Warnung vor Mediziner-Mangel

Ärztepräsident plädiert für mehr Medizin-Studienplätze

+
Anatomie-Hörsaal an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Foto: Waltraud Grubitzsch

Berlin (dpa) - Die deutsche Ärzteschaft dringt auf eine Ausweitung des Studienangebots für Mediziner. Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery sagte der "Heilbronner Stimme", es seien mindestens zehn Prozent mehr Studienplätze vonnöten.

"Immer mehr Bewerber müssen sich um immer weniger Studienplätze in der Humanmedizin bemühen", sagte Montgomery. 45 000 Bewerbern stünden gerade einmal 9 000 Studienplätze zur Verfügung, obwohl Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis händeringend gesucht werden. Allein in den alten Bundesländern habe es 1990 noch 12 000 Plätze gegeben. Heute seien es 10 000 im gesamten Bundesgebiet.

Darüber hinaus müssten Medizinstudierende stärker an die Allgemeinmedizin beziehungsweise an die hausärztliche Tätigkeit herangeführt werden, forderte der Präsident der Bundesärztekammer weiter. Dafür müssten an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingerichtet werden.

Der Ärztemangel werde sich verschärfen, wenn nicht gegengesteuert werde, warnte Montgomery. Die Gesellschaft altere, auch das Durchschnittsalter der Ärzteschaft. Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plane, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.