Bergwerk Rammelsberg: 3000 Jahre alte Müllkippe bei Goslar entdeckt

An der Fundstelle: Die Oberfläche einer Grabungsstelle am Rammelsberg wird von einem Mitarbeiter vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege vermessen. Foto: dpa

Goslar. Archäologen haben im früheren Bergwerk Rammelsberg in Goslar eine vermutlich 3000 Jahre alte Müllkippe entdeckt. Wohl drei Jahrtausende lang haben Bergleute dort defekte Werkzeuge, Schuhe und andere abgenutzte Gegenstände in ein großes Loch geworfen, das beim Tagebau entstanden war.

Die untersten Abfallschichten reichen vermutlich bis in die Bronzezeit zurück, sagte Lothar Klappauf vom niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege am Dienstag. „Sie wären damit rund 3000 Jahre alt“.

„Es handelt sich um einen deutschlandweit einmaligen Glücksfund“, sagte Friedrich Wachholz, der die seit dem Jahr 2009 laufenden systematischen Grabungen an der historischen Bergmanns-Müllkippe leitet. Bislang sind die Wissenschaftler in Schichten vorgestoßen, in denen bergmännische Abfälle aus dem frühen Mittelalter liegen. „Wir haben dabei Teile von Öllämpchen gefunden, Stiele von Werkzeugen, Keile, Stoffreste, Lederriemen und Seilstücke.“

Die spektakulärsten bisherigen Funde sind die Reste von zwei zerschlissenen, etwa 800 Jahre alten Bergmannsstiefeln aus Leder und ein massives hölzernes Tragwerk. Dabei handelt es sich nach Klappaufs Worten vermutlich um eine mittelalterliche Arbeitsbühne, auf der die Bergleute standen, um Erz aus dem Berg zu schlagen. Letzte Sicherheit werde es aber erst geben, wenn die Konstruktion vollständig ausgegraben ist.

„Wenn wir noch 50 Zentimeter tiefer graben, stoßen wir voraussichtlich auf Funde aus dem Jahr 1000 nach Christus“, sagte Klappauf. Die historische Müllkippe sei aber noch viele Meter tiefer.

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