Unfall in Mali

Abgestürzter Bundeswehr-Helikopter verlor Rotorblätter

Der etwas mehr als 14 Meter lange Kampfhubschrauber Tiger kann der Bundeswehr zufolge 290 Kilometer pro Stunde schnell fliegen. Foto: Marc Tessensohn/Bundeswehr
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Der etwas mehr als 14 Meter lange Kampfhubschrauber Tiger kann der Bundeswehr zufolge 290 Kilometer pro Stunde schnell fliegen. Foto: Marc Tessensohn/Bundeswehr
Zwei Bundeswehrsoldaten salutieren während der Ankunft der ersten zwei Kampfhubschrauber des Typs Tiger in Gao, Mali. Foto: Marc Tessensohn
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Zwei Bundeswehrsoldaten salutieren während der Ankunft der ersten zwei Kampfhubschrauber des Typs Tiger in Gao, Mali. Foto: Marc Tessensohn
Ein Tiger-Kampfhubschrauber im Camp Castor in Gao. Der Bundeswehr-Einsatz in Mali gilt als der aktuell gefährlichste der Truppe. Foto: Markus Heine/heineimaging
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Ein Tiger-Kampfhubschrauber im Camp Castor in Gao. Der Bundeswehr-Einsatz in Mali gilt als der aktuell gefährlichste der Truppe. Foto: Markus Heine/heineimaging
Der Tiger kann unter anderem mit Panzerabwehrraketen oder schweren Maschinengewehren ausgestattet werden. Foto: Maurizio Gambarini
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Der Tiger kann unter anderem mit Panzerabwehrraketen oder schweren Maschinengewehren ausgestattet werden. Foto: Maurizio Gambarini
Ankunft der ersten zwei Kampfhubschrauber des Typs Tiger in Mali. Foto: Marc Tessensohn
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Ankunft der ersten zwei Kampfhubschrauber des Typs Tiger in Mali. Foto: Marc Tessensohn
Die Särge der bei einem Hubschrauberabsturz im Rahmen des MINUSMA-Einsatzes in Mali getöteten Bundeswehr-Piloten kommen auf dem Flughafen Köln-Wahn an. Foto: Marco Dorow/Bundeswehr
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Die Särge der bei einem Hubschrauberabsturz im Rahmen des MINUSMA-Einsatzes in Mali getöteten Bundeswehr-Piloten kommen auf dem Flughafen Köln-Wahn an. Foto: Marco Dorow/Bundeswehr
Soldatinnen und Soldaten gedenken bei einem Feldgottesdienst im Camp Castor Abschied von ihren Kameraden. Foto: Britta Pedersen
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Soldatinnen und Soldaten gedenken bei einem Feldgottesdienst im Camp Castor Abschied von ihren Kameraden. Foto: Britta Pedersen

Die Ursache ist weiter unklar, aber über den Unfall-Hergang gibt es neue Erkenntnisse: Bei dem Unglück mit einem Bundeswehr-Hubschrauber in Mali hatten sich schon vor dem Aufprall die Rotorblätter gelöst. Zwei Soldaten kamen ums Leben.

Berlin/Gao (dpa) - Der in Mali abgestürzte Bundeswehr-Hubschrauber hat vor seinem Aufprall im Sturzflug Einzelteile verloren, darunter die Rotorblätter. Das geht aus einem Zwischenbericht des Verteidigungsministerium hervor.

Vor zwei Wochen waren zwei deutsche Soldaten bei dem Absturz eines Hubschraubers des Typs Tiger in Mali umgekommen. Zur Unfallursache gibt es weiterhin keine konkreten Erkenntnisse. "Spekulationen zur Unfallursache entbehren zum jetzigen Zeitpunkt jeder tragfähigen Grundlage", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Zwischenbericht von Verteidigungsstaatssekretär Markus Grübel an den Verteidigungsausschuss des Bundestages in Berlin. Die Untersuchungen wurden "weiterhin ergebnisoffen geführt".

Die am 26. Juli gestorbenen Soldaten waren in der Mission Minusma der Vereinten Nationen (UN) in Mali eingesetzt. Sie soll zur Stabilisierung des Landes und zur Umsetzung eines Friedensabkommens beitragen. Mehr als 890 Bundeswehrsoldaten sind vor Ort.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte nach einem Besuch der Offiziersschule des Heeres in Dresden, die Komplexität des Vorfalles gebiete es, dass man den Abschlussbericht abwarte. Ihr Ministeriumssprecher Jens Flosdorff sagte in Berlin, es könne noch Wochen oder Monate dauern, bis genaue Erkenntnisse vorlägen. Die zwei Flugschreiber des Hubschraubers seien geborgen worden, einer von ihnen habe ausgelesen werden können. Die verbliebenen drei deutschen Kampfhubschrauber vom Typ Tiger in Mali dürften bis zur Klärung der Absturzursache nur bei Gefahr für die Soldaten abheben.

Der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag) sagte von der Leyen, es gebe "keine Indizien dafür, dass es an der Ausbildung der Piloten gelegen hat". Die beiden hätten unter Kameraden den Ruf "als zwei unserer besten und erfahrensten Kampfhubschrauberpiloten überhaupt" gehabt. Die Piloten-Gemeinschaft der Bundeswehr hatte kritisiert, die Tiger-Hubschrauber seien nicht ausreichend für den Einsatz in Mali getestet. Den Piloten fehle die vorgeschriebene Routine.

Der Zwischenbericht zeigt, dass der Besatzung kaum Zeit zur Reaktion blieb. Der Kampfhubschrauber vom Typ Tiger sei mit etwa 250 Kilometern in der Stunde in etwa 550 Metern Höhe geflogen, als er "plötzlich und für die Besatzung überraschend radikal die Nase senkte und in einem starken Sinkflug überging". Nach zehn Sekunden sei der Hubschrauber auf dem Boden aufgeschlagen und habe sofort Feuer gefangen. Noch vor dem Aufschlag hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen Teile gelöst, darunter die Hauptrotorblätter.

"Das Luftfahrzeug wurde zerstört, der Aufprall war nicht zu überleben", heißt es weiter. Bis zum Absturz sei es ein unauffälliger Flug gewesen. Ein Untersuchungsteam der Flugsicherheit der Bundeswehr war am Tag nach dem Unfall zum Bundeswehr-Camp Castor in Gao geschickt worden. Wrackteile seien für weitere Untersuchungen nach Deutschland gebracht worden. Vor dem Hubschrauber-Absturz waren seit Jahren keine Bundeswehrsoldaten mehr im Einsatz gestorben.

Der konfliktreiche Sahara-Staat Mali

Der Tiger ist ein zweisitziger Kampfhubschrauber. Nach Angaben der Bundeswehr wird die Maschine unter anderem für den Kampf gegen gepanzerte Kampftruppen oder logistische Einrichtungen eingesetzt. Die Besatzung besteht aus einem Piloten und dem hinter ihm sitzenden Schützen. Der Tiger kann unter anderem mit Panzerabwehrraketen oder schweren Maschinengewehren ausgestattet werden.

Der etwas mehr als 14 Meter lange Hubschrauber kann 290 Kilometer pro Stunde schnell fliegen (ohne Bewaffnung bis zu 315 km/h). Die Einsatzreichweite beträgt bis zu 725 Kilometer. In Mali sind vier Tiger-Kampfhubschrauber im Einsatz.

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