Ärger um erste Wahlplakate - SPD rudert zurück

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Hannover. Zwei Monate vor der Landtagswahl in Niedersachsen sorgen erste Wahlplakate für Ärger bei den Parteien. Bereits platzierte Wahlwerbung will die SPD jetzt wieder abhängen lassen.

Die heiße Phase des Wahlkampfes beginne erst nach Weihnachten, erklärte ein Sprecher am Mittwoch. "Daher haben wir darum gebeten, bereits aufgestellte Plakate abzunehmen und erst ab dem 27. Dezember zu plakatieren." Auch Doris Schröder-Köpf sei darüber informiert worden. Ein Bild der SPD-Kandidatin und Frau von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder lächelte die Wähler direkt vor der CDU-Zentrale in der Landeshauptstadt an.

Der frühe Wahlkampfstart der Herausforderer hatte die CDU verärgert. "Es gab eine landesweite Absprache mit der SPD, erst ab dem 27. Dezember zu plakatieren", sagte ein Sprecher. "Wir hätten uns gewünscht, dass die SPD sich auch in Hannover daran hält." Die SPD hielt dagegen: Kandidaten und Ortsvereine seien hochmotiviert, deswegen sei an wenigen Stellen schon plakatiert worden.

Nachziehen und selbst Wahlwerbung aufhängen will die CDU nicht. "Wir wissen, dass die Menschen in der Vorweihnachtszeit nicht mit dem Wahlkampf belästigt werden wollen", sagte ein Sprecher. Ähnlich hatte sich vergangene Woche auch SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil geäußert. FDP-Generalsekretär Gero Hocker nannte es "eine Frage des Stils", auf die Plakatflut in der Adventszeit zu verzichten.

Die Linke setzt dagegen ganz offiziell auf den Advents-Wahlkampf. "Die Botschaft der Weihnachtsgeschichte ist die von Hoffnung und Gerechtigkeit", erklärte Landeswahlkampfleiter Jörn Jan Leidecker. "Wann, wenn nicht in der Adventszeit, können politische Parteien daran erinnern?"

Kirchenvertreter sehen das anders. Die Advents- und Weihnachtszeit sei eine besondere Zeit, in der die Menschen sich auf Ruhe und Besinnung freuten und die nicht politisiert werden sollte, sagte der Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen, Felix Bernard. Auf evangelischer Seite kritisierte der Präsident des Landeskirchenamts in Hannover, Burkhard Guntau: "Ich habe kein Verständnis dafür, dass einige Parteien beziehungsweise Ortsvereine diesen Respekt vor besonderen Zeiten nicht aufbringen können." (dpa)

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