1. Startseite
  2. Niedersachsen

Zöllner fassen Schmuggler mit Hundewelpen im Kofferraum

Erstellt:

Von: Raphael Digiacomo

Kommentare

Zollbeamte finden bei einer Routinekontrolle auf der A2 bei Braunschweig einen Hundewelpen im Auto eines Schmugglers. Das Tier wird zur Quarantäne in einem Tierheim untergebracht.

Braunschweig – Ungewöhnliche Schmuggelware mit Pelz und Pfoten: Zollbeamte der Kontrolleinheit Verkehrswege Göttingen des Hauptzollamts Braunschweig haben am Dienstag (06.09.2022) einen jungen Hundewelpen im Auto eines Schmugglers in Niedersachsen gefunden.

Bei der Routinekontrolle eines Fahrzeugs mit serbischem Kennzeichen auf der A2 bei Braunschweig-Watenbüttel kam ein junger Hundewelpe zum Vorschein. Der verängstigte Hund befand sich in einer kleinen Transportbox im Kofferraum des Wagens.

Niedersachsen: Zollbeamte finden illegal importierten Hundewelpen in Auto von Schmuggler

Ein Mann trägt einen Hundewelpen im Arm.
Zollbeamte haben bei einer Routinekontrolle in Braunschweig einen illegal aus dem Ausland transportierten Welpen im Wagen eines Schmugglers gefunden. © Hauptzollamt Braunschweig

Für den Hundewelpen, der aus Nordmazedonien stammte, konnte der Fahrer außer einem nordmazedonischen Heimtierausweis keinerlei weitere Papiere vorlegen. Bei der Kontrolle der Dokumente stellten die Zöllner fest, dass der Hund die notwendige Tollwutimpfung erst vor drei Tagen erhalten hat.

Das stellt einen Verstoß gegen tierseuchenrechtliche Vorschriften der EU dar, da zwischen Ausreise und Impfung des Tieres zwecks Immunisierung 21 Tage vergehen sollen. Der zuständige Amtstierarzt wurde kontaktiert und der kleine Vierbeiner zur Quarantäne in ein naheliegendes Tierheim gebracht.

Import und Transport von Tieren in die EU unterliegt tiergesundheitlichen Bestimmungen

Immer wieder stellen Zöllner des Hauptzollamts Braunschweig bei ihren Kontrollen die illegale Einfuhr von jungen Hundewelpen fest. Leider spielt dabei in der Regel der gewinnbringende Weiterverkauf die Hauptrolle. Oft ist auch die Versuchung für Schmuggler groß, Kosten für notwendige tierärztliche Untersuchungen, Impfungen oder Dokumente zu sparen.

„Das Wohl des Tieres bleibt dabei oft auf der Strecke“, erklärt Thomas Czapla, Pressesprecher vom Hauptzollamt Braunschweig. Der gefundene Welpe sollte nach Dänemark gebracht werden. Ob es sich dabei um ein Geschäft oder ein Geschenk handelt, ist noch unklar.

Der verängstigte Welpe in einer kleinen Transportbox.
Der verängstigte Welpe war in einer kleinen Transportbox im Kofferraum des Schmugglers untergebracht. © Hauptzollamt Braunschweig

Der Fahrer hat noch vor Ort die entstandenen Steuerabgaben entrichtet. Zusätzlich wird das Veterinäramt weitere rechtliche Schritte gegen den Fahrer prüfen. (rdg)

Der Zoll überwacht die Ein- und Ausfuhr von Waren, auch von vom Aussterben bedrohten Pflanzen und Tieren. In Göttingen hat der Zoll ein illegales Lager mit 12 Millionen Zigaretten gefunden.

Hintergrundinformation:

Für Heimtiere wie Hunde oder Katzen gelten bei der Einreise aus Nicht-EU-Staaten die tiergesundheitlichen Bestimmungen der Europäischen Union. Kennzeichnungen, um das Tier eindeutig zuordnen zu können, Angaben zu dem Tier und seinem Besitzer sind dabei ebenso notwendig wie ein tierärztlicher Nachweis über einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut.

Hundewelpen dürfen grundsätzlich erst ab einem bestimmten Alter gegen Tollwut geimpft werden. Erst nach der Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes von circa 21 Tagen dürfen sie dann nach Deutschland einreisen. Eine drei Tage vor der Einreise erfolgte Impfung wäre somit nicht ausreichend und stellt eine Gefahr für Mensch und Tier dar.

In so einem Fall muss der Zoll im Rahmen des Seuchenschutzes entsprechend handeln. Die Einreise in die EU darf auch nicht dem Zweck des Verkaufs, beziehungsweise des Besitzerwechsels dienen. Werden Tiere aus Nicht-EU-Staaten in die EU eingeführt, so fallen gegebenenfalls auch weitere Steuern an, teilt das Hauptzollamt Braunschweig mit.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion