1. Startseite
  2. Politik

Explosionsgefahr: Ärzte entfernen Granate aus Brust von Ukraine-Soldat

Erstellt:

Von: Jan-Frederik Wendt

Kommentare

Ein Chirurg  zeigt ein Teil der VOG-Granate, die einem ukrainischen Soldaten aus dem Körper entfernt wurde.
Ein Chirurg zeigt ein Teil der VOG-Granate, die einem ukrainischen Soldaten aus dem Körper entfernt wurde. © Hanna Maliar/Facebook

Chirurgen haben einem ukrainischen Militärangehörigen offenbar eine Granate aus der Brust entfernt. Der Eingriff barg hohe Explosionsgefahr.

Kiew - Seit mehr als zehn Monaten tobt der Ukraine-Krieg. Zurzeit liefern sich Russland und die Ukraine eine besonders blutige Schlacht um Soledar. Beide Seiten kämpfen mit enormen Verlusten. Nun berichtet die ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Maliar in einem Facebook-Post von einer außergewöhnlichen Situation inmitten des Ukraine-Konflikts: Militärärzte hätten einem ukrainischen Soldaten eine nicht explodierte Granate aus dem Brustkorb entfernt. Das Geschoss habe direkt unterhalb seines Herzens festgesteckt.

Die Operation der Chirurgen sei von zwei Militärangehörigen überwacht worden, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Offenbar hätte die Granate zu jedem Zeitpunkt explodieren können. Das schreibt Anton Geraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministeriums, auf Telegram. Militärangehörige hätten die Granate nach der erfolgreichen Operation entschärft, berichtet die britische Tageszeitung The Guardian unter Berufung auf Geratschenko. Bei der Granate handelte es sich wohl um eine sogenannte VOG-Granate. Solche Geschosse werden aus tragbaren Granatwerfern abgefeuert, berichtet fr.de.

Außergewöhnliche Operation im Ukraine-Krieg: Ursache für Verletzung unklar

Um sicherzustellen, dass die Granate während des Eingriffs nicht explodiert, hätten die Chirurgen ohne Elektrokoagulation operieren müssen. Dabei handele es sich um eine Methode, bei der mittels Wechselstrom Gewebe operativ zerschnitten, zerstört und entfernt werden kann.

Einem Spiegel-Bericht zufolge ist unklar, wo der operierte Soldat im Kriegseinsatz gewesen war. Auch die genauen Gründe für die Verletzung sind demnach nicht bekannt. Nach der Operation befinde sich der Soldat auf dem Weg der Besserung: „Er wird jetzt zur Rehabilitation geschickt, sein Zustand ist stabil“, berichtet Geraschtschenko. Dabei beruft er sich auf Jewgenija Sliwko, eine Sprecherin des Kommandeurs der medizinischen Kräfte der Streitkräfte der Ukraine.

Laut Sliwko ist der Mann 1994 geboren und demnach wahrscheinlich 28 Jahre alt. Nach Angaben der Sprecherin haben die Militärärzte zum ersten Mal eine Operation dieser Art durchgeführt. „Ich denke, dass dieser Fall in die Lehrbücher der Medizin eingehen wird“, schrieb Sliwko. (Jan Wendt)

Auch interessant

Kommentare