Nach einer mehrtägigen Pause

Aktivisten: Mindestens 48 Tote bei Luftangriffen in Syrien

Kampfflugzeuge und Hubschrauber flogen nach einer mehrtägigen Pause wieder Angriffe auf die Stadt Duma  - mit fatalen Folgen für die syrische Rebellenhochburg. 

Duma - Die syrische Rebellenhochburg Duma ist am Samstag erneut zum Ziel schwerer Luftangriffe geworden. Kampfflugzeuge und Hubschrauber flögen nach mehrtägiger Pause wieder Angriffe auf die Stadt in Ost-Ghuta, sagte Rettungshelfer Firas al-Dumi der Nachrichtenagentur AFP am Morgen. Parallel greife die syrische Armee mit Artillerie an, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Syrische Staatsmedien berichteten von tödlichen Rebellenangriffen auf die Hauptstadt Damaskus.

Aktivisten berichten von mindestens 48 Toten - diese Angaben sind jedoch kaum überprüfbar

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien, deren Angaben für Medien kaum zu überprüfen sind, berichtete von mindestens 48 toten Zivilisten bei Angriffen auf Duma am Freitag und Samstag. Demnach wurden die Luftangriffe von der syrischen oder der russischen Luftwaffe geflogen. Es handelte sich um die ersten Luftangriffe auf Duma seit zehn Tagen.

Auch Zivilisten unter den Todesopfern

Kontrolliert wird Duma von der islamistischen Rebellengruppe Dschaisch al-Islam, die von dort immer wieder die Hauptstadt beschießt. So seien am Samstag sechs Zivilisten beim Beschuss durch die Rebellen getötet und dutzende weitere verletzt worden, berichteten syrische Staatsmedien.

Syrische Truppen rückten auch auf dem Boden gegen Duma vor. Nach Angaben der Beobachtungsstelle beschoss die syrische Artillerie am Samstag die Obstanbaugebiete an den Rändern der Oasenstadt. Die Regierung versuche "die Schlaufe um Duma von Westen, Osten und Süden her enger zu ziehen", sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

Die von Russland unterstützten Truppen von Präsident Baschar al-Assad haben seit Beginn der Offensive auf Ost-Ghuta am 18. Februar 95 Prozent der Enklave erobert. Andere Rebellengruppen akzeptierten nach Verhandlungen unter der Führung Moskaus ihren Abzug aus Ost-Ghuta.

Einige Rebellen weigern sich nach wie vor, aus Ost-Ghuta abzuziehen

Seit Wochenbeginn verließen auch tausende Kämpfer und ihre Angehörigen in Buskonvois die Stadt Duma in Richtung Nordsyrien. Ein Teil von Dschaisch al-Islam scheint sich jedoch weigern abzuziehen.

Die Verhandlungen zwischen den Rebellen, Moskau und Damaskus gerieten zuletzt ins Stocken. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana weigerte sich Dschaisch al-Islam, Gefangene freizulassen. Andere Beobachter vermuten interne Streitigkeiten unter den Rebellen. Die schieben den Verhandlungsstopp ihrerseits auf Machtkämpfe innerhalb des Regierungsbündnisses.

Insgesamt wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle seit Beginn wochenlangen Armeeoffensive östlich von Damaskus mehr als 1600 Zivilisten getötet.

Das könnte Sie auch interessieren: Doch kein US-Truppenabzug in Syrien

AFP

Rubriklistenbild: © dpa picture alliance / dpa / Shawn Nickel (Symbolbild)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.