Kampagne gegen Mubarak-Entlassung

Muslimbrüder kündigen neue Proteste an

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Die Muslimbrüder sind gegen die Entlassung von Husni Mubarak.

Kairo - Ägypten kommt nicht zur Ruhe. Die Muslimbrüder haben für den morgigen Freitag zu neuen Demonstrationen aufgerufen. Sie fordern: Mubarak soll vors Revolutionsgericht.

Mehrere sogenannte Revolutionsgruppen starteten eine Kampagne gegen die bevorstehende Entlassung des früheren Präsidenten Husni Mubarak aus dem Gefängnis. Sie erklärten, Mubarak und andere Funktionäre seines Regimes müssten vor ein Revolutionsgericht gestellt werden. Die Jugendbewegung 6. April und andere Protestgruppen wollen am Freitag vor einem Justizgebäude in Kairo demonstrieren. Mubarak soll nach seiner Freilassung unter Hausarrest gestellt werden. Ob er in ein Krankenhaus gebracht wird oder in die Wohnung, in der seine Ehefrau Suzanne wohnt, blieb zunächst unklar.

Langzeitherrscher Mubarak war im Februar 2011 nach Massenprotesten von der Militärführung zum Rücktritt gezwungen worden. Zuletzt wurden ihm in zwei Verfahren Korruption und in einem weiteren Prozess die Tötung von mehr als 800 Demonstranten vorgeworfen. Dieses Hauptverfahren wird am Sonntag fortgesetzt. Die maximale Dauer der Untersuchungshaft dafür ist aber bereits abgelaufen.

Sprecher der Muslimbruderschaft verhaftet

Während ganz Ägypten auf die bevorstehende Freilassung von Ex-Präsident Husni Mubarak wartet, verschwinden immer mehr Angehörige der Muslimbruderschaft hinter Gittern. In der Nacht zum Donnerstag nahm die Polizei einen Sprecher der Muslimbruderschaft fest. Ahmed Aref sei in einer Wohnung im Kairoer Stadtteil Nasr-City entdeckt worden, erklärte ein Sicherheitsbeamter. Was ihm konkret vorgeworfen wird, sagte er nicht.

Aref hatte die Anhänger der vom Militär entmachteten Islamisten-Organisation in den vergangenen Tagen aufgefordert, sich nicht von der Festnahme von Führungspersonen der Gruppe beirren zu lassen, sondern ihre Proteste fortzusetzen. Kurz bevor er abgeführt wurde hatte er noch eine Botschaft verbreitet, in der es hieß: „Millionen werden sich unserer Bewegung anschließen, und auch diejenigen, die erst zurückblieben, werden am Ende auf Eurer Seite stehen.“

dpa

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