Laut türkischem Ministerpräsidenten

Syrisches Flugzeug mit Munition beladen

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Laut dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan hatte die syrische Maschine Munitiono an Bord.

Ankara - Das zur Notlandung gezwungene syrische Passagierflugzeug hatte laut des türkischen Ministerpräsidenten Erdogann Munition an Bord.

Die von der Türkei abgefangene syrische Passagiermaschine hatte nach Angaben der Regierung in Ankara militärische Ausrüstung und Munition an Bord. Das Material werde weiter geprüft und „das Notwendige wird folgen“, sagte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag. „Niemand darf unter keinen Umständen Waffen, Fahrzeuge, Materialien oder Munition mit einem Passagierflugzeug transportieren. Das ist gegen die internationalen Bestimmungen.“

Die Ladung war demnach für die syrischen Streitkräfte bestimmt.Die Güter würden nunmehr von einer türkischen Behörde genauer untersucht. Regierungsnahe türkische Medien hatten am Donnerstag berichtet, es seien 300 Kilogramm Empfänger, Antennen und Bauteile für Raketen beschlagnahmt worden. Nach einem Bericht des Fernsehsenders NTV hatten die Behörden Raketenteile an Bord gefunden.

Kampfjets hatten das aus Moskau kommende Flugzeug am Mittwoch in türkischem Luftraum abgefangen und zur Landung in Ankara gezwungen. Syrien und Russland übten scharfe Kritik an dem Vorgehen der Türkei.

Syrien reagierte empört auf den Zwischenfall. „Dies ist ein feindlicher Akt“, erklärte das Außenministerium. Es seien „keine Waffen oder sonstigen verbotenen Waren“ an Bord gewesen. Damaskus forderte die türkischen Behörden auf, die beschlagnahmte Ladung „vollständig und unbeschädigt“ zu übergeben. Konkrete Angaben dazu, was sich im Frachtraum der Maschine befand, wurden nicht gemacht.

Der syrische Verkehrsminister Mahmud Said bezichtigte die Türkei der „Luftpiraterie“. Was die Türkei getan habe, widerspreche allen Regeln und Bestimmungen der zivilen Luftfahrt. Syrische Staatsmedien warnten die Türkei davor, „mit dem Feuer zu spielen“.

Aus Moskau hieß es, es seien keine russischen Militärgüter an Bord gewesen. „Wenn ... (dann) würde das nach der üblichen Praxis geschehen - und nicht auf illegalem Wege oder noch dazu unter Nutzung eines Passagierflugzeugs“, sagte ein Vertreter der russischen Rüstungsexportindustrie der Agentur Interfax.

USA stellen sich hinter Türkei

Im Streit um das abgefangene syrische Flugzeug haben sich die USA hinter die Türkei gestellt. Zwar wollte der stellvertretende Regierungssprecher Josh Earnest die Entscheidung Ankaras, das Flugzeug zur Landung zu zwingen, nicht ausdrücklich kommentieren. Aber er sagte am Donnerstag, Washington stehe hinter Verbündeten, die versuchten, Waffenlieferungen an das Regime von Baschar al-Assad zu verhindern. Die gelte besonders für die Türkei.

dapd/dpa

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