Abmahnung nach Chaos im Regionalschienennetz: Eurobahn darf weiter fahren

Münster. Nach Abmahnung wegen Verspätungen, Zugausfällen und überfüllten Waggons zwischen Münster und Nienburg läuft der Betrieb besser – aber noch nicht in die Niederlande.

Es bleibt bei der Abmahnung – die Eurobahn, ein Regionalableger der der französischen Staatsbahn-Tochter Keolis, darf das Teutoburger-Wald-Netz (TWN) einstweilen weiter befahren. Das Netz verbindet die Region zwischen Münster und Paderborn in NRW sowie Osnabrück und Nienburg in Niedersachsen.

Nach Betriebsstart Ende 2017 hatte Eurobahn keine zwei Monate gebraucht, mit Zugausfällen, Verspätungen, überfüllten Waggons und Fahrgastinfos, die keine waren, für Chaos zu sorgen. „Unzumutbar“, hieß es beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in Unna, wo sich Fahrgastbeschwerden türmten. 

Anfang Februar folgten eine Abmahnung für die Pannenbahn und die Verpflichtung, mächtig nachzubessern. Laut NWL war es die erste Abmahnung dieser Art deutschlandweit, am Ende komplizierter Verfahrens könnte Kündigung stehen.

So weit ist man nicht: In Sachen Zugausfälle, Fahrgastinfos und Kundenentschädigung seien die Forderungen „weitgehend erfüllt“, so gestern der NWL. Auch mehr Lokführer habe Eurobahn eingestellt sowie den Geschäftsführer gewechselt. Was immer noch nicht klappt, ist die Fahrt aus Deutschland über Bad Bentheim ins holländische Hengelo ohne Lokwechsel und Umsteigen. 

Die „Flirt“-Elektrotriebzüge, brandneu und vom Hersteller Stadler extra für die Strecke gebaut, schaffen es weiterhin nicht, an der Grenze vom deutschen aufs niederländische Stromnetz umzuschalten. Alle bemühten sich, so NWL-Sprecher Uli Beele, man stehe bislang aber vor einem Rätsel.

Dass Eurobahn auf dem westfälischen Hellweg-Netz seit 2014 laut WDR mehrere Millionen Euro wegen Schlechtleistung zahlen musste, hat laut Beele mit den Vorgängen im Teutoburger-Wald-Netz nichts zu tun. Hier werde frühestens nach dem ersten Betriebsjahr Ende 2018 abgerechnet.

Kleine Ehrenrettung am Rande: Dass in Wissingen nahe Osnabrück beim Aus- und Einstieg Holzschemel nötig sind, weil Zugtüren und Bahnsteig dort zu weit auseinanderliegen, muss Eurobahn sich nicht anrechnen lassen. Wissingens Bahnsteig liege für die neu bestellten „Flirt“-Züge zu tief. Das hätten aber die Fahrzeug-Besteller der Verkehrsverbünde übersehen, heißt es beim NWL.

Rubriklistenbild: © dpa

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