Niedersachsen: Private Feiern erlaubt, Konzerte teils verboten

Demnach ist alleine die Bereitstellung der Räumlichkeiten – sei es eine Gaststätte, ein Saal, eine Diskothek oder gar eine Scheune – verboten. Als öffentliche Tanzveranstaltungen gilt, wenn jede Person – mit oder ohne Bezahlung – Zutritt hat. Heißt aber auch im Umkehrschluss: private Feiern, im Vereins- oder Familienkreis, sind erlaubt. Auch in den eigenen vier Wänden darf das Tanzbein geschwungen werden, es gelten die üblichen Regeln der Lärmbelästigung.

Da das Tanzverbot wortwörtlich das gemeinsame Tanzen der Gäste verhindern soll, sind von der Regelung auch reine Konzerte und Aufführungen nicht betroffen, die als Kunstdarbietungen und nicht als reine Tanzveranstaltung angesehen werden. Wenn dabei Gäste spontan zwischen den Tischen tanzen, soll das erlaubt sein.

Wenn auf der Veranstaltung eine bloße CD abgespielt wird, sei das keine künstlerische Darbietung – und somit unzulässig. Generell sind in Niedersachsen alle Veranstaltungen untersagt, „die über den Schank- und Speisebetrieb hinausgehen“. Das schließt auch Sportevents mit ein.

Disko-Betreiber über Tanzverbot in Niedersachsen: „Jetzt nimmt man uns schon wieder zwei Tage“

Disko-Betreiber sind vom Tanzverbot – wenig überraschend – nicht besonders angetan: Martin Polomka, Betreiber mehrerer Diskotheken in Hannover, sagte der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung: „Im Prinzip zwei Jahre durften wir wegen Corona nicht öffnen und jetzt nimmt man uns schon wieder zwei Tage.“ Das Feiertagsverbot halte er schon lange nicht mehr für zeitgemäß. In Niedersachsen durften die Diskos nach langer Corona-Pause wieder öffnen*. Vorher galt pandemiebedingt Tanzverbot*.

Die Idee des Tanzverbots liegt im christlichen Glauben begründet. An Karfreitag etwa gedenken Christen der Kreuzigung Jesu. Es soll ein Tag der Trauer und des Innehaltens sein. Einige Gläubige verzichten an diesem Tag auch auf Fleisch und Alkohol. Ostern ist das wichtigste Fest des Christentums, das am Ostersonntag die Auferstehung Jesu feiert. Die Tage dazwischen sollen still verbracht werden. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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