„Unnötig, aber sicher gut gemeint“

Bis zu 50 Euro: AfD will Demo-Teilnehmern Zuschuss zahlen

+
Unter dem Motto „Zukunft Deutschland“ hat die AfD eine Demo am Sonntag in Berlin angekündigt.

Teilnehmer einer AfD-Demo am Sonntag in Berlin sollen 50 Euro als Zuschuss bekommen. Das ist das neue Angebot der nationalistischen Partei in Rheinland-Pfalz. Selbst von Mitgliedern der AfD wird die Idee jedoch scharf kritisiert.

Mainz - Die AfD in Rheinland-Pfalz zahlt einigen Teilnehmern einer Demonstration der Partei in Berlin an diesem Sonntag einen Zuschuss. Insgesamt stünden dafür 1500 Euro zur Verfügung, die ersten 30 Demonstranten, die sich melden, sollen jeweils 50 Euro erhalten, wie Parteisprecher Robin Classen am Mittwoch in Mainz sagte. Zuvor hatte die Exif-Rechercheplattform über eine entsprechende Mail von AfD-Landeschef Uwe Junge an Parteimitglieder berichtet.

Foto von Demonstration soll als Nachweis gelten

Es habe die Überlegung gegeben, einen Bus nach Berlin zu organisieren oder einen Zuschuss bei eigener Anreise zu zahlen, erklärte Classen. Der Landesvorstand habe sich für die flexiblere Lösung des Zuschusses entschieden. Die Teilnehmer reisten nun einmal aus unterschiedlichen Ecken von Rheinland-Pfalz an. Für den Zuschuss sei ein Nachweis nötig - etwa ein Foto von der Demonstration am Berliner Hauptbahnhof.

Parteichef Meuthen: Angebot „komplett unbekannt“

„Das ist unnötig, aber sicher gut gemeint“, kommentierte Bundesvorstandsmitglied Andreas Kalbitz die Aktion. Parteichef Jörg Meuthen, der als Redner auf der Demonstration erwartet wird, erklärte auf Anfrage, das Angebot sei ihm „komplett unbekannt“.

Die Demonstration der AfD in Berlin steht unter dem Motto „Zukunft Deutschland“. Die Rechtspopulisten haben 10 000 Teilnehmer angemeldet.

Das Vorstandsmitglied Steffen Königer sagte zu der Zuschuss-Aktion im Südwesten: „Das ist die Idee eines Einzelnen, die nicht abgesprochen war.“ Mit Blick auf geplante Gegendemonstrationen erklärte er: „Nicht wir sind es, die Hass und Hetze säen.“

Gegendemonstrationen in Berlin angekündigt

Zur Stoßrichtung der AfD-Kundgebung sagte Partei-Vize Georg Pazderski, Deutschland sei aufgrund von Haftungsrisiken in der Euro-Zone gar nicht so reich wie von manchen behauptet. Eine Forderung der Demonstranten sei: „Die Grenzen müssen endlich zugemacht und überwacht werden.“ Zu möglichen Zusammenstößen mit Gegendemonstranten sagte Pazderski, er habe volles Vertrauen in die Berliner Polizei. Diese sei „demonstrationserprobt“. Bislang sind 13 Gegenveranstaltungen angemeldet.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.