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Niedersachsen leidet unter Waschbär-Plage – über 20.000 Abschüsse

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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In Niedersachsen erreicht die Zahl der Waschbär-Abschüsse einen neuen Rekordwert: Über 20.000 Tiere wurden in der Jagdsaison 2021/22 erlegt.

Hannover – Niedersachsen hat es mit einer Plage der ungewöhnlichen Art zu tun: Waschbären. Das süße Tier nimmt im Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Überhand und bedroht damit die biologische Vielfalt. Die ernüchternde Konsequenz ist ein massiver Anstieg der Waschbär-Abschüsse in der Jagdsaison 2021/2022.

Im Vergleich zur Vorsaison ist ein Anstieg von 10,3 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der Waschbär-Abschüsse in Niedersachsen ist in der Jagdsaison 2021/2022 deutlich gestiegen, konkret um 10,3 Prozent. Insgesamt gab es damit offiziell 23.322 Abschüsse des Tieres, das als sogenannte „invasive Tierart“ gilt. Das berichtet kreiszeitung.de.

Anstieg der Waschbär-Abschüsse in Niedersachsen: „Invasive Art“ bedroht die biologische Vielfalt

Waschbär im Solling
Ein Waschbär klettert auf einen Baum. So niedlich das Tier sein mag, kann es für die Umwelt zur Gefahr werden. (Archivbild) © Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

Als solche werden Tierarten bezeichnet, die „gebietsfremd“ sind, sprich durch den Menschen nach Deutschland gebracht wurden, was konkrete Folgen hat: Waschbären bedrohen die biologische Vielfalt. Doch nicht nur Waschbären fallen in diese Kategorie, zu den „invasiven Tierarten“ gehören auch Marderhunde oder Bieberratten.

Bei der Vorstellung des Landesjagdberichts erklärte der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke laut t-online, dass andere Arten unter dem Waschbären leiden würden. Grund dafür ist unter anderem, dass das Tier, das besondere Kletterfähigkeiten besitzt, immer wieder Jungvögel aus seinen Nestern wirft, um diese dann selbst zu belagern. Hinzu kommt: Auf dem Speiseplan des Tiers stehen auch seltene Amphibien. Nie zuvor waren in Niedersachsen so viele der Waschbären abgeschossen worden, wie im vergangenen Bemessungszeitraum.

Zahl der Waschbär-Abschüsse in Niedersachsen könnte durch Regeländerung weiter steigen

Tatsächlich ist mit einer weiter steigenden Zahl der Abschüsse von Waschbären und anderen als „invasiv“ eingestuften Tierarten zu rechnen. Das hängt vor allem mit einer Regeländerung in Niedersachsen zusammen: Seit April ist es Jägerinnen und Jägern in dem Bundesland gestattet, bei der Jagd auf etwa Waschbären oder Biberratten spezielle Mittel zu verwenden: Auch der Einsatz von Nachtsicht und Nachtzieltechnik ist bei der Jagd auf die Tiere inzwischen gestattet – das war bisher nicht der Fall.

Waschbär-Abschüsse steigen: Zahl der Abschüsse von Biberratten und Marderhunden nimmt ab

Während aus dem Bericht ein klarer Anstieg der Waschbär-Abschüsse hervorgeht, ging die Zahl der Abschüsse anderer „invasiver Tierarten“ deutlich zurück – konkret Marderhunde und Biberratten, auch genannt Nutrias. Im Vergleich zur Vorsaison wurden rund 10,2 Prozent weniger Biberratten erlegt, insgesamt waren es in der vergangenen Saison damit 40.980 der Tiere. Auch bei Marderhunden ist der Trend rückläufig: Mit insgesamt 3.914 Abschüssen gab es einen Rückgang um 10,7 Prozent.

Zahl der Jagdscheine in Niedersachsen weiterhin besonders hoch

Die Zahl der vergebenen Jagdscheine in Niedersachsen ist im Vergleich zu anderen Bundesländern hoch: Im Zeitraum des Berichts, also der Jagdsaison 2021/2022, absolvierten 4116 Jägerinnen und Jäger erfolgreich ihre Jagdscheinprüfung. Gemessen an der Vorsaison ist das ein deutlicher Anstieg. Zum Vergleich: In Berichtszeitraum zuvor waren es noch 3425 erfolgreiche Prüfungen.

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Insgesamt wurde damit laut Jagdbericht über ein Viertel aller in Deutschland abgelegten Jagdprüfungen in Niedersachsen absolviert. Das Jagdjahr beginnt offiziell am 1. April und endet am 31. März des darauffolgenden Jahres. Es ist das zwanzigste Jahr, in dem das Land Niedersachsen seinen Landesjagdbericht vorlegt. Veröffentlicht wird der Schriftsatz durch das Landwirtschaftsministerium des Landes.

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