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Zugunglück bei Gifhorn: Bahn sperrt Strecke bis Dezember - und nennt Datum für Freigabe

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Von: Thomas Kopietz

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Nach dem schweren Zugunglück bei Leiferde laufen die Bergungsarbeiten. Verspätungen und Umwege werden vorerst bis zum 16. Dezember erwartet.

Leiferde – Bahnkunden, die aus der Region Nordhessen, Südniedersachsen nach Berlin fahren, sind genervt von stundenlangen Verspätungen und Fahrzeiten von bis zu fünf Stunden: Sie müssen weiter geduldig bleiben, denn die Folgen der Kollision zweier Güterzüge bei Leiferde (Kreis Gifhorn) am vergangenen Donnerstag bleiben bestehen. Die Sperrung wird länger dauern, als zunächst gemeldet.

Statt am 27. November wird die Strecke eventuell erst am 16. Dezember wieder freigegeben, so die Deutsche Bahn (DB). Das hat Folgen für die Fahrgäste. Wer seine für den Zeitraum zwischen dem 18. November und dem 16. Dezember geplanten Reisen verschieben möchten, kann sein Ticket laut Bahn flexibel im Fernverkehr bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende nutzen.

Bahnunglück bei Leiferde: Deutsche Bahn will Strecke am 16. Dezember freigeben

Gas aus einem beschädigen Waggon wird kontrolliert abgefackelt: Zwei Güterzüge waren am 16. November bei Leiferde kollidiert. Der Zugverkehr ruht dort.
Gas aus einem beschädigen Waggon wird kontrolliert abgefackelt: Zwei Güterzüge waren am 16. November bei Leiferde kollidiert. Der Zugverkehr ruht dort. © Philipp Schulze/dpa

Reisenden riet die Bahn, zwischen Berlin und dem nördlichen Nordrhein-Westfalen Umsteigeverbindungen über Hamburg zu nutzen – zwischen Berlin und dem Süden Nordrhein-Westfalens auch Umsteigeverbindungen über Frankfurt. Außerdem seien zwischen Wolfsburg und Hannover stündlich Ersatzbusse unterwegs.

Gleichzeitig baut die DB „Weddeler Schleife“ zwischen Braunschweig und Wolfsburg zweigleisig aus, daher ist der Abschnitt zwischen Weddel und Fallersleben wohl bis zum 10. Dezember gesperrt. Ziele sind laut Bahn der Halbstundentakt zwischen Braunschweig und Wolfsburg, pünktlichere Züge sowie die Entlastung des Eisenbahnknotens Hannover.

Derweil laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Das explosive Propangas aus vier umgekippten Kesselwagen soll am Wochenende abgepumpt und abgefackelt sein. Mittlerweile sei das Gas aus allen Waggons zur Hälfte abgepumpt, mehr sei wegen der Schräglage der Wagen nicht möglich, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Bergungsarbeiten nach Zugunglück bei Gifhorn laufen auf Hochtouren

Ein Waggon sei bereits leer, das verbliebene Gas sei kontrolliert abgefackelt worden. Das Gas aus den drei anderen Waggons werde ebenfalls abgefackelt. Unter dem Vorbehalt, dass es keine technischen Schwierigkeiten gebe, werde die Feuerwehr die Unfallstelle danach für die Bergungsarbeiten freigeben, hieß es am Mittwoch (23.11.2022).

Ein Feuerwehrsprecher sagte, dass wegen der niedrigen Außentemperatur die Waggons erwärmt werden müssen, indem sie mit warmen Wasser beregnet würden, damit das Propangas vom flüssigen in einen gasförmigen Zustand übergehen und abgefackelt werden könne. Die DB hatte Bedenken geäußert, weil das Wasser das Erdreich aufweichen und die Bergung mit Kränen erschweren könne.

Vorsorglich seien Brunnenschächte angelegt worden, um das Wasser abpumpen zu können. Die Aufräumarbeiten können erst nach Freigabe der Unfallstelle beginnen, die umgekippten Waggons abtransportiert werden. Vor Beginn der Reparaturen erfolgt zunächst die Begutachtung der vorhandenen Schäden an der Infrastruktur wie Gleisen, Oberleitungen und Sicherheitseinrichtungen. (tko/mit dpa)

Verwandte Themen: In der Vergangenheit ist es in Niedersachsen bereits mehrmals zu tragischen Unfällen mit Zügen gekommen. Vor 30 Jahren ereignete sich ein schweres Zugunglück in Northeim. 2014 entgleiste ein Güterwagen an einem Bahnübergang bei Göttingen; tausende Getränke-Dosen wurden dabei verstreut.

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