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Wissing zum 9-Euro-Ticket: Habe Lindner von Nachfolge-Ticket überzeugt

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Von: Nils Tillmann

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Mit dem Ende des 9-Euro-Tickets wird wieder über die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs diskutiert. Bundesverkehrsminister Wissing macht jetzt Hoffnung auf ein Nachfolge-Ticket.

Kassel – Es müsse ein modernes Ticket als Nachfolger des 9-Euro-Monatstickets geben, verkündete Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Mittwoch im Deutschlandfunk. Davon habe er nun auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) überzeugt. Die Minister seien sich laut Wissing einig, dass es eine moderne Lösung mit einem vereinfachten Tarifmodell geben müsse.

Dabei sollen vor allem die vielfältigen Tarifzonen der regionalen Verkehrsverbünde vereinfacht werden. „Die Menschen haben durch den Kauf dieser vielen Tickets darüber abgestimmt, dass es so nicht bleiben soll”, sagt der Verkehrsminister.

Volker Wissing
Bundesverkehrsminister Volker Wissing lässt durchblicken, dass es einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket geben könnte (Archivfoto) © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Das 9-Euro-Ticket ermöglichte die bundesweite Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für 9 Euro pro Monat. Es war ab dem 1. Juni verfügbar und läuft mit dem Ende des Monats August aus. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum rund 52 Millionen Tickets verkauft. 

Lindner kritisierte zuvor die Verlängerung des 9-Euro-Tickets

Bundesfinanzminister Christian Lindner hatte sich in den vergangenen Wochen einer Verlängerung des 9-Euro-Tickets gegenüber kritisch gezeigt. Er hatte in diesem Zusammenhang eine „Gratismentalität“ bemängelt. Diese sei nicht finanzierbar, schrieb der FDP-Minister Anfang August auf Twitter.

Nun legt Wissing jedoch nahe, dass es eine Einigung gegeben habe. Auch der Bund sei bereit, einen Beitrag zur Finanzierung eines Nachfolge-Tickets zu leisten. Dafür müssten zuerst die Struktur und das Finanzierungsmodell geklärt werden, wie der Verkehrsminister erläutert. „Man kann nicht vom Bund erwarten, dass er einfach Geld auf den Tisch legt, wenn die Länder selbst keine Vorschläge haben, wie das neue Ticket aussehen soll“, sagt Wissing im Deutschlandfunk.

Der Preis eines möglichen Nachfolge-Tickets bleibt jedoch noch offen. Die Koalitionspartner SPD und die Grünen hatten zuletzt ein 49-Euro-Monatsticket ins Gespräch gebracht. Auch ein 365-Euro-Jahresticket wurde bereits vorgeschlagen. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatte eine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket gefordert. Das 9-Euro-Ticket war Teil des zweiten Entlastungspakets der Bundesregierung, das im Mai beschlossen worden war. Derzeit wird über ein drittes Entlastungspaket für den Herbst verhandelt. (nt/dpa)

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