Alter, Parteien, Abstimmungen

Diese 17 Abgeordneten vertreten die Region im Bundestag

Kassel. Wenn sich der Bundestag am heutigen Mittwoch erstmals im neuen Jahr trifft, sind auch vier Frauen und dreizehn Männer aus der Region dabei. Wir stellen die Abgeordneten aus Nordhessen und Südniedersachsen vor.

Die Abgeordneten im Porträt

Einige Berufspolitiker und Politologen, vier Juristen, aber auch ein Soldat und ein Bestatter - nicht nur die Berufe der Mitglieder des Bundestags (MdBs) aus der Region sind vielfältig. In jeder der sechs Bundestagsfraktionen sitzen Abgeordnete aus Nordhessen und Südniedersachsen. 

Bundestagsabgeordnete aus Nordhessen und Südniedersachsen

Esther Dilcher (SPD, Wahlkreis Waldeck) © Archiv
Edgar Franke (SPD, Wahlkreis Schwalm-Eder) © Archiv
Albrecht Glaser (AfD, Wahlkreis Schwalm-Eder) © Archiv
Timon Gremmels (SPD, Wahlkreis Kassel) © Archiv
Fritz Güntzler (CDU, Wahlkreis Göttingen) © Archiv
Armin-Paulus Hampel (AfD, Wahlkreis Hameln-Pyrmont) © Archiv
Bettina Hoffmann (Grüne, Wahlkreis Schwalm-Eder) © Archiv
Jens Kestner (AfD, Wahlkreis Goslar - Northeim - Osterode) © Archiv
Jutta Krellmann (Linke, Wahlkreis Hameln-Pyrmont) © Archiv
Konstantin Kuhle (FDP, Wahlkreis Göttingen) © Archiv
Roy Kühne (CDU, Wahlkreis Goslar - Northeim - Osterode) © Archiv
Sabine Leidig (Linke, Wahlkreis Werra-Meißner - Hersfeld-Rotenburg) © Archiv
Jan Ralf Nolte (AfD, Wahlkreis Waldeck) © Archiv
Thomas Oppermann (SPD, Wahlkreis Göttingen) © Archiv
Michael Roth (SPD, Wahlkreis Werra-Meißner - Hersfeld-Rotenburg) © Archiv
Johannes Schraps (SPD, Wahlkreis Hameln-Pyrmont) © Archiv
Jürgen Trittin (Grüne, Wahlkreis Göttingen) © Archiv

Diese Woche trifft sich der Bundestag zum ersten Mal im neuen Jahr - auch wenn die Bundesregierung nur geschäftsführend tätig ist, bis eine neue Regierung, womöglich eine Große Koalition, gebildet wird. Kommt es zu einer Neuauflage der Zusammenarbeit von SPD und CDU/CSU, würden rund die Hälfte der heimischen Abgeordneten Teil der Regierungsparteien sein.

Zwar stellt die Region nur 17 der 709 Abgeordnete, darunter sind aber einige prominente Namen wie Thomas Oppermann (SPD, Wahlkreis Göttingen) oder Jürgen Trittin (Grüne, Wahlkreis Göttingen) und außergewöhnlich alte und junge MdBs. Konstantin Kuhle (FDP, Wahlkreis Göttingen) ist mit 28 Jahren der neuntjüngste Abgeordnete im gesamten Bundestag, 700 Abgeordnete sind älter als er, darunter alle aus der Region.

Albrecht Glaser (AfD, Wahlkreis Schwalm-Eder) wurde 1942 geboren und ist mit 76 Jahren der viertälteste Abgeordnete Deutschlands. Die AfD stellt acht der zehn ältesten Abgeordneten und ist mit durchschnittlich 50,8 Jahren die älteste Fraktion, allerdings sind auch vier der zehn jüngsten Abgeordneten Mitglieder der AfD.

Albrecht Glaser machte zu Beginn der Legislaturperiode allerdings nicht wegen seines Alters Schlagzeilen: Der Politiker aus Niedenstein war bei der Wahl zu einem der Vizepräsidenten des Bundestags mehrfach gescheitert - Glaser kritisierte das im HNA-Interview als Versuch der anderen Parteien, die AfD auszugrenzen. Glaser hatte vor der Bundestagswahl die Geltung der Religionsfreiheit für Muslime in Frage gestellt, die übrigen Fraktionen werfen ihm deshalb eine islamfeindliche Haltung vor. Die AfD kündigte jedoch an, Glaser Ende Januar erneut zur Wahl stellen zu wollen.

Ebenso große Unterschiede wie beim Alter gibt es bei der Erfahrung der heimischen Abgeordneten (siehe Grafik oben). Für neun der 17 Politiker ist es die erste Legislaturperiode. Ein Grund dafür ist auch der Erfolg der AfD, die bei ihrem ersten Einzug in den Bundestag gleich vier Abgeordnete aus Nordhessen und Südniedersachsen schickt. Die erfahrensten Politiker sind Michael Roth (SPD, Wahlkreis Werra-Meißner - Hersfeld-Rotenburg) und Jürgen Trittin. Beide gehören seit 1998 dem Bundestag an. 

Die 17 Abgeordneten vertreten zwar Nordhessen und Südniedersachsen in Berlin, viele von ihnen stammen jedoch nicht aus der Region, sondern sind zugezogen. Nur fünf wurden in dem Wahlkreis geboren, den sie heute vertreten. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Abgeordneten keine Verbindung zu ihrem Wahlkreis hätten, viele sind später zugezogen. Jürgen Trittin beispielsweise wurde zwar in Bremen geboren, zog aber schon zum Studium nach Göttingen. 

Eine neue Regierung ist zwar noch nicht gefunden, dennoch gab es Ende letzten Jahres schon einige Sitzungen und Abstimmungen im Bundestag. Die Sitzung am heutigen Mittwoch (ab 13.30 Uhr hier live zu sehen) ist die nun sechste des neuen Bundestags. 

Die ersten namentlichen Abstimmungen gab es dabei in der vierten und fünften Sitzung Mitte Dezember. Hauptthema war dabei die Bundeswehr: In sieben der acht Abstimmungen ging es um Einsätze im Ausland. Ein Blick auf die Stimmen der heimischen Abgeordneten zeigt, dass diese meist so wie die Mehrheit ihrer Fraktion votiert haben - abgesehen von einigen Enthaltungen und Abwesenheit.

Quiz: Wer gehört zu welcher Partei?

Haben Sie bisher aufgepasst? Dann machen Sie doch bei unserem Quiz mit und testen Sie, ob sie die 17 Abgeordneten aus der Region den richtigen Parteien zuordnen können!

Die Abgeordneten in sozialen Medien:

Auf Facebook und Twitter sind die 17 Abgeordneten unterschiedlich stark vertreten. Facebook nutzen 16 MdBs - nur die Grüne Bettina Hoffmann aus dem Wahlkreis Schwalm-Eder ist nicht auf Facebook zu finden, ein entsprechender Link auf ihrer Homepage führt zu einer gelöschten Seite.

Bei Twitter sind nur elf Abgeordnete aktiv. Was diese dabei so tweeten und retweeten, sehen Sie in dieser ständig aktualisierten Liste:

Neue Regierung und Wahl des Bundeskanzlers:

Der Weg zu einer Regierung ist noch weit, auch wenn bei den Sondierungsverhandlungen der Union und SPD vergangene Woche ein Durchbruch gelungen ist. Besonders in der SPD gibt es noch Unmut über eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition. Am 21. Januar stimmt ein Sonderparteitag in Bonn offiziell über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen ab. 

Die Verhandlungen könnten dann gleich beginnen, sollen über Karneval aber ruhen. Sie könnten zwar bis Ende März abgeschlossen werden, allerdings muss dann nochmals die SPD-Basis über den Koalitionsvertrag abstimmen. Ende März oder spätestens Anfang April könnte die längste Regierungssuche der Bundesrepublik dann ein Ende gefunden haben. Dann werden der Bundestag und mit ihm die 17 Abgeordneten der Region einen neuen Bundeskanzler oder -kanzlerin wählen.

mit dpa

Rubriklistenbild: © Bundestag

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