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Vergiftung mit Chlordioxid: Zahl der Notfälle im Zusammenhang mit „Corona-Heilmittel“ steigt

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Die Zahl der Notfälle im Zusammenhang mit dem „Corona-Heilmittel“ Chlordioxid steigt.
Die Zahl der Notfälle im Zusammenhang mit dem „Corona-Heilmittel“ Chlordioxid steigt. (Symbolbild) © Soeren Stache/dpa

Die Zahl der Notrufe wegen des vermeintlichen Corona-Heilmittels Chlordioxid ist stark gestiegen. So haben sich die Notfälle vervielfacht.

Niedersachsen – Die Zahl der Notrufe wegen Vergiftungen mit dem vermeintlichen Corona-Heilmittel Chlordioxid ist seit Pandemie-Beginn stark gestiegen. Das berichtete der NDR am Mittwoch unter Berufung auf das Giftinformationszentrum Nord in Göttingen.

Vergiftung mit Chlordioxid: Im Norden immer mehr Vorfälle in den vergangenen Jahren

Im vergangenen Jahr seien es 50 Notrufe gewesen und allein in diesem Jahr habe es bereits 24 Notfälle im Zusammenhang mit Chlordioxid gegeben. Zum Vergleich: im Jahr 2019 gab es nur sieben Notrufe. Das Giftinformationszentrum Nord in Göttingen erfasst die Fälle für Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Chlordioxid als vermeintliches Heilmittel in Querdenker-Szene bekannt

Chlordioxid, was eigentlich als Desinfektionsmittel genutzt wird, gelte in der Querdenker-Szene als vermeintliches Heilmittel. So soll es gegen Krebs, Autismus oder Corona helfen. Laut Bericht des NDR gäben auch Eltern ihren Kindern in einigen Fällen die Substanz. In Österreich ist Johann Biacsics, Kopf der Querdenker, bereits im November vergangenen Jahres nach einer Corona-Infektion gestorben. Anstatt des Klinikaufenthalts setzte er auf eine Selbsttherapie mit Chlordioxid. Laut Medienberichten betritt er unter Corona zu leiden. Mehr dazu im Video.

Giftzentrum zu Chlordioxid: „Alternative Heilmethoden richten oft mehr Schaden an als Nutzen“

„Alternative Heilmethoden wie MMS/Chlordioxid und pseudomedizinische Ratschläge haben in diesen Zeiten Hochkonjunktur und richten oft mehr Schaden an als Nutzen“, heißt es auf der Website des Giftinformationszentrums. Welche präventiven und therapeutischen Maßnahmen wirklich sinnvoll seien, soll unbedingt den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts oder den Hausärzten entnommen werden.

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