Alexander Gaulands Drohung mit "Krieg" im Bundestag: Unsäglich

Die AfD-Bundestagsfraktion befindet sich nach den Worten ihres Vorsitzenden Alexander Gauland im "Krieg". Ihr Gegner: die Abgeordneten aller anderen Parteien. Casus Belli ist für Gauland die Weigerung vieler Abgeordneter, den AfD-Abgeordneten Roman Reusch in das Gremium zu wählen, das die Kontrolle der Geheimdienste durch das Parlament sicherstellen soll. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Mit 12,6 Prozent ist die AfD drittstärkste politische Kraft in der Bundespolitik. Sollte sich die SPD zur Koalition mit der Union entschließen, würde dies die AfD automatisch an die Spitze der Opposition bringen, mit starken parlamentarischen Möglichkeiten und garantierter Dauerpräsenz in allen Nachrichtensendungen.

All dies sollte nicht vergessen, wer trotzdem noch meint, die AfD ignorieren zu können, wegzumobben oder von berechtigten Ansprüchen in Bundestagsgremien auf Dauer fernhalten zu können.

Umgekehrt gilt allerdings dasselbe: Jeder Abgeordnete kann wählen, wen er will - oder eben auch nicht. Dass mit Albrecht Glaser und Roman Reusch gleich zwei AfD-Kandidaten durchfielen, dürfte aber nicht nur an Glaser und Reusch gelegen haben, sondern auch an der AfD an sich.

Der Hammelsprung-Eklat, den die Partei daraufhin inszenierte, spiegelt das Kritikwürdige an dem Geschehen ziemlich genau: In der Sache ist alles völlig korrekt gelaufen, unter dem Strich dennoch ärgerlich. Gut daran ist immerhin, dass im Bundestag wieder scharf debattiert wird. Dort gehören Debatten hin - und jeder kann sich dann seine eigene Meinung bilden.

Alexander Gaulands Drohung mit „Krieg“ innerhalb des Bundestages ist einfach nur unsäglich. Das erfordert nichts weniger als eine Entschuldigung. 

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