Nach Taliban-Sieg

AKK rechtfertigt Afghanistan-Einsatz – Bundeswehr hat „Unglaubliches geleistet“

Kramp-Karrenbauer würdigt mit Bundeskanzlerin Merkel Soldaten der Afghanistan-Evakuierung. Sie pocht auf eine EU-Armee.

Seedorf – Der Abzug aus Afghanistan verlief chaotisch. Die Bilder der verzweifelten Menschen, die auf der Flucht vor den Taliban auf Rettung mit einem der Evakuierungsflieger hofften, gingen um die Welt. Infrage gestellt wurde daraufhin auch Sinn und Zweck der Intervention in dem Land. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat nun vor Soldatinnen und Soldaten den fast 20 Jahre langen Einsatz der Bundeswehr gerechtfertigt.

Zugleich müsse nach dem Ende dieses Einsatzes „offen und ehrlich“ Bilanz gezogen werden, sagte die CDU-Politikerin bei einem Appell für Teilnehmende der Evakuierungsmission aus Kabul. An der Veranstaltung am Mittwoch in der Fallschirmjägerkaserne von Seedorf in Niedersachsen nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. „Sie haben sich in Gefahr begeben und viele Menschenleben gerettet“, sagte Kramp-Karrenbauer in einer Ansprache an die Einheiten. Unter schwierigsten Umständen und „großer Gefahr“ hätten die Soldatinnen und Soldaten im August „Unglaubliches geleistet“ .

Afghanistan: AKK rechtfertigt Bundeswehr-Einsatz – „Unglaubliches geleistet“

„Der Einsatz in Afghanistan war richtig“, sagte Kramp-Karrenbauer. Der frühere SPD-Verteidigungsminister Peter Struck habe recht gehabt, dass Deutschlands Sicherheit auch am Hindukusch verteidigt worden sei. „Es war für unsere eigene Sicherheit wichtig, dass Afghanistan* kein sicherer Rückzugsort für den islamistischen Terrorismus bleibt“, sagte die Ministerin. Zugleich sollten aus den Erfahrungen „realistische Zielsetzungen künftiger Einsätze“ entwickelt werden. Es gehe darum, „aus dem Afghanistan-Einsatz und seinem Ende zu lernen.“

Die Verteidigungsministerin betonte zugleich, dass der Evakuierungseinsatz ohne die militärischen Kapazitäten der USA wie bewaffnete Drohnen oder Luftbetankung nicht möglich gewesen wäre. „Wer will, dass wir künftig mehr selbst können, muss tief in die Tasche greifen.“ Ziel müsse es sein, die Bundeswehr „einsatzbereiter und fitter zu machen“ .Sie verwies dabei auf eine stärkere militärische Zusammenarbeit in Europa. Die Mitgliedstaaten müssten den Willen aufbringen, der „EU echte Handlungsfähigkeit für die eigene Sicherheit verleihen zu können“. Europa und der europäische Pfeiler in der Nato müsse ein Akteur werden, „der auf Augenhöhe mit anderen operiert“. (dpa/AFP/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Algermissen/BZ

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