1. Startseite
  2. Niedersachsen

Niedersachsen verhängt Mahngebühren: Das kostet die Verspätung der Grundsteuererklärung

Erstellt:

Von: Steffen Maas

Kommentare

Aufgrund der Grundsteuerreform brauchen die Finanzämter neue Angaben von Grundstückseigentümern. Wer damit trödelt, zahlt bald wegen Verspätung drauf.

Hannover – Das erste Bundesland geht den Hunderttausenden Nachzüglern bei der neuen Grundsteuer ans Portemonnaie: Wer seine Grundsteuererklärung in Niedersachsen nicht rechtzeitig bis Ende Januar abgegeben hat, muss für die Zeit ab Februar mit einem Verspätungszuschlag rechnen. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Grundsteuererklärung in Niedersachsen: Blauer Brief für 500.000 Nachzügler – dann kostet es!

Kostenpunkt für die undokumentierten Grundeigentümer zunächst: 25 Euro im Monat. Der Betrag wird dann rückwirkend für jeden Monat seit 1. Februar 2023 angerechnet – dann lief die bereits verlängerte Abgabefrist ab. Darauf hat das Finanzministerium am Freitag, 12. Mai 2023, hingewiesen.

Häuser in Rinteln und in klein ein Symbolbild zu einer Mahnung
Rund 500.000 Grundeigentümer in Niedersachsen kriegen jetzt eine letzte Erinnerung. Wer danach immer noch keine Angaben zur Grundsteuer gemacht hat, muss Strafe zahlen. (Montage) © Christophe Gateau/dpa/agefotostock/Imago

Der NDR hatte zuvor berichtet, dass von Montag an knapp 500.000 Erinnerungsschreiben an die Grundeigentümer im Nordwesten der Bundesrepublik verschickt werden, die noch keine Steuererklärung eingereicht haben. Reagieren die Hunderttausenden Nachzügler auch auf das Schreiben nicht, wird der Verspätungszuschlag fällig.

Grundsteuerreform 2022: 86 Prozent der Niedersachsen haben neue Angaben bereits gemeldet

Bisher liegen den Finanzämtern in Niedersachsen erst 86 Prozent der Erklärungen vor, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums in Hannover sagte. Mit dieser Quote sei man insgesamt zufrieden, man rechne aber damit, dass durch die Erinnerungsbriefe noch weitere Erklärungen folgen werden. Sollte das nicht passieren, würden die nötigen Angaben ansonsten geschätzt. Wann es dazu komme, werde im Einzelfall entschieden.

Die Grundsteuer wird streng genommen nur den Eigentümern eines Grundstücks in Rechnung gestellt. Die Forderungen können aber über die Nebenkosten an Mieter oder Pächter weitergegeben werden. Über die Höhe entscheiden die Gemeinden. Die Steuererklärungen wurden nötig, weil die Berechnung der Grundsteuer reformiert wurde.

Grundsteuererklärung über Elster: Elektronisches System soll Fehlern vorbeugen

Für diese Neuberechnung mussten alle Grundbesitzer nun eine elektronische Grundsteuererklärung über das Portal Elster abgeben. „Die elektronische Abgabe erleichtert Ihnen das Ausfüllen der Erklärung und beugt Übertragungsfehlern vor. ELSTER führt Sie schrittweise durch das Programm und die von Ihnen eingegebenen Daten werden direkt auf Plausibilität geprüft. Anschließend wird das gesamte Datenpaket auf sicherem Weg an das zuständige Finanzamt geleitet“, heißt es dazu vom Landesamt für Steuern in Niedersachsen.

Was tun, wenn die elektronische Abgabe nicht möglich ist?

Das niedersächsische Landesamt weist darauf hin, dass die Erklärung zur Grundsteuer nur in absoluten Ausnahmefällen auch abseits des elektronischen Elster-Systems stattfinden kann. Dafür gibt es auf der Homepage des Landesamtes einen Vordruck, der am Computer auszufüllen und dann postalisch zu versenden ist. Wer über gar keinen Internetzugang verfügt, für den halten die Finanzämter der Kommunen in Niedersachsen eine geringe Anzahl solcher Vordrucke bereit.

Grundsteuerreform: Neuer Grundsteuerbescheid kommt erst 2025

Im Zuge der Grundsteuerreform in Niedersachsen erinnert das Landesamt zu dem erneut daran, dass nur ein begrenzter Personenkreis berechtigt ist, steuerliche Beratung anzubieten und Steuererklärungen für Dritte anzufertigen. Dazu zählen:

Haben auch die Nachzügler ihre Erklärungen abgegeben, dauert es noch, bis die Reform tatsächlich greift: Erst im Jahr 2025 erhalten die Grundstückseigentümer dann von ihrer Kommune den neuen Grundsteuerbescheid über die ab 2025 neu zu zahlende Grundsteuer. (Mit Material der dpa)

Auch interessant

Kommentare