Supporters-Club-Vorsitzender schreibt Innenminister und Medien offenen Brief

Die 96-Fan-Kurve sieht Rot

Pyrotechnik: So sieht es aus, wenn Fans ganze Blöcke im Stadion in rotes Licht hüllen. Das finden nicht alle Zuschauer gut. Foto: dpa

Hannover. Pyrotechnik im Stadion – also das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Leuchtfackeln – und Gewalt sind unterschiedliche Dinge. Das jedenfalls meint der Vorsitzender des Hannover-96-Fanclubs Rote Kurve, Christian Brehm.

Er fordert in einem offenen Brief an Innenminister Uwe Schünemann und in den Medien eine Versachlichung der Debatte – genauer gesagt: eine korrekte Darstellung. Denn das Abbrennen von Pyrotechnik ziehe nicht zwangsläufig Schlägereien nach sich und sei deshalb keine Vorstufe der Gewalt.

„Es muss endlich eine klare Trennlinie zwischen Pyrotechnik und Gewalt gezogen werden“, fordert Brehm. Diese Trennung vermissten die 96-Fans aus der Nordkurve – sowohl bei den Äußerungen Schünemanns, als auch in den Berichten der hannoverschen Medien. Dort sei oft in einem Satz von „Pyro-Randale“, „Chaoten“ und „Gewaltexzessen“gesprochen worden. „Das zeichnet ein falsches Bild der hannoverschen und auch der Bundesliga-Fanszene“, sagt Christian Brehm. So entstünde ein Bild, dass in den Stadien ein Krieg stattfände.

Die Folge davon seien auch entsprechend Reaktionen von Fußballfunktionären und Politikern, die mehr Polizeipräsenz, härtere Strafen und mehr Videoüberwachung fordern. Das alles sei aber nicht zielführend, so der 96-Fan-Sprecher. Der Ruf nach verstärkter Polizeipräsenz, Repression und Überwachung sei keine praktikable Lösung, um beim Thema Pyrotechnik – und darum gehe es im Wesentlichen – einen Schritt voran zu kommen. Mehr noch: Dadurch sei auch ein konstruktiver Dialog zwischen Fans und DFB, DFL vorzeitig beendet worden.

Die Fans aus der Roten Kurve wollen mit Schünemann, Polizei und Verbandsvertretern reden, um die vergiftete Atmosphäre zu verbessern.

Böhm stellt auch klar: „Wir lehnen jegliche Gewalt konsequent ab. Auch stimmen wir zu, dass Stadien kein rechtsfreier Raum sind.“

Die Polizei wertet das Abbrennen von Pyrotechnik als gefährlich ein – auch deshalb ist es als Straftat verboten.

Von Thomas Kopietz

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.