Abe: Kooperation mit China und Südkorea wieder auf Kurs

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Japans Ministerpräsident Shinzo Abe vermied bei der Pressekonferenz, auf die Probleme in den Beziehungen näher einzugehen. Foto: Kim Hong-Ji

Über drei Jahre dauerte es, bis China, Japan und Südkorea wieder ein Gipfeltreffen abhalten. Während sich Seoul und Peking immer mehr annäherten, kühlten sich ihre Beziehungen zu Tokio weitgehend ab.

Seoul (dpa) - Trotz aller Konflikte wollen Japan, China und Südkorea wieder enger zusammenarbeiten. Das erste Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs seit dreieinhalb Jahren habe eine wichtige Ausgangsposition geschaffen.

"Der trilaterale Kooperationsmechanismus ist wieder auf Kurs", sagte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe am Sonntag in Seoul an der Seite der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Beide stimmten Abe zu.

Die drei Politiker vereinbarten unter anderem, wieder regelmäßig solche Spitzengespräche abzuhalten. Das siebte Gipfeltreffen der drei Wirtschaftsmächte seit 2008 soll nächstes Jahr in Tokio stattfinden. Außerdem wollen sie die Verhandlungen über ein gemeinsames Freihandelsabkommen voranbringen, den allgemeinen Austausch zwischen den Bürgern der drei Länder ausbauen und sich um die Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über Nordkoreas Atomprogramm einsetzen.   

Die drei vermieden es während der Pressekonferenz, auf die Probleme in den Beziehungen näher einzugehen. Doch kündigten sie in einer gemeinsamen Erklärung an, "im Geist, sich aufrichtig der Geschichte zu stellen und die Zukunft zu gestalten", ihre Probleme angemessen zu behandlen und ihre Kooperation zu stärken.

Insbesondere Südkorea und China werfen der japanischen Regierung vor, die Kriegsvergangenheit des Landes verschleiern zu wollen. Dazu zählt etwa die von der kaiserlichen japanischen Armee betriebene Sexsklaverei während des Zweiten Weltkrieges. Opfer waren damals vor allem Koreanerinnen. 

Geprägt wird die Situation in Nordostasien daneben vom Aufstieg Chinas und Gebietskonflikten. So sorgte in den vergangenen Jahren unter anderem der Streit zwischen China und Japan um Inseln im Ostchinesischen Meer immer wieder für Zündstoff. Auch Südkorea und Japan streiten sich um eine Felseninselgruppe im Meer zwischen beiden Ländern.     Während sich Seoul und Peking in den vergangenen Jahren nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch weiter annäherten, hatte sich ihr Verhältnis zu Tokio seit dem Antritt Abes Ende 2012 weitgehend abgekühlt. Am Montag will Park zum ersten Mal seit ihrem Amtsantritt Anfang 2013 allein Abe treffen. Mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping traf Park bisher sechsmal zusammen.

Auch der Atomstreit mit Nordkorea wurde bei dem Treffen zwischen Park, Abe und Li angesprochen. Dabei hätten sie das Ziel der drei Länder bekräftigt, dass Nordkorea sein Atomwaffenprogramm abbauen müsse, sagte Park. Bei einem bilateralen Treffen am Samstag einigten sich Park und Li darauf, auch ihren "strategischen Dialog" über den Atomstreit fortzusetzen. China gilt als traditioneller Verbündeter des kommunistischen Regimes in Pjöngjang.

Am Sonntag besuchte US-Verteidigungsminister Ashton Carter die stark befestigte Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Es bleibe die Politik der USA, Nordkorea über die Sechs-Parteien-Gespräche zur Denuklearisierung aufzurufen, wurde Carter von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Die Sechser-Gespräche (Nordkorea, die USA, China, Südkorea, Russland, Japan) über das Atomprogramm sind schon seit April 2009 eingefroren.

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