Friedensnobelpreisträger als Namensvater?

AfD entscheidet über Stiftung: Möglicher Name sorgt für Ärger

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Befürworten beide den Namen „Gustav-Stresemann-Stiftung“: AfD-Chef Alexander Gauland (l.) und der Vize-Vorsitzende Jörg Meuthen.

Geht es nach dem AfD-Parteivorsitzenden Alexander Gauland soll eine künftige parteinahe Stiftung den Namen „Gustav-Stresemann-Stiftung tragen. Nicht nur der Enkel des Reichskanzlers ist empört.

Berlin - Der AfD-Parteivorstand will im Januar nach jahrelangem Hickhack über die Gründung einer parteinahen Stiftung entscheiden. Wie diese Stiftung heißen wird, und wer sie leitet, ist noch offen. „Die AfD strebt die Anerkennung einer parteinahen Stiftung an. Ich würde es begrüßen, wenn sie Gustav-Stresemann-Stiftung heißen würde“, sagte der Parteivorsitzende Alexander Gauland der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“).

Die Familie des ehemaligen Reichskanzlers ist dagegen. „Was mein Großvater schließlich aus Überzeugung vertrat, steht ja fundamental gegen das, was die AfD verkörpert“, sagte der Enkel Walter Stresemann der „Bild“-Zeitung. Der zweite AfD-Vorsitzende, Jörg Meuthen, sagte am Mittwoch: „Die Persönlichkeit Gustav Stresemann würde gut zu uns passen, deshalb begrüße ich diesen Vorschlag, sofern es keine namensrechtlichen Probleme gibt.“ Eine Entscheidung wolle der AfD-Bundesvorstand am 19. Januar treffen.

Kubicki: „Nicht nur makaber, sondern vor allem geschichtslos“

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki sagte der „FAZ“: „Es ist nicht nur makaber, sondern vor allem geschichtslos, den Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann zum Namensgeber für eine AfD-nahe Stiftung zu machen.“ Der nationalliberale Außenpolitiker hatte für seine Politik der Verständigung mit Frankreich 1926 den Friedensnobelpreis erhalten, zusammen mit dem französischen Staatsmann Aristide Briand. Stresemann setzte sich zudem für Verständigung und eine Einbindung Deutschlands in die internationale Gemeinschaft ein. Das machte ihn zum Feind für die Nationalsozialisten.

Hoffnungen auf eine Anerkennung als AfD-nahe Stiftung macht sich auch der Verein der Desiderius-Erasmus-Stiftung. Sie war im Dezember 2016 gegründet und anfänglich von AfD-Gründungsmitglied Konrad Adam geleitet worden. Inzwischen steht ihr AfD-Mitglied Rainer Gross vor.

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dpa

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