Großer Anti-Terror-Einsatz

IS plante Enthauptung von Passanten in Australien

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Australische Polizei im Anti-Terror-Einsatz: Kontrolle in einer Bahnstation in Brisbane, Queensland.

Canberra - Extremisten wollten in Australien Bürger enthaupten und die Bluttaten filmen. Die Polizei hat das mit einem großen Anti-Terror-Einsatz vereitelt. Im Syrien macht die Terrormiliz IS weitere Geländegewinne.

Mit dem größten Polizeieinsatz seiner Geschichte hat Australien nach Regierungsangaben geplante Gräueltaten von Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vereitelt. Die Opfer - wahllos ausgesuchte Passanten - sollten nach Erkenntnissen der Geheimdienste entführt, enthauptet und in die Flagge der Terrormiliz gehüllt vorgeführt werden. Gräuelvideos von den Bluttaten sollten - wie die Enthauptung zweier US-Journalisten und eines britischen Entwicklungshelfers in Syrien - anschließend im Internet gezeigt werden.

Bei Razzien in Sydney und in Brisbane, an der 800 Polizisten beteiligt waren, wurden am Donnerstag im Morgengrauen 15 Terrorverdächtige festgenommen. Premierminister Tony Abbott sagte, die Sympathisanten, meist afghanischer Abstammung, seien von einem Australier angestiftet worden, „der offenbar eine hohe Position innerhalb der IS-Miliz innehat“. Ein 22-Jähriger, gegen den Anklage erging, soll die Instruktionen per Telefon erhalten haben.

Viele der Festgenommenen standen seit geraumer Zeit unter Beobachtung. Einige wollten nach Syrien oder in den Irak reisen, um für die Terrormiliz zu kämpfen, doch seien ihnen die Pässe verweigert worden, sagte der Antiterrorexperte Clive Williams. Die Regierung schätzt, dass sich 60 Australier Extremisten in Syrien und im Irak angeschlossen haben.

Deutschland beteiligt sich in einer internationalen Allianz am Kampf gegen die Terrormiliz, die in großen Teilen Syriens und des Iraks ein Schreckensregime errichtet hat und Andersgläubige brutal verfolgt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet am Donnerstag mit mehreren Ministern über die Lage. Beschlüsse wurden nicht bekannt.

Die Bundesregierung will ab nächster Woche gebrauchte Waffen im Wert von 70 Millionen Euro an die kurdische Armee im Nordirak für den Kampf gegen die Terrormiliz liefern. Bereits an diesem Freitag fliegen sieben Bundeswehrsoldaten nach Erbil, um den Kurden die Bedienung der Gewehre, Panzerfäuste oder Pistolen zu zeigen.

Im Norden Syriens dehnte die Terrormiliz ihre Herrschaft mit der Eroberung von 21 vor allem von Kurden bewohnten Dörfern an der Grenze zur Türkei weiter aus. Die Orte rund um die Stadt Ain al-Arab gehören zu einer von kurdischen Milizen verteidigten Enklave. Sollte diese an die Extremisten fallen, würde der IS rund ein Drittel der über 800 Kilometer langen türkisch-syrischen Grenze kontrollieren.

Im benachbarten Irak starben bei US-Luftangriffen im Norden des Landes mindesten 25 Extremisten. Einwohner des Ortes Hamman al-Alil berichten, die US-Luftwaffe habe zwei Ausbildungslager der Terrormiliz bombardiert und völlig zerstört.

Die US-Luftwaffe greift seit dem vergangenen Monat regelmäßig IS-Stellungen vor allem im Norden des Iraks an. Vor einer Woche hatte US-Präsident Barack Obama Luftangriffe gegen die Extremisten auch in Syrien angekündigt hat, um den Islamischen Staat zu zerstören.

dpa

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