Ägyptens Ex-Präsident

Mursi droht jetzt die Todesstrafe

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Ägyptens gestürztem Präsidenten Mohammed Mursi droht nun die Todesstrafe.

Kairo - Der ehemalige ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist nun auch wegen Spionage und anderer Verbrechen angeklagt, auf die im Land die Todesstrafe steht.

Der im Juli vom Militär gestürzte Islamist soll sich auch für Terrorismus und eine Verschwörung in Komplizenschaft mit der palästinensischen Hamas-Bewegung verantworten, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Kairo mitteilte. Mursi und 35 andere Politiker und Berater der Muslimbruderschaft hätten „zwecks Verübung von Terrorakten in Ägypten mit ausländischen Organisationen zusammengearbeitet, Militärgeheimnisse an fremde Staaten verraten und Terroristen finanziert“.

Nach Medienberichten wirft die Anklagebehörde Mursi vor, sich mit der radikal-islamischen Hamas verschworen zu haben, um im Januar 2011 aus dem Gefängnis auszubrechen. Gegen Mursi läuft zur Zeit schon ein Strafverfahren wegen der angeblichen Tötung von gegnerischen Demonstranten. Für den neuen Prozess wurde noch kein Termin genannt.

Ägypten am Abgrund - Chronologie der Zeit nach Mursi

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Mursi ging als erster frei gewählter Präsident in die Geschichte Ägyptens ein. Er war im letzten Juli nach Massenprotesten gegen seinen Herrschaftsstil vom Militär gestürzt worden. Der Gefängnisausbruch gehört zu den eher obskuren Episoden der Revolution gegen Mursis Vorgänger Husni Mubarak zu Jahresbeginn 2011. Mursi war damals, wie viele andere Islamisten, ohne Anklage ins Gefängnis gesteckt worden.

Am 28. Januar, als sich das Ende des Regimes abzuzeichnen begann, verließ das Wachpersonal in etlichen Gefängnissen überraschend seine Posten. Auf diese Weise soll damals auch Mursi freigekommen sein. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll er hingegen von Hamas-Kämpfern aus dem Gazastreifen gewaltsam befreit worden sein.

Die Fülle an angeblichen Delikten, die in der Anklageschriften enthalten ist, reicht bis ins Jahr 2005 zurück. Beobachter vermuten, dass ein Prozess auf dieser Grundlage einer politisch motivierten Abrechnung mit dem Führungspersonal der Muslimbruderschaft dienen könnte.

dpa

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