Bestandsentwicklung bedrohter Arten: So viele See- und Fischadler wie noch nie in Niedersachsen

Die Adler kreisen wieder

Walsrode. Noch nie zuvor hat es so viele Seeadler und Fischadler in Niedersachsen gegeben wie im vergangenen Jahr. Der Brutbestand des Seeadlers liegt inzwischen bei 30 Paaren, der des Fischadlers bei 14 Paaren.

Diese Zahlen gab Umweltminister Stefan Birkner (FDP) jetzt im Vogelpark Walsrode bekannt. Mit 34 flügge gewordenen Seeadlern und 28 jungen Fischadlern sei im vergangenen Jahr zudem ein neuer Nachwuchsrekord erzielt worden. Die beiden Arten waren erst Mitte der 90er Jahre nach mehr als 100 Jahren zurückgekehrt.

800 Kranichbrutpaare

Auch für zahlreiche andere bedrohte Tier- und Pflanzenarten konnte Birkner auf eine positive Bestandsentwicklung verweisen. So gebe es landesweit mehr als 800 Kranich-Brutpaare. Mit damals 11 Paaren habe die Art 1976 kurz vor dem Aussterben gestanden.

Im Mittelpunkt von Birkners Besuch in Walsrode stand das Projekt „Arche Niedersachsen“ zur Nachzucht hochgradig bedrohter oder in Niedersachsen bereits ausgestorbener Arten. Der Vogelpark beteiligt sich auf eigene Kosten mit einem Moorenten-Programm. Die weltweit bedrohten Vögel sollen noch in diesem Jahr am Steinhuder Meer angesiedelt werden. Die Art hat zuletzt vor rund 25 Jahren in Niedersachsen gebrütet.

Auch für den Südlichen Goldregenpfeifer will der Vogelpark in den nächsten Jahren einen Zuchtbestand aufbauen. Mit dem Arche-Projekt soll die Grundlage für eine mögliche Wiederansiedlung der aufgenommenen Arten geschaffen werden. „Das Projekt kann nur erfolgreich sein, wenn die zoologischen Einrichtungen uns mit ihrem Know-how unterstützen und sich aktiv beteiligen“, sagte Birkner in Walsrode.

Zu den derzeit insgesamt 29 Tierarten für Niedersachsen gehören auch Luchs, Birkhuhn und Europäischer Nerz. Das Umweltministerium und die Fachbehörde für Naturschutz NLWKN hatten das Projekt Arche 2010 zwei Jahre nach einem entsprechenden Beschluss des Landtags zur Erhaltung der biologischen Vielfalt ins Leben gerufen. (lni)

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