"Mut gegenüber Schurken“

Diese 16-jährige Palästinenserin ist die Ikone des Widerstands gegen Israel

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Die 16-jährige Ahed Tamimi.

Unter Palästinensern gilt die 16-jährige Ahed Tamimi als Heldin, als Ikone im Kampf gegen die israelischen Besatzer im Westjordanland.

Gaza - Die Jugendliche mit der auffälligen blonden Lockenmähne wurde in den vergangenen Jahren mehr als einmal handgreiflich gegenüber Israelis - und avancierte damit zu einer Symbolfigur in der Propagandaschlacht des Nahostkonflikts. Am 15. Dezember verpasste sie einem israelischen Soldaten vor laufender Kamera eine Ohrfeige, was zu ihrer Festnahme führte.

Ein Handyvideo von dem Vorfall verbreitete sich rasch in den sozialen Netzwerken. Darin sind Tamimi, ihre Mutter und ihre Cousine zu sehen. Die Jugendliche und ihre Cousine nähern sich zwei Soldaten, die sich in der Nähe ihres Hauses in dem Dorf Nabi Saleh bei Ramallah aufzuhalten scheinen. Sie fordern die Soldaten auf, zu verschwinden - dann schubsen, treten und ohrfeigen sie die Israelis.

Die schwer bewaffneten Männer reagieren zunächst nicht auf die Attacke, die eher eine Provokation zu sein scheint als ein ernsthafter Versuch, sie zu verletzen. Als sich auch Tamimis Mutter einmischt, weichen die Israelis zurück.

Wenige Tage nach dem Vorfall wurden die drei Frauen festgenommen. Am Montag soll Ahed Tamimi wieder freikommen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief nach dem Vorfall ihren Vater an und lobte den Widerstand der Familie gegen die israelische Besatzung, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete. In sozialen Netzwerken wird die 16-Jährige für ihren "Mut gegenüber Schurken" gelobt und als "so viel wert wie tausend Männer" gepriesen.

Ahed Tamimi steht nicht zum ersten Mal im Rampenlicht: Bereits vor Jahren wurde sie dabei fotografiert, wie sie einem israelischen Soldaten ihre geballte Faust entgegen reckte. Damals wurde sie sogar vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan empfangen, der 2012 noch das Amt des Ministerpräsidenten bekleidete. Aus dem Jahr 2015 gibt es ein Foto von ihr, wie sie einem israelischen Soldaten in die Hand beißt, um ihn an der Festnahme eines ihrer Brüder zu hindern.

Israelische Medien beschreiben das Mädchen als "Provokateurin, die es versteht, ihre Taten zu medialisieren". Ihr Vater Bassem Tamimi wurde vor einigen Jahren in Israel inhaftiert und ist bei Demonstrationen bis heute häufig ganz vorne dabei. Ihm und dem Rest der Familie wird vorgeworfen, ihre junge Tochter für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Der Vater schreibt die Prominenz seiner Tochter auch ihren langen blonden Locken und ihren "westlichen" Kleidern zu: "Wenn sie verschleiert und dunkelhäutig wäre, würde sie dann dieselbe Aufmerksamkeit bekommen?", fragt er.

An dem Tag, an dem die 16-Jährige die israelischen Soldaten angriff, wurde auch andernorts im Westjordanland demonstriert: Gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump von Anfang Dezember, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen. Seitdem reißen die Proteste der Palästinenser nicht ab, es gab Tote und viele Verletzte.

Die 2001 geborene Ahed Tamimi wuchs in diesem Umfeld des Widerstands auf. "Ich kann nicht an meine Zukunft denken, weil die Besatzung mich daran hindert", sagt sie in einem Video vom Februar 2017. Das Mädchen wollte früher Profi-Fußballerin werden, wie Aheds Vater sagt. Heute träume sie davon, Jura zu studieren - "um ihre Familie und ihr Dorf verteidigen zu können".

afp

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